Der Monatsrundbrief

04 02 2007

Auch wenn es lange her ist, den Monatsrundbrief gibt es noch. Momentan schreibe ich an der ersten Version für dieses Jahr. Durch die inzwischen aufgetretene Pause wird sie naturgemäß etwas länger ausfallen als gewöhnlich. Damit das Ding trotzdem in absehbarer Zeit aus der Tür kommt, werde ich die zweite Hälfte des vergangenen Jahres in kompakter Form abhandeln. Die meisten Ereignisse liegen jetzt ohnehin lange genug zurück, um nicht mehr als Neuigkeiten gelten zu dürfen.
Alle Empfängerinnen und Empfänger, die bisher auf der Liste standen, erhalten den Rundbrief wie gehabt. Für die kommende Ausgabe sind sogar einige neue hinzugekommen; vielen Dank für das Interesse, und von dieser Stelle vorab schon einmal Grüße an alle.

Rezeptionsthematik

03 02 2007

Muß man sich eigentlich Sorgen um sein Wernicke-Zentrum machen, wenn in einem Dialog Begriffe wie "Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbier", "kompakter Charakter" und "Frustschutz-Pärchenbärchen" fallen?

Kakapo

03 02 2007

Der "Artikel des Tages" in der deutschen Wikipedia ist heute übrigens der über den Kakapo. Abgesehen von dem knuffigen Namen (wer möchte im Alltag schon schnöde "Strigops habroptilus" genannt werden?) erfüllt ein nach Blumen, Honig und Bienenwachs duftender Eulenpapagei mehrere Kriterien gleichzeitig, die ihn zum Haustier geradezu prädestinieren. Jedenfalls will ich jetzt auch so einen! Er kann im Badezimmer leben. Dann kann man sich bei einer Thronsitzung mit ihm unterhalten, während des Duschens zusammen fröhliche Lieder pfeifen, und diese neumodischen, gräßlich stinkenden Lufterfrischer spart man dabei auch noch. Wegfliegen kann das Vieh ja eh nicht.

Dieser Beitrag wurde gesponsort von Makaba™, dem Kakao für ernste Zeiten.

Mobiltelefonitis

03 02 2007

Überhaupt, diese Rumfunkerei allerorten. In der Stadt trifft man fast nur noch Menschen, denen die rechte Hand am Ohr festgewachsen ist. Die ein laufendes (und laufend geführtes) Gespräch nicht einmal mehr beim Betreten eines Geschäftes, zum Bezahlen an der Kasse oder beim Besteigen eines Busses oder der Bahn unterbrechen. Dieses selbstauferlegte Handicap führt dabei zwangsläufig zu einer äußerst befremdlichen Motorik. Falls man als Unbeteiligter nicht rüde angerempelt wird - selbstredend ohne nachfolgende Entschuldigung, denn man telefoniert ja, was allemal wichtiger ist als das, was um einen herum abläuft - kommt man sich dabei inzwischen fast schon vor wie einer der beiden Überlebenden in Dawn of the Dead.

Ein schlagfertiger Mensch hat einmal die Frage in den Raum gestellt, ob man seine Kommunikationsnotdurft unbedingt in aller Öffentlichkeit verrichten müsse. Wer schon einmal derart unauffschiebbare, dringende Gespräche wie "Schatzi, wo bist du gerade? Isch bin dann auch in fümpf Minuten zuhause!!!" mitverfolgt hat, wird geneigt sein, ihm zuzustimmen.
Im vergangenen Jahr wurde ich im ICE von Bonn nach Frankfurt einmal über zwei Stunden lang Zeuge einer Beziehungskrise, an der das gesamte Großraumabteil Anteil hatte. Bei dem Telefonator handelte es sich um einen Businesstyp von etwa Mitte dreißig. Nach ungefähr einer halben Stunde murmelte ich aufgrund des deutlich wahrnehmbaren, abwechselnden Tobens und Flehens auf der anderen und der betont einsilbigen Reaktionen auf dieser Seite der Leitung: "Mädel, gib's endlich auf, das hat doch keinen Zweck ..." Meine Platznachbarin grinste daraufhin bloß und meinte trocken: "Och, das geht schon seit Dortmund so!"

Ich möchte noch einen Schritt weitergehen und behaupten, daß die grassierende Mobiltelefonitis starke Anzeichen von Entfremdung und von Suchtcharakteren trägt. Wenn die ständige Erreichbarkeit und die Fernkommunikation mit einem körperlosen Gesprächspartner wichtiger wird als die mit einem direkten Gegenüber, führt das nicht zwangsläufig zur Isolation des Einzelnen und zu einer Verarmung unmittelbarer sozialer Kontakte? Zwei Jahrzehnte zuvor konnte man in öffentlichen Verkehrsmitteln noch Menschen beobachten, die sich miteinander unterhielten, selbst wenn sie sich völlig fremd waren. Weil ihnen schlicht nichts anderes übrigblieb. Heute ist das zu einer absoluten Seltenheit geworden - die meisten Teilnehmer ziehen das Mobiltelefon aus der Tasche, kaum daß sie Platz genommen haben. Falls sie nicht ohnehin bereits durch MP3-Player-Ohrstöpsel und entsprechende Beschallung von ihrer Umgebung abgeschnitten waren oder schon beim Einsteigen telefonierten. Manchmal sind mir öffentliche Verkehrsmittel deshalb nachgerade unheimlich: Lauter Leute, die stier ins Leere starren und denen weiße Schläuche aus den Ohren wachsen.

Ohne Technikfeindlichkeit propagieren (wer mich kennt, weiß, daß das genaue Gegenteil der Fall ist) oder die Behauptung aufstellen zu wollen, daß früher ja alles soviel besser gewesen sei, sind meines Erachtens folgende Dinge besonders unhöflich, von absoluten Notfällen einmal abgesehen:

• Telefonieren bzw. Musikhören - vor allem lautstarkes - in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Restaurants
• Fortführen eines Gesprächs beim Besteigen von Transportmitteln
• Telefonieren bzw. Musikhören an der Kasse oder am Schalter, während man bedient wird
• Telefonieren bzw. Musikhören, während man mit einem unmittelbaren Gesprächspartner kommuniziert

Um dem Argument, daß man im Geschäftsleben nun mal ständig telefonisch erreichbar sein müsse, die Spitze zu nehmen, nein, dem ist definitiv nicht so. Das dürfte allerhöchstens bei wenigen, hochbezahlten Managerpositionen der Fall sein. Bei allen übrigen Menschen handelt es sich dabei um schlichte Einbildung beziehungsweise selbstauferlegte Zwänge. Die Kommunikation via SMS zum Beispiel ist in vielen Fällen ebenfalls möglich, weitaus weniger aufdringlich, ebenso direkt und darüberhinaus oft auch noch wesentlich eindeutiger. Außerdem existieren eine Reihe alternativer Kommunikationskanäle, wie beispielsweise Email undsoweiter.

WLAN saugt

03 02 2007

Gern gebe ich es zu: Ich neige zu altmodischen Ansichten. Zum Beispiel zu der, daß ein solides, geschirmtes Kabel allemal eine stabilere und sichere Verbindung gewährleistet als jede noch so aufgebohrte, das neueste "Jetzt-mit-noch-mehr-Datendurchsatz!"-Draft implementierende Funk-Hardware. WLAN saugt, und das aus allen Rohren. Nicht nur die Sicherheitsimplikationen, die man sich damit einhandelt, sondern auch auf demselben Kanal oder dicht beieinanderliegenden Kanälen sendende Nachbarn, Treiberprobleme und Konfigurationshürden tun ein übriges, für kräftigen Spaß an der Sache zu sorgen.

Hat man einen Access-Point und WLAN-Karten gefunden, die den aktuellen Verschlüsselungsstandard beherrschen (was bei Neuanschaffung zugegebermaßen inzwischen die Regel sein dürfte), sieht man sich gleich darauf mit allen übrigen der eben aufgezählten Hindernisse konfrontiert. Natürlich allesamt gleichzeitig. Auch wenn ich als langjähriger Systemtechniker und -administrator mit der Lösung solcher Probleme in der alltäglichen Praxis inzwischen mehr als vertraut bin, liebe ich sie deswegen nicht unbedingt. Nachdem man seiner individuellen Spiel- und Frickelphase entwachsen ist, stellt man zwangsläufig gewisse Ansprüche an Produkte und an die zugrundeliegende Technik.

Manchmal möchte man auch als Fachmensch (Medienjargon: "Experte"), daß eine Sache einfach funktioniert. Turnkey-Applications, "Auspacken, starten, läuft" und "It should just work!™" sind hier die Stichworte. Ein Hardware-Hersteller stellt beispielsweise Windows-Treiber zur Verfügung, deren Versionen beinahe schneller wechseln als ich meine Unterwäsche, ohne daß sich das in irgendeiner anderen Namensgebung der Download-Archive niederschlägt. Einzige Unterscheidungsmöglichkeit vor der Installation sind deren Größe bzw. ein selbst durchgeführter Prüfsummen-Vergleich. Es gibt zwar Linux-Treiber (immerhin etwas!), die allerdings werden schon seit über einem Jahr nicht mehr weiterentwickelt, befinden sich deshalb noch im Betastadium und gelten zudem als instabil. Das KO-Kriterium schlechthin ist dabei allerdings, daß sie nur ein Verschlüsselungsverfahren unterstützen, das inzwischen als leicht knackbar und deshalb als hochgradig unsicher gilt. Undsoweiter.

Also muß ein Wrapper her, ein Stück Software, das den Nutzer in die Lage versetzt, die proprietären, aktuellen Windows-Treiber auch unter Linux einsetzen zu können. Prinzipiell ist das eigentlich gar keine so schlechte Idee. Vor allem für den Hersteller hat es den Vorteil, daß er sich jetzt nur noch auf die Entwicklung eines einzigen Treibers für die verschiedenene Windows-Varianten konzentrieren muß.
Die Nachteile, die man sich als Nutzer dadurch jedoch einhandelt sind unter anderem die, daß sich dadurch die Komplexität des Zusammenspiels der einzelnen Software-Komponenten unweigerlich erhöht. Nun müssen die Versionen und Konfigurationen des Linux-Kernels, des Wrappers, der Verwaltungstools, des jeweiligen Windows-Treibers und der Gegenstelle sorgfältig aufeinander abgestimmt werden, damit überhaupt eine Verbindung zustande kommt. Dabei treten dann Probleme auf wie das, daß zwei aufeinanderfolgende Versionen des Wrappers zwar tadellos funktionieren, die nächsten beiden dafür aber gar nicht.
Nicht zuletzt ist der gravierendste Nachteil, der sich aus dem Vorhandensein und der Funktionsfähigkeit des Wrappers für den Benutzer ergibt der, daß er den Druck vom Hersteller nimmt, seinen Kunden überhaupt aktuelle und funktionierende Linux-Treiber zur Verfügung stellen zu müssen.

Bei einem ausschließlich per WLAN ans Netz angebundenen Client ist der Ausfall des Wrappers gleichbedeutend mit einer gekappten Leitung. Hat man nicht sorgfältig geplant und entsprechend vorgesorgt, kann man dadurch weder nach Informationen zur Problembehebung suchen noch etwaige lauffähige Software-Archive herunterladen. Man steht dann aus der Perspektive des Clients vor einem kompletten Netzausfall - und damit vor einem gravierenden Problem. Verschärft wird das ganze dadurch, daß möglicherweise gar keine kabelgebundene Infrastruktur (mehr) existiert, auf die man als Fallback zurückgreifen könnte. Von einem "It should just work!™" ist das dann jedenfalls ziemlich weit entfernt.

WLAN saugt. Und deshalb liegt hier vorsichtshalber eine 20-Meter-Rolle CAT5-Kabel bereit. Nur für den Fall der Fälle.

Infrastrukturaufbau

03 02 2007

• Netzplanung durchgeführt
• Anbindung zum Provider beauftragt und durchführen lassen
• Stromversorgung sichergestellt
• Firewall beschafft
• WLAN-Karten beschafft
• Firewall konfiguriert
• Client-Konfiguration samt WLAN-Netzanbindung durchgeführt
• Server-Konfiguration und -Netzanbindung durchgeführt
• Dokumentation abgeschlossen

Damit steht die Netzinfrastruktur, und wir sind wieder handlungsfähig. Bis zum nächsten Update, der nächsten Änderung oder der nächsten Katastrophe. g