29
09
2005
Nein, ich bin kein Vegetarier. Ein Veganer schon gar nicht. Während meiner Ausbildung zum Fachkaufmann für den Reformwarenbereich (vulgo: Reformhauskaufmann) habe ich lange vegetarisch gelebt. Ovo-lacto-vegetabil, um präzise zu sein. Eine Zeitlang habe ich mich sogar vegan ernährt. Wie lange diese Phase genau dauerte, das weiß ich heute nicht mehr. Sicher ist, daß ich mich aus Überzeugung mehr als drei Jahre lang nahezu ausschließlich von Reformwarenprodukten ernährt habe. - Nun, ich war jung,
idealistisch illusionistisch und unerfahren.
Meiner Ansicht nach sollte man wissen, wovon man spricht, wenn man Kunden berät. Deshalb habe ich
Vegetarismus und
Veganismus nicht nur eingehend studiert, sondern auch praktiziert. Sehr schnell habe ich, alle moralisch-ethischen Aspekte einmal beiseitegelassen, einige der Kehrseiten dieser Formen der Ernährung entdeckt: Speziell Veganer müssen ihre Nahrung sehr sorgfältig zusammenstellen, um auf Dauer keine Mangelerscheinungen zu riskieren. Aber auch Vegetarier sind gezwungen, über ihre täglichen Zufuhr an essentiellen Nährstoffen gründlicher nachzudenken als Gemischtköstler.
"Vegetarier und Fleischesser" vollständig lesen
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25
09
2005

"Oh. Verzeiht. Falls ich Eure edle Gilde fälschlicherweise als dahergelaufene Bande tituliert haben sollte, bitte ich untertänigst um Eure Vergebung. Laßt uns doch in der Arena unsere Kräfte messen, auf daß die edelsten Kämpen aus diesen Waffengängen siegreich hervorgehen mögen. Die tapfersten Krieger mögen sich dann auf den Schlachtfeldern eines Krieges beweisen, der noch von den Barden nachfolgender Generationen besungen werden soll.
Oder möchtet Ihr stattdessen lieber einsam durch die Lande streifen? Dann laßt Euch gewarnt sein! Die Wildnis ist ein hochgefährlicher Ort. Verlaßt Euch nie auf Eure Kraft allein. Reist nicht einzeln. Was in diesen Landen zählt, sind Taktik und Geschick. Und das rechte Gespür bei der Wahl Eurer Gefährten."
"Bandenkriege" vollständig lesen
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25
09
2005
Eine Nacht ohne Schlaf,
weil er mich flieht ohne den deinen,
ohne dein Atmen an meiner Seite
und dein stilles Lächeln im Traum.
Meine Lider sind schwer,
helle Glocken verkünden den Tag
mit den Sperlingen vor meinem Fenster,
während die Mäuse verstummen.
Auch die Nächte mit dir
sind zunächst schlaflos und unruhig,
wenn sich unsere Stimmen erheben,
voller Verlangen und Sehnsucht.
Du wirst zurückkehren;
der Leidenschaft folgt tiefer Friede:
wir werden sie alle nicht hören,
weder Sperlinge, Mäuse, noch Glocken.
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22
09
2005
Sieben Tage, vergangen wie ein Traum, den man auf dem Rücken liegend auf einer Sommerwiese träumt. Vergangen wie im Flug. Wie eine Geschichte, die erzählt ist und dennoch nicht beendet, auch wenn der Sprecher schon lange damit aufgehört hat, zu reden. Die Worte verselbständigen sich in den Köpfen der Zuhörer. Sie spinnen die Geschichte weiter, verweben sie mit ihren eigenen Einfällen, Verzweigungen und Gedanken, während sie in den blauen Himmel hinaufblicken und die Sonne auf sich herniederbrennen lassen. Die Zeit scheint stillzustehen.
Urplötzlich erinnern kaltfeuchte Stupser und ein kräftiges Zerren am Ärmel daran, daß man nicht allein ist. Daß da ein junges, verspieltes Wesen beharrlich nach Aufmerksamkeit und Beschäftigung verlangt. Die blanken Kastanien auf der Wiese und die frischen Haselnüsse zeigen deutlich an, daß nicht Sommer ist, sondern Spätsommer. Und daß man für jeden dieser Sonnentage dankbar sein sollte, die man ungestört im Freien genießen kann. Denn die morgendliche Frische verkündet bereits den rasch näherrückenden Herbst.
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21
09
2005
Man kann eine ganze Menge lernen, wenn man mit einer jungen Terrierhündin unterwegs ist. Nicht nur, daß man ständig neue Menschen kennenlernt, weil man von anderen Hundebesitzern, Kindern, deren Eltern und alten Leuten angesprochen wird, man erfährt dabei auch, was in einer Stadt mittlerer Größe alles weggeworfen wird auf der Straße zu finden ist.
Rote, schwarze, gelbe, grüne und orange Beeren sind (entweder aus Hundebesitzer- oder aus Hundeperspektive) ih-bäh, ebenso krümelnde Kekse, Twix, halbe Brötchen, Bockwurst, Knochen, glänzende Nacktschnecken, Tüten mit dubiosen Inhalten, Kuhdung, tote Spitz- und Feldmäuse, zerlaufene Bonbons, alter Kaugummi, Eicheln, sterbende Arbeiterbienen, die auf dem Rücken liegend vor sich hinsurren, sowie Haselnußnester und unidentifizierbare, penetrant stinkende hochinteressant riechende Flüssigkeiten auf dem Asphalt. Frisch gemähtes Gras hingegen ist ok, das läßt sich nicht nur prima fressen (auch wenn sich Kauen und Schlucken dabei als etwas schwierig erweisen), man kann sich auch prima darin herumwälzen und darauf herumjagen. Lange, morsche Äste sind sogar sehr ok, denn die kann man wahlweise entweder zu Feinspänen zerhäckseln, daß die Splitter in alle Himmelsrichtungen davonstieben, oder sie solange hinter sich herschleifen, bis wer am anderen Ende der Leine kräftig fluchend darüber stolpert und letzten Endes ein Machtwort spricht.
Man lernt auch, daß es unendlich ermüdend sein kann, einen Jagdterrier zu ermüden. Es ist mindestens eine Tagesaufgabe.
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15
09
2005
Das Leben versetzt einen immer wieder in Erstaunen, unabhängig davon, wie alt man wird. Zum Beispiel damit, wie nahe Freude und Leid doch beieinander liegen können. Glaubt man gerade, das Schlimmste hinter sich gelassen zu haben, kommt es noch schlimmer - oder hinter der nächsten Biegung des Weges wartet stattdessen eine fröhliche Überraschung. Eben wurde man noch von den einen gemobbt, von den anderen angefeindet, von einer dritten betrogen, von einem vierten Menschen mit Füßen getreten, behandelt wie Dreck, verächtlich weggeworfen wie ein Stück Abfall, sobald man nicht mehr unmittelbar vonnöten war. Eben noch.
Gerade, als man meinte, all das nicht mehr tragen zu können, da tauchen auf einmal alte Bekannte auf, zeigen sich solidarisch, erkundigen sich nach dem eigenen Befinden, ermuntern und ermutigen, da erhält man die Nachricht von der Geburt eines Kindes, beweist jemand seine Überzeugung, seine Anhänglichkeit, seine Treue, seine Liebe... Wie könnte man da den Kopf hängen oder sich gehen lassen?
Eigentlich lebe ich gern.
Und es ist noch immer ein wunderbarer Sommer.
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13
09
2005
Ein zusammenbrechendes Regal, auf dem Zeitschriftenordner stehen, pulverisiert auf seinem Weg nach unten so ziemlich alles, was sich ihm in den Weg stellt. Bei einer Fallhöhe von geschätzten zwei Metern bleibt von darunterstehenden Teekannen und -tassen aus Knochenporzellan, von Trockenblumen, Gläsern und Tellern allerhöchstens Feinstaub übrig. Der Teetrinker in mir kam, sich innerlich rechtzeitig zurücklehnend, gerade noch mit dem Schrecken davon. Der Handwerker in mir pulte einen der Stahlträger samt daranhängenden Fliesen- und Mauerbrocken aus den Trümmern und konstatierte nüchtern: "Aber meine Dübel haben gehalten...!" Nur leider das Mauerwerk nicht. Soviel zu den qualitativ hochwertigen Bauten von Anfang des vorigen Jahrhunderts. Beton - es kommt drauf an, was man draus macht.
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12
09
2005
Eine Handvoll Stunden, in die Luft geworfen wie welkendes Herbstlaub. Man kann sie wie Blätter beim Herabsinken einzeln zählen, dabei zuschauen, wie sie vergehen. Einige sind dürr und knistern, andere tragen noch die leuchtenden Farben des Altweibersommers. Vergangenheit, Abschied und Versprechen auf hoffnungsvollen Neuanfang zugleich.
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