Alle Jahre wieder kommt der Tag, an dem ich mich etwas gründlicher als gewöhnlich
im Teletubby- Teleworker-Büro in der heimischen Werkstätte umsehe. Dabei beschleicht mich meist das Gefühl, in einen subtropischen Lianenwald aus fliegend verlegten
Cat5- und Kaltgerätekabeln geraten zu sein. Im Stillen denke ich dann bei mir: "Hier muß mal dringend
aufgeräumt Hardware aktualisiert werden."
Einerseits bin ich ein überzeugter Langzeitverwender technisch einwandfrei funktionierender Geräte. Bei mir fristen diverse Maschinen ein elektronisches Gnadenbrot, die andernorts in tadelnswerter Schnellebigkeit als antiquiert abgestempelt und anschließend quasi mit Licht- oder
anderen Geschwindigkeiten entsorgt wurden. Die beiden
Amiga 2000 mit M
68030-Turbokarten,
Flickerfixern und in mühevoller Handarbeit gelöteten
ZIP-RAM-Erweiterungen bereichern allein schon aus nostalgischen Gründen meine Historiensammlung.
Wii?
Spielkonsolen? Pah!
Das waren Spielkonsolen! Und von dem Panasonic EASA-PHONE KX-T1451, einem mit
Kompaktkassetten(!) sowohl für die Ansage als auch für die Aufzeichnung betriebenen Anrufbeantworter werde ich mich erst dann trennen, wenn mein
Tapedeck seinen Geist aufgibt oder die Welt endgültig auf
VOIP umsteigt. Was in Zeiten zunehmenden Preisverfalls für Telefonie-Flatrates sicher noch eine Weile dauern dürfte.
Andererseits gibt es auch Grenzen. Zum Beispiel die der ewig zu eng gesteckten Festplattenkapazität. Dann diejenige des hohen Stromverbrauchs von Altgeräten. Aus finanzökonomischer Sicht mag der Weiterbetrieb eines Pentium-I- oder Pentium-II-Servers in den heimischen vier Wänden vielleicht gerade noch vertretbar sein. Aus Gründen des Umweltschutzes und einer langfristigen Energieeinsparung ist er das sicher nicht mehr. Heutzutage gibt es Kleingeräte und Appliances, die praktisch die gleiche Leistung bei deutlich reduziertem Verbrauch liefern. Berücksichtigt man dann noch Vorteile wie eine eventuelle Lärmreduktion (bei den lüfterlosen Geräten) sowie den
Geek- und
WA-Faktor, gelangt man irgendwann unweigerlich zu dem Schluß: Etwas neues muß her.
Angesichts
solcher und
solcher Meldungen notorisch merkbefreiter Sinnlosigkeiten ist eine weitere Grenze auch diejenige der Toleranz von zu lasch gehandhabter lokaler Sicherheit. Sozusagen der "Schnauze-voll-Faktor". Wenn die Politik Gesetze zum Schutz der Privatsphäre und der
informationellen Selbstbestimmung ihrer unbescholtenen, mündigen Bürger systematisch abrüstet, dann müssen diese ihren Selbstschutz eben sinnvoll aufrüsten, bis der Status Quo vom Ende des vorigen Jahrhunderts wenigstens annähernd wiederhergestellt ist. Kauft vernünftige Firewalls! Verschlüsselt E-Mails! Gebt keine Personendaten unnötig preis! Mein PGP-Key befindet sich übrigens
hier. Entsprechende Mail ist willkommen.
Da die nötige Sensibilisierung hierzu jedoch
anderweitig stattfindet, trage ich an dieser Stelle nicht noch Eulen nach Athen.