Sonnet 73
24 10 2004That time of year thou mayst in me behold,
when yellow leaves, or none, or few do hang
upon those boughs which shake against the cold,
bare ruined choirs, where late the sweet birds sang.
In me thou seest the twilight of such day,
as after sunset fadeth in the west,
which by and by black night doth take away,
death's second self that seals up all in rest.
In me thou seest the glowing of such fire,
that on the ashes of his youth doth lie,
as the death-bed, whereon it must expire,
consumed with that which it was nourished by.
This thou perceiv'st, which makes thy love more strong,
the love that well, which thou must leave ere long.
(William Shakespeare, 1609)
Die Zeit des Jahres magst du in mir kennen,
wenn gelbe Blätter, keine, wenige noch hangen
auf diesen Zweigen, welche in der Kälte brennen,
kahle, zerfallne Chöre, drinnen einstmals süße Vögel sangen.
In mir siehst du das zwie Licht von solchen Tagen,
das nach dem Untergang der Sonne tief im Westen
so nach und nach von schwarzer Nacht davongetragen,
des Todes zweites Ich, versiegelt ruht in Festen.
In mir siehst du die Glut von solchem Feuerskuß,
der auf der Asche seiner Jugend liegend ruht,
als Totenbett, auf dem er seinen Geist verströmen muß,
verzehrt von dem, was ihm einst Nahrung war und Blut.
Dies alles siehst du, und so wächst in deiner Brust
Liebe zu all dem, das du schon bald verlassen mußt.
(1997)
Kommentare : 22 Kommentare »
Kategorien : Lyrikwelt
Trackbacks : Keine Trackbacks »
Als PDF ansehen: Dieser Artikel | Dieser Monat | Vollständiges Blog

Trackbacks
Keine Trackbacks