EULA, die xte: Gesehen, gelacht, F8
28 06 2006Aus dem "Lizenzvertrag" der Linuxversion von Google Earth, Release 4 BETA(!). Einfach mal auf der Zunge zergehen lassen:
"2. DATENSCHUTZBESTIMMUNGEN
Der Schutz der Privatsphäre der Nutzer ist Google sehr wichtig. Als Bedingung für das Herunterladen und Verwenden der Software stimmen Sie den Bestimmungen der Datenschutzerklärung von Google unter http://www.google.com/privacy.html zu, die jederzeit von Google ohne Vorankündigung geändert werden kann. Von Google in Zusammenhang mit dem Einsatz der Software erfasste Daten dürfen in den USA und allen anderen Ländern, in denen Google oder einer seiner Vertreter Niederlassungen unterhält, gespeichert und weiterverwertet werden. Durch den Einsatz der Software erklären Sie sich automatisch damit einverstanden, dass solche Daten in andere Länder übertragen werden. Sie erklären sich außerdem damit einverstanden, dass Google auf die Daten Ihres Nutzerkontos zugreifen, diese speichern und offen legen darf, sollte dies im Rahmen geltender Gesetze notwendig sein oder in dem guten Glauben geschehen, dass eine solche Archivierung oder Weitergabe aus einem der folgenden Gründe notwendig ist: (a) zur Einhaltung geltender Gesetze oder Bestimmungen, im Rahmen juristischer Verfahren oder bei Anforderung durch Behörden, (b) zur Durchsetzung der hier beschriebenen Lizenzbedingungen, einschließlich der Untersuchung potenzieller Verstöße gegen die vorliegenden Bestimmungen, (c) zum Aufdecken, Verhindern oder für sonstige Aktionen in Zusammenhang mit Betrug, Sicherheitsproblemen oder technischen Problemen (einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf das Filtern von Spam) sowie (d) als Reaktion auf Support-Anfragen von Nutzern oder (e) zum Schutz der Rechte, des Eigentums und der Sicherheit von Google, dessen Nutzern und der Öffentlichkeit. Google ist für die Einhaltung bzw. Nichteinhaltung der vorliegenden Lizenzbedingungen nicht verantwortlich und übernimmt diesbezüglich keine Haftung. [...]
4. AUTOMATISCHE UPDATES
Die Software stellt von Zeit zu Zeit eine Verbindung mit Google-Servern her, um nach verfügbaren Software-Updates wie Fehlerbehebungen, Funktionsverbesserungen, fehlenden Plug-ins und neuen Versionen (zusammenfassend als "Updates" bezeichnet) zu suchen. Durch das Installieren der Software erklären Sie sich damit einverstanden, automatisch Updates anzufordern und zu empfangen. [...]
7. EINHALTUNG VON GESETZEN UND GOOGLE-RICHTLINIEN
Sie erklären sich damit einverstanden, alle geltenden Gesetze und Regelungen in Bezug auf das Herunterladen, Installieren und/oder Verwenden der Software einzuhalten. Sie werden alle zutreffenden Richtlinien einhalten, die Google zu einem beliebigen Zeitpunkt nach alleinigem Ermessen veröffentlicht. [...]"
Mein erster Gedanke war, zu kritisierende Formulierungen hervorzuheben. Dann aber würde der erste Absatz mehr oder weniger vollständig fett dargestellt werden. Zusammengefaßt und in verständliches Alltagsdeutsch übertragen verstehe ich den obigen Wortlaut in etwa dahingehend: "Google darf mit Ihren Daten machen, was es will, wenn es sie erst einmal hat." Aber ich bin kein auf Vertragsformulierungen spezialisierter Jurist. Ich gebe lediglich wieder, wie ich als potentieller Nutzer der Software einen mir vorgelegten Lizenzvertrag interpretiere, dem ich zustimmen und den ich damit vorab quasi "unterschreiben" soll, noch bevor ich die Betaversion(!) der zugehörigen Software überhaupt zu Gesicht bekommen habe. Falls ich diesbezüglich auf dem Holzweg sein sollte, ist der Wortlaut offenkundig mißverständlich. So aber liegt der jüngst in verschiedenen Medien gezogene Vergleich mit dem Datenkraken anscheinend wirklich äußerst nahe.
Ich bereue jedenfalls nicht, daß ich damals, als man von jedem noch so entfernten Bekannten gleich dutzendweise mit Einladungen zur Eröffnung eines Gmail-Accounts bombardiert wurde, stets freundlich und höflich, aber bestimmt abgelehnt habe. Die Reaktionen reichten von Unverständnis bis hin zu latenten Anfeindungen wegen paranoider Ewiggestrigkeit. Ich hingegen betrachte meine Ablehnung auch heute noch als Nachweis des Vorhandenseins eines gewissen Restverstandes, mithin als Zeichen von Vernunft.
Frage: Braucht die Welt ein Google Earth?
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