Sternstraße, Bonn

06 08 2006

Sternstraße, Blick Richtung Marktplatz, Bonn

Kupferengel

05 08 2006

Grabverzierung, Alter Friedhof, BonnAus diesem Motiv ließ sich beim ersten Ansatz nicht mehr herausholen. Der kameraeigene Blitz hellt in der nächsthöheren Einstellung zu sehr auf, und ohne einen unterhalb plazierten Reflektor war der Schlagschatten an der Oberkante nicht einmal ansatzweise abzumildern. Etwas diffuseres Licht, bedeckter Himmel also, könnte dabei vielleicht noch etwas helfen. Ohne weitere Hilfsmittel und nur mit der Kamera allein ist aber nicht sehr viel zu machen, fürchte ich.

Sinnfreie SMS

04 08 2006

"Guten Tag Herr N., herzlich Willkommen beim PACKSTATION Service der Deutschen Post AG. Vielen Dank für ihre Anmeldung. PACKSTATION
Absender: PACKSTATION"

Eine abenteuerliche Interpunktion, gleich im ersten Satz. Von Kommata und Bindestrichen scheint man bei der Deutschen Post offenbar nicht allzuviel zu halten. Deshalb geht man vorsichtshalber sparsam damit um. Dafür soll einem der Name der Dienstleistung anscheinend mit dem Vorschlaghammer eingebläut werden. Bei mir hat das allerdings den gegenteiligen Effekt. Ich schätze es nicht sonderlich, in Schriftnachrichten ANGESCHRIEN zu werden, und das gleich dreimal nacheinander. Ich bin schließlich nicht taub.

Davon abgesehen ist der Inhalt dieser SMS vollkommen sinnfrei. Erstens weiß ich noch, daß ich mich soeben als Nutzer angemeldet habe. Denn soweit reicht mein Kurzzeitgedächtnis. Viel interessanter ist dagegen der Umstand, daß ich dafür ein Formular ausfüllen durfte, das man aus Datenschutzgründen eigentlich hätte boykottieren müssen. Denn was geht die Betreiber eines Paketdienstes das Geburtsdatum, die Festnetz-, die Mobilrufnummer und die Emailadresse eines neuen Kunden an? Für die Erbringung der Dienstleistung an sich ist die Erhebung dieser Daten absolut unnötig. Dennoch werden sie als Pflichtfelder im Formular gekennzeichnet.

Sinnlos ist die SMS aber vor allem deshalb, weil die eigentlichen Nutzungsdaten zweitens sowieso zugesandt werden. Per Post. Als Einschreiben, genauer gesagt. Also persönlich in Empfang zu nehmen und durch Unterschrift zu quittieren. Demnach nützt diese informationsfreie Nachricht allerhöchstens einem etwas: dem Mobilfunk-Netzbetreiber.

Nichtgeher

03 08 2006

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, kann mitunter viel erleben. Allein mit den nonchalanten Späßen, die die Deutsche Bahn mit ihren Kunden Fahrgästen treibt, ließe sich mühelos das Anekdotenkapitel meiner Memoiren füllen. So quasi aus der Sicht eines Betroffenen. Dabei habe ich noch mindestens das halbe Leben vor mir. Hoffe ich, zumindest.
Allerdings kann ich einschränkend nur von Strecken zwischen 300 und 500 Kilometern Länge berichten. Die fahre ich dafür des öfteren. Mag sein, daß die Domäne der Deutschen Bahn eher auf den Verbindungen Köln-Bonn, Frankfurt-Mainz oder München-Los Angeles angesiedelt ist. Vielleicht verrotten die Handbücher für die Umsetzung von Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und gutem Service auch in einem vergessenen Frachtgutcontainer auf dem rostigen Abstellgleis des Güterbahnhofs von Hintertupfingen. Servicetechnisch betrachtet zieht man an bundesbahndeutschen Fahrkartenautomaten jedenfalls des öfteren anstelle einer Fahr- die Arschkarte. Keine einzige, ich betone, keine einzige Fahrt verlief bislang ohne Zwischenfälle.
Organisatorisch betrachtet, aus Kundensicht, gleicht das Unternehmen wahlweise entweder einer Bananenrepublik, einem Entwicklungsland oder einem Verwaltungsapparat, bei dem der eine nicht weiß, wo vorn und der anderen, wo hinten ist. Ganz zu schweigen von deren Händen: Sie wissen nicht, was sie tun. Oder was ihre Kunden wünschen und brauchen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Sie soll später einmal erzählt werden.

Nun zu etwas völlig anderem: dem Bahnhof. Eigentlich ist es äußerst schade, daß das Fotografieren wegen des Hausrechts der Bahn dort prinzipiell erst einmal verboten ist. Denn bereits nach nur drei Minuten Aufenthalt am Gleis lassen sich mühelos viele Motive und etliche Nichtgeher in der Gruppe der mitwartenden Fahrgäste aufspüren.

Frauen

• Rosa Strähnchen in langem, aschblondem Haar auf rosa T-Shirt: Ab einer zweistelligen Alterszahl ein absolutes No-go! Danach ist Rosa, spätestens ab einer voranstehenden Drei, bloß noch albern. Es ist die Kinder-, Kleinmädchen- und Weibchenfarbe. Aber vielleicht plaziert frau sich ja ganz bewußt in diese Ecke. Doch dann mal ehrlich: rosa und aschblond, also grau..?
• Gleichfarbige, leuchtend neon-orange Jacke & Stiefel zu kackerdbraunem Shirt und Hose: Sollen die Umstehenden etwa Augenbluten kriegen und daran qualvoll erblinden? Zumutung.
• Frage: Was ist übler als ungewaschene, verfilzte Dreadlocks? Richtig, ungewaschene, verfilzte, vollkommen vergeigte Dreadlocks. Tip: Demi Moore in "Die Akte Jane" hatte auch eine tolle FigFrisur.
• Und der absolute Höhepunkt der Nichtgeher: Weißes, strassbesetztes Gürtelchen auf blauer Jeans. Das ist schon so geschmacklos, daß einem nichtmal mehr übel davon wird. (Strass wird übrigens nicht automatisch dadurch aufgewertet, daß man stattdessen "Swarovski-Steinchen" sagt. Es ist und bleibt billiges Glas.)

Bitte, bitte, mit demonstrativem Kniefall und Zückerchen darauf: Wenn ihr euch schon zu Hingucker-Püppchen aufbrezeln müßt, dann lest doch vorher zumindest ein paar Modezeitschriften. Wie die Vogue. Ok? Guckt euch wenigstens die Bilder an! Ihr müßt euch kein Beispiel daran nehmen (aber vielleicht färben sie ja auf Dauer etwas ab).

Männer

• Weiße Söckchen in Sandalen. Vielleicht noch Krachlederne und einen Schnulli dazu, Knabe? Ehrlich, das sieht so meschugge aus, daß man auch gleich vor versammelter Mannschaft den Ententanz aufführen könnte.
• Feinripp-Unterhemd anstelle von T-Shirt, Polo-Shirt oder Oberhemd. Egal, welches Alter, welcher Körperbau und welche Besuchshäufigkeit in der örtlichen Muckibude und dem Asi-Toaster: Das geht absolut nicht.
• Und die Krönung des guten Geschmacks und des männlichen Modeempfindens: ganz ohne. Am Oberkörper, meine ich. Kommt vor allem gut, wenn man ein Biergeschwür vor sich herschiebt, das schon nach einer Schubkarre schreit und sämtliche Zeichen alternden, überdehnten Bindegewebes aufweist. Herrgottnochmal, rasiert euch wenigstens die Brust! Piercet euch die Nippel und hängt ein Klavier dran! Auch wenn das nichts hülfe, es bewiese zumindest ein wenig guten Willen.
Für eines taugt der Anblick allerdings: er ist sehr diätenunterstützend. Jedenfalls bin ich danach auf Stunden satt bzw. höchst intensiv damit beschäftigt, mir nicht meine letzte Mahlzeit noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Falls sich nun jemand daran stößt, daß die Liste für Männer kürzer ist als die für Frauen: Männer haben dafür eine Entschuldigung. Sie besitzen ein geschlechtsbedingtes Handicap. Ihnen fehlt prinzipiell das Gen für die Fähigkeit, sich ästhetisch, elegant und modisch zu kleiden. Falls man also ausnahmsweise doch einem gutgekleideten Mann begegnen sollte, hat die Klamotten seine Frau ausgesucht.

Frauen

• Sich so massiv mit Billigparfum eindieseln, daß die intime Distanz der Betreffenden von allen Umstehenden als ein undurchdringlicher Kreis mit einem Radius von viereinhalb Metern wahrgenommen wird.

Männer

• Durch demonstrative Abwesenheit von Körperhygiene und Deo bewirken, daß die intime Distanz des Betreffenden als ein undurchdringlicher Dunstkreis mit einem Radius von viereinhalb Metern wahrgenommen wird.

Beide

• Sich mit dem Partner händehaltend auf Augendistanz zu unterhalten, ohne dabei die Stöpsel des MP3-Players aus den Ohren zu nehmen. Das ist ja wohl der Gipfel an Unhöflichkeit, Unaufmerksamkeit, Gleichgültigkeit und Ignoranz dem Gesprächspartner gegenüber gleichermaßen!!!1!elf!
Also ehrlich, wenn meine Partnerin das mir gegenüber fertigbrächte, würde ich ihr sofort den Stecker ziehen. Aus dem MP3-Player, natürlich, was hattet ihr denn gedacht? (Und nein, diese Schnöselfirma namens Apfel besitzt kein Herstellungsmonopol auf derartige Kleingeräte. Sie stellt bloß eine völlig überteuerte, qualitativ fragwürdige Variante davon her. Derzeit kaufen sie alle die Leute, die Werbehörigkeit und Herdentrieb mit Modegeschmack und Zeitgeist verwechseln.)

Von weiteren Beobachtungen nach zehn Minuten Aufenthalt ganz zu schweigen...

Sonnentage

01 08 2006

Bonn, SternstraßeBonn, MünsterplatzDa sich der Himmel zunehmend bewölkt und die Luft stark nach Regen riecht, hier noch schnell zwei Bilder zur Erinnerung daran, wie die Stadt in strahlendem Sonnenschein aussieht.

Gute Nacht

01 08 2006

Grabsteinkopf, Alter Friedhof, BonnAllmählich fängt die Knipserei an, Spaß zu machen, auch wenn dieses Foto wieder einmal technisch unvollkommen ist. Eine größere Brennweite und eine etwas nach rechts abgekippte Kamera hätten dem Motiv gutgetan. Sie befand sich in der Waage; der Grabstein ist es, der schiefsteht. Die Farben sind flau, und das Bild ist viel zu hell. Bei kürzerer Belichtung gingen aber zuviele Details der Figur verloren. Der Stein steht unter einem dichten Laubdach, und der Himmel war zusätzlich durch ein heranziehendes Gewitter bedeckt. An sich schreit das Bild sowieso nach einer Umsetzung in Schwarzweiß. Und ja, ich weiß, daß es überschärft ist. EBV ist noch ein Thema für sich. Better luck next day. So, und nun tu ich es dem Kleinen nach und gehe schlafen.