07
07
2011
Vor sieben Jahren erschien auf diesem Blog der erste Artikel. Grund genug, in einigen losen Beiträgen Rückschau zu halten und anschließend einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Mein erster Beitrag an dieser Stelle war, wie viele gleicher Art, inhaltlich unwichtig, nichtssagend und insgesamt nicht viel mehr als ein Testballon. Darin hielt ich nur zwei Entwicklungen für möglich. Die positive, dass sich das Blog zu einem festen Bestandteil meines Lebens entwickeln würde, wie es E-Mail und Web schon seit langem sind. Die wahrscheinlichere, dass ich das "Projekt Bloggen" nach einigen Wochen oder Monaten aus Mangel an Interesse und Motivation einstellen würde.
Eine dritte, neutrale Option, die Aktivitäten zeitweilig ruhen zu lassen und bei passender Gelegenheit wieder aufzugreifen, kam mir damals überhaupt nicht in den Sinn.
So langfristig war diese Aktion gar nicht geplant und angelegt gewesen.
Was darauf folgte, war ein chaotisches Sammelsurium von Kommentaren, Kurzmitteilungen, Motz- und Meckerbeiträgen, Link-Posts und dergleichen mehr. Nicht einmal die Ergebnisse obskurer Web-Quiz blieben ausgespart. Im Grunde genommen diente das Blog oft als eine Art Skizzenbuch. Einigermaßen gehaltvolle Beiträge hatten dadurch Seltenheitswert.
Seit diesem ersten Artikel haben sich allerdings wesentliche Dinge verändert, im Kleinen wie im Großen. Mein Beziehungsstatus, Arbeitgeber und Wohnort sind nicht mehr dieselben. Es gibt inzwischen Facebook, Twitter, Google+ und Android-Smartphones. Es gibt alte und neue Überwachungsbestrebungen, aber auch eine Piratenpartei und die Post-Privacy-Bewegung.
Eine der Fragen, die sich mir nach sieben Jahren stellen, ist die, ob es angesichts neuerer Kommunikationskanäle und Social Media noch Sinn ergibt, ein Kraut-und-Rüben-Blog wie dieses weiterzuführen.
Im nächsten Schritt führt mich das zu einer allgemeineren:
Ist Bloggen überhaupt noch zeitgemäß?
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14
05
2011
Ein sonniger Morgen. Bei diesem Wetter kann man keine schlechte Laune haben. Nicht einmal dann, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und die Strecke zur Arbeit erneut doppelt so viel Zeit verschlingt, als sie laut Fahrplänen eigentlich kosten sollte.
Am Zielbahnhof erst stelle ich fest, dass die Schlüsselkarte zu Hause liegenblieb. Das ist unangenehm, denn sie hat mehr als eine Funktion inne.
Eine Umkehr kommt bei einer Fahrtdauer von jeweils mehr als einer Stunde nicht infrage. Demnach müssen mich Personalausweis, Zeitkorrekturantrag und hilfsbereite Kollegen über diesen Tag bringen. Nicht nur mir passiert das gelegentlich.
Am Tor werde ich nach kurzem Blick auf den Ausweis durchgewunken. Man kennt sich, auch wenn es in der Regel bei kurzen Grüßen oder wenigen gewechselten Sätzen beim Betreten und Verlassen des Geländes bleibt. Kein Problem, insoweit.
Einige Schritte weiter, in Blickrichtung des Tores, steht eine kleine Gruppe neben dem gläsernen Gebäudezugang und lässt die Sonne auf sich scheinen. Man unterhält sich und raucht.
Ich grüße eine mir unbekannte Kollegin etwa meines Alters mit der Tageszeit und bitte sie anschließend höflich, die elektronische Türsperre für mich zu lösen. Lächelnd nenne ich ihr den Grund meines Anliegens.
Sie sieht mich an und verzieht dabei keine Miene. "Da könnte ja jeder kommen."
Besten Dank, Kollegin.
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17
12
2010
Meine Damen und Herren, wir senden die 18:00-Uhr-Nachrichten.
In weiten Teilen Deutschlands ist es völlig überraschend und vollkommen unvorhersehbar WINTER geworden. Draußen wurde es sogar kalt. (Das konnte ja keiner ahnen!1!!)
Das Kabinett ist zusammengetreten und erarbeitet eine Beschlußfassung, nach der Schneeverwehungen als Akt terroristischer Zusammenrottung demnächst gesetzlich verboten werden sollen.
Die Deutsche Bundesbahn trägt durch
stundenweises Abschalten von Heizung und Licht auf offener Strecke in ihren Regionalzügen zur dringend notwendigen Einhaltung von Energiesparmaßnahmen bei.
Lebensmittelindustrie und Gastronomie wurde die zweckfremde Verwendung von Speisesalz im Rahmen der Notfallvorsorge untersagt, da jedes einzelne Gramm auf den Straßen benötigt wird.
Florian Silbereisen randaliert auf dem Passauer Weihnachtsmarkt, um gegen die bundesweite, stille Übernahme seiner Lieblings-Bühnendekoration zu protestieren. Gleichzeitig bewirbt er damit den diesjährigen Glühwein.
Autofahrer übernachten auf der A3 in ihren Fahrzeugen, um deren Treibstoffvorräte zu bewachen, da bereits den ersten
Tankstellen der Sprit ausgeht.
Die ARD versucht, mit einem
zusätzlich ins Programm genommenen Brennpunkt Tauwetter zu erzeugen und so der Katastrophe Herr zu werden.
Und nun zum Wetter: Das
Klima innerhalb der FDP bleibt weiterhin frostig.
Guten Abend.
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06
07
2010
zwischen gelblackiertem gestänge schweben
wächsern gesichter über den schalen die
stumpfen blicke gerichtet
einer - mittleren alters - schluchzt
hemmungslos flüsternd beschwörende worte
in schwankende leere während dem nachbarn
weißschimmernd zuckende stränge
beider ohren entfasern
zwei neone reihen in blau weiter vorn
beißt einer im anzug genüßlich in seinen burger
die callas zerschmettert glas in meinem schädel, und
gleißend schmilzt der asphalt
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14
06
2010
Grummel. Hier ist gerade ein Enermax-PRO82-Netzteil nach zirka eindreiviertel Jahr Normbetrieb in einem handelsüblichen Gaming-PC funkensprühend abgeraucht. Zwar weiß ich, daß es drei Jahre Herstellergarantie auf die Teile gibt, ärgerlich ist das aber natürlich trotzdem.
Wir hegen den Verdacht, daß die harten Reboots von Windows 7 RC alle zwei Stunden kräftig dazu beigetragen haben. Seit Monaten stehen mehr als genug Windows-7-Lizenzen im Schrank, aber die Neuinstallation mußte für dieses letzte System aus Zeitgründen immer wieder verschoben werden. Nun, jetzt hat erst einmal die Energieversorgung das Zeitliche gesegnet. Inzwischen bin ich manchmal der Bastelei einfach müde.
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18
04
2010
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24
03
2010
Nicht lange, und er fand im Dunkeln ein Exemplar des I Ging, trat damit an eine Stelle, wo die rosenfingrige Dämmerung verzweifelt an einem rußverkrusteten Fenster kratzte, und schlug das Hexagramm 19, Lin – Herannahen &ndash auf. Das Buch verbreitete sich ausführlich über die nicht auszulotende Bedeutsamkeit dieses Symbols, doch die einzige Bedeutung, auf die es Daniel ankam, war 000011, denn so ließ sich das Muster der unterbrochenen und nicht unterbrochenen Linien in binäre Schreibweise übersetzen. In dezimaler Schreibweise hieß das 3.
Für solche Sätze schätze ich
Neal Stephenson. Wie sich anhand der Seitenzahl unschwer vermuten läßt, bin ich allmählich am Ende des ersten Bands des
Barock-Zyklus angelangt. Den lese ich seines Umfangs wegen auf Deutsch. Zwar sind es Stephensons Bücher allemal wert, im englischen Original gelesen zu werden, zumal mindestens eine der Übersetzungen - die von Snow Crash - bemerkenswert schlecht ist, aber mein Lesetempo sinkt gegenüber dem Deutschen dann doch rapide. Wenn nur ein sehr schmales Zeitfenster überhaupt zur Verfügung steht, entscheidet der Unterschied zwischen 30 und 50 Seiten pro Tag dabei tatsächlich über die Wahl der Sprache.
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16
03
2010
Are we only eating worms from a can just because we can
And is Disneyland all we understand?
Will our history be written out in headlines
Diana dolls and miracles and landmines?
(Chumbawamba,"Dumbing Down")
Das Stück zum Tage stammt von
Leuten aus Leeds, die ich schon seit längerem sehr schätze. Es ist vom Album
WYSIWYG aus dem Jahre 2000 und klingt heute noch so aktuell wie damals.
Nebenbei bemerkt ist hier gerade das aktuelle Album
Avoid The Light der Münsteraner Postrocker
Long Distance Calling eingetroffen. Auch dort empfehle ich dringend,
mal reinzuhören.
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15
03
2010
Vergangene Woche trat bei mir ein größerer Zeitverschiebungseffekt auf. Beim Uhrenvergleich mit einem Freund stellte ich eine doch recht erhebliche temporäre Abweichung fest. Meine lag etwa eineinviertel Stunde hinter der seinen zurück, ein untrügliches Zeichen dafür, daß die Knopfzelle schwächelte. Schon wieder, denn der letzte Tausch war gefühlt noch gar nicht einmal so lange her.
Bei der Uhr handelt es sich um eine etwa zwei Jahre alte
LAKS Memory Date mit 64 MB Flash, auf dem ich einen Cryptocontainer mit mir herumtrage. Als notorischer Grobmotoriker und Uhrglasverkratzer empfand ich damals ihr Verhältnis von Speichergröße zu einem Preis von unter 50 € als gerade richtig. Inzwischen scheint genau dieses Modell nicht mehr lieferbar zu sein. Ähnliche Uhren sind aber unter anderen Namen und mit diversen Brandings noch im Handel, weil sie eine zeitlang als Werbegeschenke oder -prämien auf den Markt geworfen wurden.
Passend ist die Alkali-Knopfzelle AG1 (andere Typenbezeichnungen: LR 621, LR 60), die überall relativ preiswert zu bekommen ist. Bei mir lag noch ein 42teiliges
Blisterpack Knopfzellen herum, das ich einmal aus anderen Gründen notgedrungen hatte kaufen müssen. Es gibt außerdem noch einige
günstigere Sets beim selben Händler.
"Zeitjustage" vollständig lesen
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14
03
2010
Sil53r:
(kommt mit einem Obstmesser in der Faust herein und läßt sich damit aufs Sofa fallen)
Die Königin: (blickt flüchtig von einer Zeitschrift auf) "Was willst du?"
Sil53r: (neigt sich langsam zu ihr; mit Grabesstimme) "Los, gib mir all dein Geld!"
Die Königin: (spontan) "Nur über meine Leiche!" (und sofort) "Nein! Nein!1!!"
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20
01
2010
Heute nachmittag im Büro. Ein Kollege und ich diskutieren das Failover-Verhalten unserer Firewalls nach einem Firmware-Upgrade.
Azubi (kommt gelangweilt zur Tür herein): "Was macht ihr gerade?"
Kollege: "Wir machen das Internet kaputt."
Ich: "Ja, ich habe gerade ein 'rm -rf' auf www.google.com abgesetzt."
Kollege: "... und das dauert!"
Ich: "Der Befehl ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt."
Azubi: (guckt vom Kollegen zu mir): "Wtf...?!?"
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20
01
2010
Heute morgen an der Kasse meines Lieblingslebensmittelladens.
Eine ältere Dame sucht lange nach Kleingeld, packt umständlich ihre Käufe ein
und wendet sich daraufhin zum Gehen.
Die Verkäuferin ruft ihr hinterher: "Wollen sie nicht ihr Hühnchen mitnehmen?"
Die Dame daraufhin: "Oh ja! Das liebe Hühnchen!"
Und ich so: .oO(Wtf?! Das Viech ist tot ... und steinhart gefroren!)
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14
01
2010
Habe für einen Arbeitskollegen gerade eine - hoffentlich - etwas vereinfachte Einrichtungshilfe für den WLAN-
Zugang zum Netzwerk der Universität Bonn geschrieben. Die Dokumentation auf der Website der Universität ist meiner Meinung nach unnötig kompliziert und viel zu technisch formuliert für Personen, aka Studenten, die sich mit Informationstechnik und den dazugehörigen Fachbegriffen (noch) nicht auskennen. Eine leicht nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Anleitung für das verbreitetste Betriebssystem, womöglich sogar mit einigen Bildschirmfotos, würde den Einrichtungsvorgang wesentlich erleichtern.
Man kann es selbstverständlich auch als Eignungsprüfung auffassen, ob es einem Studenten gelingen wird, sich die nötigen Kenntnisse selbständig anzueignen. Ich bezweifle jedoch, daß das in der Form beabsichtigt ist.
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13
01
2010
Ach, übrigens: Wie ich
vorgestern schrieb, hege ich leichtes Unverständnis für die Featuritis einiger Audio-Player. Als wollte sie meine Ablehnung bestätigen, folgte dann gestern
diese Meldung auf Golem. Man muß nur den Anreißer lesen, um zu wissen, was ich meine.
Es sind "zahlreiche Reparaturen" in dieses Release von Amarok eingeflossen, schreibt man dort, "die vor allem für Stabilität sorgen sollen". Das ist so subtil böse, daß es schon an Destruktivität grenzt. Denn wenn etwas repariert werden muß, bedeutet es, daß es vorher kaputt war. Wenn die Reparatur "für Stabilität sorgen" soll, heißt das, daß die Software vorher instabil war.
"Schweizer Taschenmesser mit iPod-Dock" vollständig lesen
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