07
01
2006
»Ihr Biologen seid komische Leute. Wie kriegt ihr so was raus?«
»Wir tun schreckliche Dinge. Wir trocknen den Wurm und zermahlen ihn zu Wurmpulver, und das kommt dann in die Messmaschine.«
Aufgelesen bei Frank Schätzing, in "Der Schwarm".
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06
01
2006
Ich liebe Kleingeräte. Wirklich. Manchmal sind sie allerdings auch bloß nervig. Seit einer halben Stunde suche ich nun schon den Gitarren-Tuner, der sich aus unerfindlichen Gründen nicht an seinem angestammten Platz beim übrigen Schallwerkzeug befindet. Vermutlich wäre es wesentlich zeitsparender gewesen, wenn ich mir eben schnell einen Referenzton am Computer hätte generieren lassen. Aber irgendwo muß das Teil schließlich sein. Das Sockenmonster frißt einzig Fußbekleidung. Es haust zudem bevorzugt in Waschmaschinen, einem Ort, an dem selbst ich keine Elektrokleingeräte zu deponieren pflege. Also wo, zum Donner, ist mein Krachschlägerhilfsmittel abgeblieben? Auf Robert-Schmidt-Sound habe ich heute nämlich wirklich gar keine Lust.
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06
01
2006
Es gab verschiedene Möglichkeiten, einen Wurm zu töten. Die gängige war, ihn in Alkohol zu legen, in Wodka oder klaren Aquavit. Aus menschlicher Sicht entsprach das einem Tod im Vollrausch, also nicht die schlechteste Art des Ablebens. Die Würmer sahen das anders und zogen sich im Todeskampf zu einem harten Klumpen zusammen, wenn man sie nicht vorher entspannte. Dazu diente das Magnesiumchlorid. Die Muskeln der Tiere erschlafften, und im Folgenden konnte man mit ihnen anstellen, was man wollte.
Aufgelesen bei Frank Schätzing, in "Der Schwarm".
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05
01
2006
Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Awanak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: Eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Albträumen. (Klappentext)
Als ich bei der Bescherung am heiligen Abend mit einem Mal diesen Roman von Frank Schätzing in der Hand hielt, war meine erste Reaktion beim Lesen des Klappentextes ein innerliches Aufstöhnen: "Oh nein, nicht
noch ein Öko-Thriller!" Mein Bruder sah zudem meinen skeptischen Blick angesichts des Umfangs von knapp 1000 Seiten und machte gleich eine Bemerkung, die auf meine Haltung gegenüber derartigen Wälzern anspielte. Meine "These" ist ihm natürlich bestens bekannt. Ungeachtet einer gewissen Skepsis schlug ich den Band dennoch auf und las die erste Seite - eins meiner Rituale. Zwanzig Seiten später hatte Schätzing mich. Nach einhundert Seiten wußte ich, daß ich dieses Buch lesenswert nennen würde.
"Frank Schätzing: Der Schwarm" vollständig lesen
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04
01
2006
These: "Was ein Autor auf 300 Seiten nicht auszudrücken vermag, das gelingt ihm auch auf 600 Seiten nicht." (Eigenzitat)
Mit diesem Satz pflege ich meiner ausgeprägten Abneigung gegenüber Romanen in Schinkenformat Ausdruck zu verleihen, die sich ursprünglich auf die Lektüre von Stephen Kings "Es" gründet. Ein Wälzer desjenigen Autoren, "der sich morgens beim Pinkeln mal eben einen Roman aus dem Ärmel schüttelt", wie ein Rezensent einmal launig bemerkte. Er hatte das als Kompliment gemeint. Ich hingegen faßte es als Wertung der literarischen Qualität von King-Romanen auf: bestenfalls Klolektüre, eben. Der Ausdruck paßt jedenfalls gut zu der häufig darin verwendeten Vulgärsprache. Ich meine, fluchbeladene Haushaltsgeräte, angriffslustige Toaster, Killer-Kaninchen und bösartige Autos in Erzählungen von epischer Breite - ich bitte sie! Sollte das wirklich Ernst sein? Kann man so etwas ernst nehmen?
"Das Seitenlimit" vollständig lesen
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04
01
2006
Mit Musikzusammenstellungen, neudeutsch auch Compilations genannt, ist das so eine Sache. Bringt man divergierende Musikrichtungen und Künstler auf einem Album zusammen, können brillante Konvergenzen und sogar regelrechte Synästhesien daraus erwachsen. Wenn der Zusammenstellende mit etwas Musikverständnis sowie Gefühl bei der Sache ist und dazu noch ein Quentchen Glück hat, entsteht mitunter ein Ergebnis, das weitaus mehr ist als bloß die Summe einzelner Stücke.
Wenn man hingegen Pech hat, ist die Zusammenstellung wenig mehr als ein lieblos zusammengewürfelter Haufen zu Tode remixter Songs, angestaubter Sessionüberbleibsel oder sonstwie von den Künstlern für B- und C-Ware befundener Tracks, deren Großteil schleunigst in die nächstgelegene brennende Tonne getreten gehörte. Nur, daß respektable Ghettos hierzulande leider Gottes Mangelware sind. Und so wird das Restrohmaterial stattdessen eben schnell noch als Gratisbeilage zu Samplerbeiträgen verwurstet. "Geschnitten oder am Stück, und darf's auch ein bißchen mehr sein?", hört man den Musikmetzger fragen. Im Zweifelsfall handelt es sich bei dem "bißchen mehr" halt um ein bißchen mehr an Schrottwert.
"Dunkel war's, der Mond schien helle" vollständig lesen
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