Stromversorgung unterwegs

05 11 2004

Wie Golem soeben berichtet, wird demnächst ein neues Akkupack für die mobile Stromversorgung von Kleingeräten erhältlich sein. Abgesehen von dem voraussichtlich hohen Preis hat dieses System zwei Schwächen. Zunächst einmal wird kein Autoladeadapter mitgeliefert. Dies wäre noch zu verschmerzen, da es sie relativ günstig bei verschiedenen Händlern zu kaufen gibt. Dennoch muß man sich erst die Mühe machen, einen passenden Adapter zu suchen. Rechnet man dessen Versandkosten und Preis zum Kaufpreis des Akkupacks hinzu, verteuert sich dieses nicht unerheblich. Zum zweiten benötig man für Geräte, die eine andere Eingangsspannung als 5 V benötigen, entsprechende Step-Up- bzw. Step-Down-Adapter. Bei einem flüchtigen Blick auf die Spezifikation des Herstellers ist nicht erkenntlich, welche dieser Adapter verfügbar sein werden, und selbst dann muß man die für das jeweilige Gerät passenden mit sich führen.

Eine andere Möglichkeit der mobilen Stromversorgung bieten diverse Akkupacks, die es im Saft-Laden unter der Rubrik Externe Akku-Packs zu kaufen gibt. Sie haben eine geringere Kapazität, sind aber dafür bereits erhältlich.

Für meinen Bedarf habe ich vor kurzen nach einem netten Mailwechsel mit dem Inhaber des Saft-Laden das EP-4436 erworben. Bestellung und Versand verliefen prompt und ohne Probleme, und gestern kam die Ware an. Die Vorteile: am Akku umschaltbare Ausgangsspannung, die Adapterstecker sind wechselbar, so daß man lediglich neben dem eigentlichen Kabel die kleinen Stecker passend dabeihaben muß. Und die beiliegenden Stecker passen auf die meisten handelsüblichen Kleingeräte.

In meinem Fall konnte ich mit der erworbenen Steckerkombination erfolgreich laden bzw. nutzen:
  • Nokia 3310 (Mobiltelefon)
  • Nokia 3330 (Mobiltelefon)
  • Tevion MD7894 (Tragbarer CD-Player)
  • Minolta DiMAGE F100 (Digitalkamera)
  • Sharp Zaurus SL-C860 (Personal Mobile Tool)
Über die Nutzungsdauer des Akkupacks läßt sich nach nur einem Tag natürlich noch keine gesicherte Auskunft erteilen. Aber ich werde diesen Artikel aktualisieren, sobald mir darüber einige Werte vorliegen. Insbesondere bin ich auf die Nutzdauer der Minolta-Kamera gespannt, da sich dieses Modell als extrem stromhungrig erwiesen hat (LCD-Display + TIFF-Speicherformat + Blitz = Akkukiller).

Minolta F100, Testreihe #1:

Displayhelligkeit: Standard (beim Einschalten voreingestellter Mittelwert)
Blitz: inkl. Vorblitz über die gesamte Serie
Speicherkarte: SanDisk 256 MB
Speicherformat: TIFF
Auflösung: 2272x1704 Pixel
Bildgröße: 11623753 Byte (12 MB)
Bildanzahl: 21

Schnellstmögliche Bildfolge bei Einzelbild, danach Umschalten auf Standard-Bildgröße (~750 KB JPEG-komprimiert), weitere 13 Bilder, danach noch ein einzelnes mit maximaler Kompression, um die Karte zu füllen. Direkt nach dem Abschalten der Kamera zeigte das Display des Akkupacks zwischen 50% und 75% Ladekapazität, nach kurzer Wartezeit wieder 100%. Die Kamera fordert den Akku im Betrieb also etwa. Die Anzeigeschwankung wiederholte sich beim anschließenden Betrachten mehrerer Bilder auf dem Display der Kamera und mehrfachem Gebrauch des Zoom. Nach kurzer Wartezeit Rückkehr zu 100% Kapazitätsanzeige.

Normale Ni-MH-Akkus mit nominal 2100 bzw. 2200 mAh hätten bei Volladung keine fünf Bilder bei 12 MB durchgehalten. Insofern war dieser erste Test ein voller Erfolg: Hier geht es nicht um komplexe technische Details, sondern um "gefühlte" Effizienz: Kann ich mich "on the road" mit dem Akkupack zuverlässig mit Strom versorgt fühlen? Weitere Tests unter realen Nutzbedingungen werden sich anschließen, aber fürs erste bin ich mit der jetzt zur Verfügung stehenden Leistungsreserve vollauf zufrieden.

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