WM: Fans müssen Hosen runterlassen

08 06 2006

Morgen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Pünktlich zum Großereignis verabschiedet sich dieses Land aus Sicherheitsgründen von weiteren, als geringfügig erachteten Teilen der Persönlichkeitsrechte seiner Bürger. Zumindest, sofern es sich bei ihnen um Stadionbesucher handelt - insbesondere um weibliche.

Xorg 7 und Nvidia-Treiber

06 06 2006

Mit X.Org Release 7 haben sich die Modulpfade geändert. Dies wird im aktuellen Treiberpaket von Nvidia jedoch noch nicht berücksichtigt und führt nach der Installation beim Start des X-Servers zu dieser Fehlermeldung:

(EE) Failed to load module "nvidia" (module does not exist, 0) [...] Fatal server error: no screens found

Abhilfe schafft die explizite Angabe des Modulpfades bei der Installation der Nvidia-Treiber:

./NVIDIA-Linux-x86-1.0-8762-pkg1.run --x-module-path=/usr/lib/xorg/modules

[Update] Betroffen hiervon sind unter anderem Debian Etch (testing) und Sid (unstable).

Edgar Allan Poe: The Haunted Palace (Das Spukschloß)

01 06 2006

Edgar Allan Poe
                I

  By good angels tenanted,
Once a fair and stately palace—
  Radiant palace—reared it's head.
In the monarch Thought's dominion—
In the greenest of our valleys,
  It stood there ;
Never seraph spread a pinion
  Over fabric half so fair.

                II

Banners, yellow, glorious, golden,
  On it's roof did float and flow ;
(This—all this—was in the olden
  Time long ago).
And every gentle air that dallied
  In that sweet day,
Along the ramparts plumed and pallied
  A winged odour went away.

                III

Wanderers in that happy valley
  Through two luminous windows saw
Spirits moving musically
  To a lute's well-tunéd law,
Round about a throne, where sitting
  (Porphyrogene !)
In state his glory well befitting,
  The ruler of the realm was seen.

                IV

And all with pearl and ruby glowing
  Was the fair palace door,
Through which came, flowing, flowing, flowing,
  And sparkling evermore,
A troop of Echoes, whose sweet duty
  Was but to sing,
In voices of surpassing beauty,
  The wit and wisdom of their king.

                V

But evil things, in robes of sorrow,
  Assailed the monarch's high estate ;
(Ah, let us mourn, for never morrow
  Shall dawn upon him desolate !)
And around about his home, the glory
  That blushed and bloomed
Is but a dim-remembered story
  Of the old time entombed.

                VI

And travellers now within that valley,
  Through the red-litten windows see
Vast forms that move fantastically
  To a discordant melody ;
While, like a rapid ghastly river,
  Through the pale door,
A hideous throng rush out forever,
  And laugh—but smile no more.


[Edgar Allan Poe (from the short story "The Fall of the House of Usher")]

"Edgar Allan Poe: The Haunted Palace (Das Spukschloß)" vollständig lesen


Ubuntu 6.06 LTS veröffentlicht

01 06 2006

Ubuntu LinuxPünktlich zum avisierten Termin ist heute die Version 6.06 der laut Distrowatch derzeit beliebtesten Linux-Distribution Ubuntu freigegeben worden. Sie trägt den Codenamen "Dapper Drake" ("schmucker Erpel") und erscheint erstmals mit Langzeitunterstützung (LTS, Long Term Support). Das bedeutet, es werden für die verschiedenen Desktop-Varianten drei und für die Server-Variante sogar fünf Jahre lang Sicherheits-Updates bereitgestellt werden. In Verbindung mit dem wirklich einfach zu bedienenden Installer, zugesicherter Stabilität und der vergleichsweise hohen Aktualität der Software ist dies ein wichtiges Entscheidungskriterium für einen Einsatz auf dem Server. So steht zum Beispiel unter anderem eine zertifizierte LAMP-Umgebung mit Apache 2.0.22, MySQL 5 und PHP 5.1.2 zur Verfügung.

Was mich betrifft, warte ich inzwischen ein In-House-Repository mit einer dreistelligen Anzahl von Paketen mit Backports, Patches, Aktualisierungen und der gelegentlichen Paketierung unfreier Software, die in der stabilen Version von Debian nicht enthalten sind. Der dafür notwendige Arbeitsaufwand übersteigt trotz des recht hohen Automatisierungsgrades mittlerweise ein vertretbares Maß, so daß ich jeder Debian-basierenden Distribution, die mir zumindest eine höhere Software-Aktualität bieten kann, sehr aufgeschlossen gegenüberstehe.

Ein weiteres Entscheidungskriterium ist der für Ubuntu zugesicherte Langzeit-Support. Denn erfahrungsgemäß kann es im Unternehmensbereich durchaus vorkommen, daß ein einmal installiertes, stabil laufendes System für länger als drei Jahre in Betrieb bleibt. Die in diesem Fall gültigen Prämissen lauten KISS (Keep It Strictly Simple), besonders in zeitkritischen Bereichen "It should just work™" und nicht zuletzt "Never change a running system".
Andererseits stellen Software-Entwickler aus durchaus nachvollziehbaren Gründen hohe Anforderungen an die Aktualität ihrer Arbeitsumgebungen. Im zweiten und dritten Schritt schlagen diese Anfordernisse auch auf die Qualitätssicherungs- und Produktivumgebungen durch, so daß man bei der Integration von Lösungen in der Praxis den Spagat zwischen langfristig stabil laufenden und, parallel dazu, möglichst aktuellen Umgebungen bewältigen muß. Natürlich möchte man für diese sich nicht zwangsläufig gegenseitig ausschließenden Bedürfnisse keine unterschiedlichen Distributionen einsetzen müssen.

Eine Distribution, die zwar hochstabil läuft und sich völlig reibungslos im laufenden Betrieb auf eine neue Version aktualisieren läßt, aber wie anhand des Beispiels von Debian Veröffentlichungszeiträume von zwei und drei Jahren aufweist, ist für diese Praxis eher hinderlich. Selbst anderthalb Jahre, der derzeit angepeilte Zeitpunkt für die Veröffentlichung der nächsten Version Debian Etch, haben sich angesichts der rasanten Weiterentwicklungen in einigen Bereichen als viel zu lange herausgestellt. Derzeit gerät eine Distribution im Bereich meines Tätigkeitsfeldes bereits nach einem knappen Dreivierteljahr ins Hintertreffen. Ab diesem Zeitpunkt wird eine stetig zunehmende Zahl von Kernel-Aktualisierungen, Backports und eigenen Patches notwendig, um mit den voranschreitenden Entwicklungen Schritt halten zu können. Hier könnte Ubuntu mit seinen festgelegten, halbjährlichen Veröffentlichungszyklen eine deutliche Verbesserung und Arbeitserleichterung darstellen.

Seit dem Aufkommen von Ubuntu im Oktober 2004 verfolgte ich die Entwicklung der Distribution in zunächst loser, später in kürzerer Folge und mit größerer Aufmerksamkeit. Anfangs äußerst skeptisch, haben mich der Erfolg und nicht zuletzt die jüngsten Zertifizierungen inzwischen überzeugt. (Im Produktivbereich verhalte ich mich sehr konservativ, was den Wechsel von Distributionen und die Veränderung bewährter Verfahren angeht.) Mit der Veröffentlichung von Dapper Drake werden nun in-house erste Testinstallationen auf unserer Hardware - hier vor allem auf SuperMicro-Servern und IBM BladeCentern - durchgeführt werden. Ob sich Ubuntu in diesem Umfeld bewähren kann, wird sich herausstellen.

Pressemeldungen zum Release:

Ubuntu: New Ubuntu Release Available for Desktops and Servers, with Long Term, Global Support
Golem: Dapper Drake: Ubuntu 6.06 ist da
heise online: Linux-Distribution Ubuntu 6.06 LTS (Dapper Drake) ist fertig
Pro Linux: Ubuntu 6.06 LTS freigegeben