Unter den Sternen

31 08 2004

Unter den Sternen fällt es dich an,
wie Schatten, die auf leisen Schwingen
um die Abendlichter kreisen,
wo Silberpappeln purpurn singen.

Betaute Zweige, wie von sehr fern,
wann immer sie schwarz sinnend fallen,
durch den bleichen Mondglanz rinnend,
was dunkel klingt. So geht es allen.

In dem blauen Licht, das tagend
durch die grauen Schleier dringt,
kreisen sie noch immer, klagend,
wo die Totenglocke klingt.

Na, sie sind mir vielleicht ein Früchtchen!

31 08 2004

Das obige Zitat stammt übrigens von dem sehr geschätzten Herrn Goldt, der allerdings mit den nahezu gleichnamigen Bären weder verwandt noch verschwägert ist. Es ist auch nicht überliefert, ob er gerne welche davon verzehrt. Einen Bären aufzubinden versucht haben einige Schüler dem Bärenhersteller, der sich davon aber nicht ins Bockshorn jagen ließ. Auch in Hintertupfingen haben vermutlich Briefe dieser Art spätestens seit Bornemanns Briefmacken einen Gamsbart, und das war immerhin 1982. Warum es trotzdem einen Artikel wert ist? Nebenan laden die Lastwagen Raffinadezucker ab, und das Dröhnen der Fabrik läßt sich bis hierhin hören. Deshalb Hut ab und Waidmanns Heil! Nächster Vorschlag: Treibjagd auf grinsende Grundschullehrer. Halali. (Via Utopianerin)

Den Duft einer Blüte möchte ich atmen

31 08 2004

Den Duft einer Blüte möchte ich atmen
und meine Lippen mit Morgentau netzen,
durch die schweigenden Hügel wandern,
mich an den kühlen Weiher setzen.

Wenn's rötlich durch die Nebel steigt,
zusehn, wie die Schatten fliehen,
und staunen, wie sich dabei zeigt,
wenn hier wie dort die Wolken ziehen.

In this world...

30 08 2004


...in my sleep i'm still falling.
when i'm awake, it's just the same.
be there with your arms out-stretched.
across the blighted sky,
a shining star.
quietly burning...
my arms out-stretched will catch it's fall.

Cindytalk

29 08 2004

Darkness imprisoning me
All that I see
Absolute horror
I cannot live
I cannot die
Trapped in myself
Body my holding cell


[Metallica, "One"]

Wu Shu auf koreanisch

28 08 2004

Mein Faible für den fernen Osten führte diesmal filmisch nach Südkorea. Der Kritik von Bichunmoo (auf englisch) ist nicht viel hinzuzufügen - I guess, that pretty much says it all. Zwar habe ich des öfteren Schwierigkeiten, den Plots asiatischer Filme zu folgen, aber das liegt bisweilen auch an deren schlechter Synchronisation. Es ist trotzdem beruhigend, daß es diesmal das miese Skript ist, weshalb ab der Mitte des Films zunehmend "Hä...?" und "Wo kommt dieser wichtige Typ denn auf einmal her?"-Denkblasen über dem Kopf des Zuschauers auftauchen.

Insgesamt enthält Bichunmoo reichlich Kitsch, bietet dessen ungeachtet aber wunderschöne Landschaftsaufnahmen und perfekt in Szene gesetzte Rand- und Nebenfiguren. Es ist vielleicht bezeichnend, daß es dabei unterhaltender ist, auf den Hintergrund zu achten als auf die Protagonisten. Jeong Jin-Yeong und der namenlose Begleiter von Shin Hyeon-Jun - entweder Weggefährte oder Führer der Guerilla-Truppe - waren dabei mit am beeindruckendsten. Kim Heui-Seon in ihrer klischeeüberfrachteten Mutter-, Warte- und Opferrolle wirkte als die ewig Liebende hingegen ziemlich blaß und uninspiriert.

Ta-taa

28 08 2004

Im Land der unbegrenzten MögMoralitäten haben unterdrückte Minderheiten ein Herz für sich entdeckt und tragen es auch gleich auf die Straße, wo es ihrer Meinung nach anscheinend hingehört. Das kann man durchaus mit Humor betrachten, frei nach Heisenberg: "Es gibt Dinge, die sind so ernst, daß man nur darüber witzeln kann." Andererseits läßt es sich auch als Backlash der Stinos bezeichnen. Vor allem, wenn sich deren notorischer Fundamentalismus hierzulande hinter dem Anwurf vorziviler Tuntenhaftigkeit verbirgt. Inhaltlich ist dies nichts weiter als Diskriminierung auf rhetorisch hohem Niveau. Und es stimmt insofern bedenklich, als daß ein solcher Artikel kaum für sich allein stehen wird, sondern eine entsprechend breite Leserschaft des fraglichen Blattes bedient. Da kann man nur den Herrn Reutter zitieren:

Der Hirschfeld sagt, selbst die Natur blamiert sich kolossal,
denkt an den letzten Sommer nur: Auch der war nicht normal!

Und tschüss!

27 08 2004

Endlich. Urlaub. Gestattet mir, daß ich prompt umfalle. Aber das Glas mit dem Glenmorangie halte ich dabei fest, wie es jeder Whiskytrinker halten würde: Egal, wie ich aufkomme, davon darf nichts umkommen. Und tschüss!

Dumm wie Brot

27 08 2004

Heute morgen träumte mir - sehr plastisch, übrigens - ich ginge mit dem Chuzpe-Blogger durch Tel Aviv, während dieser mir jiddische Begriffe erklärte. Anschließend landeten wir in einem Teppichgeschäft, wo er fachmännisches über die qualitativen Merkmale der ausgestellten Ware mitzuteilen wußte. Insbesondere ein weiß-golden gewirkter Stoffballen beschäftigte uns eine geraume Weile. Daraufhin weckerte mich der Wecker aus dem Schlaf.

Um das festzustellen: Erstens kenne ich den Chuzpe-Blogger nicht persönlich. Zweitens war ich auch noch nie in Tel Aviv. Drittens bin ich ein verdammter Goj und verstehe vom Judentum in etwa soviel wie frauendiskriminierender Vergleich ein Pferd vom Treckerfahren. Was sagt einem das also? Mein Ego consomnio kann einen Tacheles redenden Juden nicht von einem arabischen Teppichhändler unterscheiden. Entweder bin ich im Land der Träume so dumm wie ein Stück Brot oder ich brauche dringend Nachhilfe. Kulturreligionstechnisch gesehen.

Augenbluten, nicht bloß in Frankfurt

26 08 2004

Andrea legt die Doppelläufige an und schießt zielsicher einen der Vögel ab, die in Form unsäglicher Werbeblättchen in die heimischen Briefkästen geflattert kommen. Entenjagd im Großformat, sozusagen, daß die Federn nur so stieben. Das 1A-Movie mit der Betitelung "optische bedrohung durch möbelgiganten" wird seit gestern im Programmkino der Großstadt gegeben. In Farbe. Werbetexter-Bashing inklusive. Nicht verpassen!
Und jetzt entschuldigt mich, ich muß mich weiter um meine Pinguinherde kümmern.

Puuh...

25 08 2004

Geschafft. Einen kompletten Serverraum in zweieinhalb Tagen um vier Etagen nach oben gestemmt. Bisher ohne nennenswerte Verluste. Eine FibreChannel-Matrix hatte Schluckauf, ein Radius-Daemon wollte nicht ohne ausdrückliche Aufforderung arbeiten, die IP-Telefone einer Etage hatten sich auf dem Weg zu ihrem Herrin, der Telefonanlage, irgendwo verlaufen. Und ein Admin, der sich beim Montieren von Käfigmuttern unbedingt einen Schraubendreher in den Finger rammen mußte. Manche Typen darf man eben bloß an eine Tastatur lassen. Nichts also, was sich mit ein paar Streicheleinheiten, einem Tritt und einem Pflaster nicht kurieren ließe.

Debian doesn't allow it

24 08 2004

Gender mainstreaming auch in meiner bevorzugten Linuxdistribution

user@host:~$ cd /usr/local/src/
user@host:/usr/local/src$ touch Frau
touch: kann ,,Frau" nicht berühren: Keine Berechtigung

Richtig so: Flossen wech! :)

Ein bißchen Tanzania

24 08 2004

Wenn eine fremde Frau einem plötzlich Blumen schenkt, dann fängt der Tag gut an. Jetzt steht ein kleines, blaues Usambara-Veilchen auf meinem Schreibtisch. Es ist das erste, was mein neues Büro ein wenig lebendiger macht. Neben der CD von The Business, vielleicht, die ich gleich aufdrehen werde: "Coventry" muß heute morgen einfach sein.

Hier kommt die Flut

23 08 2004

Und da ist sie wieder, die Angst, die Panik. Wie eine große, schwarze Welle, die plötzlich unaufhaltsam auf einen zurollt und mich unter sich zu begraben droht. Nein, ich weiß, daß sie das nicht tun wird. Auch diesmal wird es ihr wieder nicht gelingen, mich mit sich fortzureißen, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Inzwischen kann ich schwimmen, und das gut. Doch die Schrecksekunde bleibt, wenn man sie gewahr wird, wenn man sieht, wie sich die Woge drohend auftürmt und auf einen zugeschossen kommt. Lange vorher wird sie sich überschlagen haben und brechend alle ihre Kraft verlieren, bis sie mir als dunkles Wasser eisig um die Knöchel schäumt. Mehr als kalte Füße werde ich mir auch dieses Mal dabei nicht holen.

Aber sie ist früh in diesem Jahr. Die stille, kühle Luft ist daran schuld.

Rot und blond...

23 08 2004

...passen ganz hervorragend zusammen. Eine Klimaanlagentechnikerin im knallroten Arbeitsanzug, die locker ihre Hilti schwingt, ist jedenfalls eine Abwechslung und allemal ein beeindruckender Anblick. Hoffentlich sieht man dergleichen in den kommenden Jahren öfter.