Sil53r Surf3r ist virtuell umgezogen

25 03 2007

Umzüge verursachen Staub und Dreck, Chaos und Durcheinander. Mindestens ein Karton geht auf dem Weg von hie nach dort grundsätzlich verloren, und irgendetwas geht dabei immer zu Bruch. Man findet in den Ecken und hinterm Sofa lang verschwundene Dinge, die man längst vergessen glaubte - und von denen man einige ganz bestimmt nicht wiederfinden wollte. Deshalb schätze ich Umzüge nicht besonders. Ich bin jedesmal froh, wenn ich wieder einen davon hinter mir habe.

Diesmal war der Umzug virtuell und verlief anscheinend glimpflich. Wenn man bedenkt, daß ich die von mir verwendete Version der Weblog-Software an einigen Stellen angefaßt und auch einige Plugins gepatcht hatte, ist es erfreulich zu sehen, daß das Blog auch nach dem Umzug und anschließenden, diversen Updates prinzipiell noch läuft. An einigen Stellen verlaufen Links jetzt ins Leere, und das Kommentar-Plugin in der Seitenleiste läßt diese etwas breiter ausfallen als bei der alten Version. Noch habe ich nicht herausgefunden, woran das liegt; die Stylesheets beider Versionen sind identisch. Abgesehen von solchen Kollateralschäden sieht aber alles noch so genauso aus wie vorher. Das heißt, auch einige der total veralteten Links unter den Buttons sind nach wie vor kaputt, und generell müßte hier mal kräftig entstaubt und aufgeräumt werden. Das lasse ich aber als späteres ToDo auf meiner Liste stehen.

Serendipity ist über mehrere Versionen hinweg auf die aktuelle stabile Version hochgezogen worden, was inklusive der Datenbank-Updates reibungslos funktioniert hat. Kudos einmal mehr an das S9y-Team! Und dank eines hervorragenden Artikels von Kristian Köhntopp über MySQL Zeichensatz-Grundlagen sind die Datenbankinhalte von einem MySQL 3.23.58 Server und Latin1-Collation problemlos auf einen MySQL 5 Server mit UTF8-Collation gewechselt. Problemlos jedenfalls, wenn man davon absieht, daß mein Provider keinen Komplett-Export der Datenbank erlaubt und ich sie deshalb tabellenweise übertragen mußte. Ohne Isotopps Grundlagenartikel hätte ich das wohl kaum auf Anhieb geschafft. Vielen Dank, Kris!

And now for something completely different.

Linux: Kernel 2.6.20.4 und ndiswrapper 1.39

24 03 2007

Seit einigen Stunden läuft auf meiner Debian-Etch-Workstation der gestern veröffentlichte Kernel 2.6.20.4 mit NdisWrapper 1.39 und dem FRITZ!WLAN USB Stick Treiber von AVM für Windows 2000, XP und Vista. Details zu den mit NdisWrapper funktionierenden Setups finden sich im NdisWrapper-Wiki im Abschnitt "1.2 A" unter "66. Card: AVM FRITZ!WLAN USB Stick".

Eigentlich hasse ich dieses Gemurkse und würde viel lieber einen nativen Linux-Treiber einsetzen. Noch sehr viel lieber würde ich gleich ganz auf das gesamte WLAN-Geraffel verzichten. Aber das hieße, dicke Löcher in frischrenovierte Wände bohren und mindestens acht CAT5-Dosen einsetzen zu müssen - und das nur für die nötigsten zwei Strecken bis zum Maschinenraum. Das Kellergewölbe kann man gleich ganz vergessen. Jedenfalls begrabe ich einen Router nicht unter Tonnen von Beton und Armierungsstahl, um ihn dann mit Maximalleistung bis unters Dach und die Clients von dort aus zurückfunken zu lassen.

Was mir ein ewiges Rätsel bleiben wird ist die Frage, weshalb man heutzutage bei der Verkabelung von Neubauten immer noch nicht mitdenkt und etwaige zukünftige Entwicklungen von vorneherein berücksichtigt. Technisch betrachtet wäre es ohne weiteres möglich gewesen, für kleines Geld an zentraler Stelle ein Leerrohr mit ausreichender Kapazität einzuziehen. Stattdessen befinden sich ein einziger Telefonanschluß an so ziemlich der ungünstigsten Stelle im Flur und Kabel-TV-Anschlüsse in lediglich der Hälfte der Räume, in denen sie Sinn ergeben würden. Falls ich stattdessen Sat-TV wünschte, müßte ich erst kostspielig ein Kabel von der - bereits vorhandenen - Schüssel auf dem Hausdach in die Wohnung hinein legen lassen. Für Triple-Play und IPTV wird man irgendwann einmal die Wände aufstemmen müssen. Wie gesagt, diese fehlende Vorausplanung begreife ich nicht.

Virale Kampagne: Illegale Niedlichkeitsstrahlen

24 03 2007

Hallo, ich heiße Kit!Unter Verweis auf Pro-Linux macht Isotopp auf den illegalen Einsatz nicht Felis catus affiner Niedlichkeitsstrahlen durch das Mozilla Development Center aufmerksam. Diese hinterlistigen Webentwickler wollen doch glatt erreichen, daß wir ihr Feuerfüchschen in unsere Herzen schließen, auf proprietären Müll verzichten offene Standards setzen und damit das Web als Wildbahn und Lebensraum für freilebende Feuerfüchse langfristig erhalten. Umweltschützer und Nachhaltigkeitsexperten wird das MDC zweifellos auf seiner Seite haben, und auch der WAF dürfte nicht zu gering ausfallen. Im Vergleich zu dem todlangweiligen Design des Internet Exploders liegen die Mozillanten damit eine klare Fuchsnasenlänge in Führung.

Dosenfleisch und Preßwurst

22 03 2007

Beides kann ich überhaupt nicht ab. Spam ist für mich ein Beispiel par excellence für etwas, das man einem Tier nicht antun sollte. Nicht einmal einem toten. Ich muß bei der Erwähnung dieses Wortes immer an das klassische Zitat von René Goscinny denken: "In Pfefferminzsoße! Asterix - das arme Schwein!" Wobei ich der Aversion der Franzosen gegenüber der britischen Küche unverhohlenes Unverständnis entgegenbringe, denn Steak-and-Kidney-Pie hat mir bisher immer ganz hervorragend gemundet. In eine enge Dose gepreßt zu werden ist jedoch eine Schweinerei, die selbst eines Schweines unwürdig ist. Und weil dem so ist, wandert sämtliches Dörr- und Dosenfleisch, daß mir von amerikanischer, russischer und koreanischer Site ("In China essen sie Hunde" ist übrigens ein ausgezeichneter und sehr kurzweiliger Film) auf den Schreibtisch gekippt wird, nicht mehr nur unbesehen in die Rundablage. Sondern es muß ab sofort draußen bleiben, wo es von sonnenbebrillten Herren in schwarzen Anzügen geblitzdingst fachgerecht entsorgt wird. Einen Koffer voller Viagra-Pillen oder Penis-Enlargement-Patches anyone? Alternativ dazu hätten die beiden breitschultrigen, unauffällig gekleideten Türsteher etliche Stapel brandheißer Aktientips zu unschlagbaren Konditionen im Programm. Und wer bei der Adreßverteilung garantiert körperkontaktwilliger Damen leer ausgeht, kann immerhin noch eines dieser supergünstigen Software-Produkte aus allererster Hand erwerben und damit in die virtuelle Realität aufbrechen. ITler und sonstige Fachmenschen möchten vielleicht außerdem das Editorial der aktuellen c't lesen.

Debian: Kernel aktualisieren

20 03 2007

Debian GNU/LinuxAuf einer typischen Debian-Installation wird der Linux-Kernel üblicherweise im Rahmen des normalen System-Updates aktualisiert. Falls man Kernel händisch installiert hat und auf einen Debian-Kernel wechseln möchte oder feststellt, daß das Debian-Projekt einen aktuelleren Kernel als den gerade laufenden bereitstellt, empfiehlt es sich also, zunächst einmal eine Systemaktualisierung durchzuführen. Führt das aus verschiedenen Gründen nicht zum Erfolg, läßt sich der gewünschte Kernel immer noch händisch nachinstallieren.

1. Kernel installieren

Angenommen, wir befinden uns auf einer x86-Hardware mit einer Pentium IV CPU und möchten den aktuellen Debian-Kernel der 2.6er-Reihe auf unserem Etch-System installieren. Dazu sehen wir zuerst nach, welche 2.6er-Kernel uns zur Verfügung stehen:

# aptitude search linux-image | grep 2.6
v linux-image-2.6 -
p linux-image-2.6-486 - Linux kernel 2.6 image on x86
i linux-image-2.6-686 - Linux kernel 2.6 image on PPro/Celeron/PII
p linux-image-2.6-686-bigmem - Linux kernel 2.6 image on PPro/Celeron/PII
p linux-image-2.6-686-smp - Linux 2.6 image on PPro/Celeron/PII/PIII/P
p linux-image-2.6-amd64 - Linux kernel 2.6 image on AMD64
p linux-image-2.6-k7 - Linux kernel 2.6 image on AMD K7
p linux-image-2.6-k7-smp - Linux 2.6 image on AMD K7 SMP - transition
p linux-image-2.6-vserver-686 - Linux kernel 2.6 image on PPro/Celeron/PII
p linux-image-2.6-vserver-k7 - Linux kernel 2.6 image on AMD K7
p linux-image-2.6-xen-686 - Linux kernel 2.6 image on i686
p linux-image-2.6-xen-vserver-686 - Linux kernel 2.6 image on i686
p linux-image-2.6.18-4-486 - Linux 2.6.18 image on x86
i A linux-image-2.6.18-4-686 - Linux 2.6.18 image on PPro/Celeron/PII/PII
p linux-image-2.6.18-4-686-bigmem - Linux 2.6.18 image on PPro/Celeron/PII/PII
p linux-image-2.6.18-4-amd64 - Linux 2.6.18 image on AMD64
p linux-image-2.6.18-4-k7 - Linux 2.6.18 image on AMD K7
p linux-image-2.6.18-4-vserver-68 - Linux 2.6.18 image on PPro/Celeron/PII/PII
p linux-image-2.6.18-4-vserver-k7 - Linux 2.6.18 image on AMD K7
p linux-image-2.6.18-4-xen-686 - Linux 2.6.18 image on i686
p linux-image-2.6.18-4-xen-vserve - Linux 2.6.18 image on i686


Mit "v" gekennzeichnete Einträge in dieser Liste stellen virtuelle Pakete dar. Den einzigen Eintrag ignorieren wir in diesem Fall. Mit "p" gekennzeichnete Einträge sind verfügbare Pakete, "i" sind installierte und zusätzlich mit "A" markierte sind als Abhängigkeiten markiert. Das bedeutet, mindestens ein weiteres Paket ist von dem hier mit "A" gekennzeichneten abhängig.

Offenbar ist in diesem Fall der aktuellste Kernel bereits installiert, so daß für uns nicht mehr zu tun bleibt. Aber woran liegt das? Schauen wir uns doch einmal das Paket linux-image-2.6-686 etwas genauer an:

# aptitude show linux-image-2.6-686
Package: linux-image-2.6-686
State: installed
Automatically installed: no
Version: 2.6.18+6
Priority: optional
Section: admin
Maintainer: Debian Kernel Team <debian-kernel@lists.debian.org>
Uncompressed Size: 32.8k
Depends: linux-image-2.6.18-4-686
Description: Linux kernel 2.6 image on PPro/Celeron/PII/PIII/P4
This package depends on the latest binary image for Linux kernel 2.6 on Pentium Pro/Celeron/Pentium II/Pentium III/Pentium 4 machines.

Tags: admin::kernel


Das heißt also, wenn wir dieses Paket installieren, brauchen wir uns nicht mehr selbst um die Aktualisierung unseres eigentlichen Kernel-Images zu kümmern. Bei jedem System-Update wird das automatisch auf Stand gebracht, weil es als Abhängigkeit von diesem Paket definiert ist. Wir kümmern uns also auch auf anderen Systemen nicht weiter um die zur Zeit aktuelle Kernel-Version in Debian, sondern installieren gegebenfalls schlicht die für die jeweilige Prozessorarchitektur passende Variante von linux-image-2.6 nach. Das davon abhängige Kernel-Image wird dann mit allen möglichen weiteren Abhängigkeiten nachgezogen. Es versteht sich von selbst, daß etwa dabei auftretende Fehlermeldungen vor dem Neustart des Systems auf jeden Fall behoben sein müssen!

2. Boot-Parameter prüfen

Nach jeder Kernel-Aktualisierung sollten die Parameter des Bootmanagers überprüft werden, um unschöne Überraschungen beim nächsten Bootvorgang zu vermeiden. Bei der Verwendung von Grub sollte man die Datei /boot/grub/menu.lst kontrollieren. Der Eintrag "default" ganz am Beginn der Datei legt fest, mit welchem Kernel-Eintrag vorgabemäßig gestartet wird, wenn der Benutzer keinen anderen auswählt. Dabei wird von oben nach unten mit Null beginnend gezählt. Wir sehen also nach, ob der zu Beginn der mit dem Kommentar "## ## End Default Options ##" gekennzeichneten Liste stehende Kernel auch wirklich derjenige ist, mit dem wir unser System automatisch starten lassen wollen.

Die Liste selbst sollte man nicht verändern, weil sie von update-grub bei jeder Kernel-Aktualisierung (oder bei dessen händischem Aufruf) neu erzeugt wird. Stattdessen muß bei Bedarf der Eintrag "default" auf die Kernelnummer gesetzt werden, mit der automatisch gestartet werden soll. Zuletzt sollte immer mindestens ein lauffähiger, älterer Kernel auf dem System verbleiben, damit eine Fallback-Möglichkeit besteht, falls das Booten mit einem frischinstallierten Image einmal fehlschlagen sollte.

Debian: System aktualisieren

20 03 2007

Debian GNU/LinuxWie führe ich eigentlich auf typische Debian-Art eine Systemaktualisierung auf der Konsole durch?
(Hier am Beispiel von Debian Etch)

1. Paketquellen kontrollieren

Auf einer Maschine, die man nicht genau kennt - das kann auch die eigene sein, die nach etlichen Testinstallationen schon eine Weile nicht mehr angefaßt wurde - kann es nicht schaden, als allererstes die Paketquellen zu prüfen. Ebenso sollte man dies tun, wenn die letzte Aktualisierung bereits eine Weile zurückliegt, aus welchen Gründen auch immer. In der Datei /etc/apt/sources.list sind die Repositories eingetragen, aus denen Debian-Pakete bezogen werden können. Dort sollte man gegebenenfalls sämtliche Einträge durch Auskommentieren deaktivieren, deren Quellen unbekannt sind, die man nicht braucht oder die einem als nicht vertrauenswürdig erscheinen. Man kann stillgelegte Einträge später jederzeit wieder reaktivieren. Für eine grundsätzliche Aktualisierung sind Einträge, die über die offiziellen Repositories hinausgehen, jedoch unnötiger Ballast. Zudem können fehlerhafte Pakete aus fremden Repositories den reibungslosen Ablauf des Update-Vorgangs gefährden und stellen damit prinzipiell ein Risiko dar. Deshalb sollte man sich - zumindest im ersten Durchlauf - auf das Allernötigste beschränken.

Die beiden offiziellen Spiegelserver für Deutschland heißen ftp.de.debian.org und ftp2.de.debian.org. Falls man keinen Zugriff auf einen lokalen Spiegel hat oder sich nicht ganz sicher ist, woher man seine Pakete beziehen möchte, kann man einen dieser beiden offiziellen Server als Paketquelle in die Liste eintragen. Die genaue Syntax der Datei erklären die Manpages ("man sources.list"). An dieser Stelle soll ein Beispiel für Deutschland und das kurz vor der Veröffentlichung stehende Debian Etch genügen:

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ etch main contrib non-free
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ etch main contrib non-free

deb http://security.debian.org/ etch/updates main contrib non-free
deb-src http://security.debian.org/ etch/updates main contrib non-free


2. Paketlisten aktualisieren

Seit Debian 3.0 (Sarge) ist der empfohlene Paketmananager nicht mehr apt-get, sondern aptitude, weil letzterer Abhängigkeiten besser auflöst. Die Aktualisierung kann damit entweder als Nutzer root durchgeführt werden oder als nichtprivilegierter Nutzer, der via sudo über die entsprechenden Rechte verfügt. In Ubuntu wird dies beispielsweise so gehandhabt. Beim Aufruf holt der Paketmanager zuerst sämtliche angefallenen Diffs vom Repository-Server und aktualisiert mit ihrer Hilfe anschließend auf dem System die Liste verfügbarer Pakete.

# aptitude update

oder

$ sudo aptitude update

3. System aktualisieren

Wer vorsichtig ist und auf Nummer sicher gehen will, führt diese Aktion auf jeden Fall interaktiv aus. Zwar verlaufen Aktualisierungen in der überwiegenden Mehrheit reibungslos - die Sicherheit dieser Verfahrensweise ist unter anderem mitverantwortlich für den Ruf Debians, eine stabile Distribution zu sein - aber es kann trotzdem einmal zu Pannen oder unerwünschter Aktualisierung von Paketen kommen. Deshalb sollte man sich genau ansehen, welche Pakete aptitude zur Aktualisierung auswählt, was eventuell als Abhängigkeiten mitinstalliert werden soll und welche Pakete gegebenenfalls als überflüssig erkannt und zur Löschung vorgeschlagen werden.

Wann immer man sich nicht vollständig sicher ist, daß die Vorschläge wirklich in Ordnung sind, sollte man die Aktualisierung vorsichtshalber abbrechen! Es ist wesentlich leichter, unter Umständen mit der Hilfe anderer Nutzer, Pakete einzeln, nacheinander und Stück für Stück zu aktualisieren, als ein durch ein vorschnelles "Update" vermurkstes System wieder flott zu bekommen. Wer also seine Hardware nicht ganz genau kennt oder sich über Sinn und Zweck der zu aktualisierenden Pakete nicht ganz im Klaren ist, sollte bei einer Aktualisierung besondere Sorgfalt walten lassen. Beherzigt man das, kann es einem durchaus gelingen, eine Debian-Installation sogar über mehrere Releases hinweg wieder auf Stand zu bringen.

# aptitude upgrade

oder

$ sudo aptitude upgrade

4. (optional) Zurückgehaltene Pakete aktualisieren

Der Paketmanager aptitude verhält sich konservativ, wenn man ihn mit der Aktion "upgrade" aufruft. Aktualisierungen, die eine Löschung als wichtig erachteter Pakete oder möglicherweise unerwünschte Aktionen zur Folge hätten, führt er vorsichtshalber nicht aus, um das System nicht zu gefährden. Dies erkennt man beim Update an der sinngemäßen Meldung "folgende Pakete wurden zurückgehalten". Möchte man diese zurückgehaltenen Pakete ebenfalls aktualisieren, kann man dies in einem anschließendem Schritt tun. Es versteht sich von selbst, daß man dabei ganz besondere Sorgfalt walten lassen und sich betreffenden Pakete genau ansehen sollte!

# aptitude dist-upgrade

oder

$ sudo aptitude dist-upgrade

5. (optional) Paket-Cache löschen

Heruntergeladene Debian-Pakete werden im Cache-Verzeichnis /var/cache/apt/archives abgelegt. Das ist praktisch, wenn man eine langsame Netzverbindung hat oder Pakete, beispielsweise zu Testzwecken, wiederholt neu installiert. Allerdings benötigt der Cache natürlich auch Plattenplatz. Falls man eine ständige Breitbandanbindung hat, einen lokalen Spiegelserver erreichen kann oder Plattenplatz wichtiger ist als die Zeit für das erneute Herunterladen von Paketen, empfiehlt es sich, den Paket-Cache entweder sofort oder zumindest von Zeit zu Zeit zu leeren. Auch das läßt sich über aptitude erledigen:

# aptitude clean

oder

$ sudo aptitude clean

Zusammenfassung

In Kurzform lauten die entsprechend nötigen Aptitude-Aufrufe also wie folgt:

# aptitude update
# aptitude upgrade
# aptitude dist-upgrade
# aptitude clean


Oder, bei Verwendung von sudo:

$ sudo aptitude update
$ sudo aptitude upgrade
$ sudo aptitude dist-upgrade
$ sudo aptitude clean

Paradise Lost: Draconian Times

19 03 2007

Seit Wochen rotiert bei mir ein und dieselbe Scheibe (sofern man bei MP3s im Flashplayer überhaupt noch von "rotieren" sprechen kann): das von der Mitte der Neunziger Jahre stammende Album "Draconian Times" der UK-Band Paradise Lost. Im Metal-Lager damals ziemlich heftig einschlagend, hatte ich weder der Platte noch der Band je sonderliche Aufmerksamkeit gewidmet. Zu der Zeit war ich nämlich wesentlich stärker mit sinnlosen KrachKlangcollagen aus der Baller-Bubi-Ecke beschäftigt. Wie schön, daß manche Musik im Grunde genommen zeitlos ist und einem dadurch nicht wirklich etwas entgeht. Heute weiß ich diese "Neuentdeckung" für mich um so mehr zu schätzen.

Überhaupt ist es selten, daß ich eine Platte mehr als ein- oder zweimal hintereinander hören kann. Die meiste moderne Musik ist entweder qualitativ nicht hochwertig genug oder sie ist so sehr auf Ohrwurmqualitäten getrimmt, daß man sie ob ihrer Eingängigkeit rasch leidhört. Das letzte Mal, daß ich ein Album in der Heavy Rotation hatte, war das grenzgeniale Debüt der australischen Wolfmother. Seither herrschte ziemliche Flaute an der heimischen Beschallungsfront. Aber das änderte sich, wie gesagt, vor ein paar Wochen.

Sehr schön an der "Draconian Times" ist ihr fetter Mix, dessen ausgewogene Verteilung der Instrumente im Klangbild dafür sorgt, daß man die Tracks auch unterwegs bei niedriger Lautstärke gut hören kann, ohne wesentliche Details der Darbietung zu verpassen. Das würde ich mir genau so auch noch für manche andere Platte wünschen.

Linux: Undelete und Recovery für Block Devices

19 03 2007

In Ergänzung zu dem mittlerweile fast zwei Jahre alten Artikel Linux: "Undelete" einer Textdatei von einer ext3-Partition möchte ich an dieser Stelle auf die Existenz folgender Tools und Artikel aufmerksam machen:

dd_rescue - Für die Datenrettung entwickelte Variante des Tools dd
dd_rhelp - Bash-Skript zur Automatisierung von dd_rescue-Läufen
PhotoRec - Recovery-Tool für Mediendaten auf Festplatten und CDs/DVDs
Rettungsanker - Artikel: Mit dd_rescue defekte Partition wiederherstellen

Begegnet ist mir diese Information an einer Stelle, an der man sie vielleicht nicht unbedingt erwarten wird, nämlich im DVD-RAM HOWTO von Holger Klemm, unter Punkt 9.4 Undelete/Recover Tools. Im Notfall ist das sicher nicht der Ort, an dem man zuerst suchen würde. Deshalb erwähne ich sie auch hier noch einmal, in der Hoffnung, daß der Hinweis irgendwann einmal jemandem nützen wird. Auf der bekannten Live-Linux-CD Knoppix ist dd_rescue übrigens seit langem ebenfalls enthalten, so daß man damit auch ein vollständiges Datenrettungssystem erhält.

Zweiter Release-Kandidat des Debian-Installers für Etch erschienen

19 03 2007

Debian GNU/LinuxWie Golem und Heise beinahe zeitgleich berichten, ist heute der zweite und wahrscheinlich letzte Release-Kandidat des Installers für Debian Etch freigegeben worden. Damit liegt das Projekt im Zeitplan, was die Wahrscheinlichkeit für eine Veröffentlichung von Etch am 2. April deutlich erhöht. Alle als release-critical eingestufte Bugs sollen bis zum 26. März ausgemerzt sein. Falls das gelingt, kann der avisierte Termin eingehalten werden, denn der Installer war einer der Hauptgründe für die Verschiebung des ursprünglich geplanten Veröffentlichungstermins von Anfang Dezember vergangenen Jahres.

[Update] Mittlerweile ist dazu auch ein Artikel auf Pro-Linux erschienen.

Kostenlose SSL-Zertifikate

17 03 2007

Nicht nur bei CAcert, die dieses Jahr auch auf der CeBIT zu finden sind, gibt es kostenlose SSL-Zertifikate, sondern auch bei der israelischen Firma StartCom. Letztere haben den Vorteil, daß die StartCom Certification Authority bereits in viele Browser integriert ist und man dem durchschnittlichen Nutzer dadurch die Installation der Root-Zertifikatskette bzw. den Warnhinweis des Browsers über eine nicht vertrauenswürdige CA ersparen kann. Ich werde mir diese CA in den nächsten Wochen deshalb einmal etwas näher ansehen und gegebenenfalls über weitere Erkenntnisse berichten.

Debian auf der NSLU2

16 03 2007

Debian GNU/LinuxIch kann einfach nicht wiederstehen, ich mußte diesen Titel klauen kopieren verwursten recyclen... Am selben Tag, an dem ich den ersten Blogartikel über die NSLU2 online stellte, ging übrigens drüben am Ende der Vernunft eine weitere NSLU2 mit Debian an den Start. Und wie ich gerade lese, hat auch Jörn seinen ursprünglichen Plan, ein Software-RAID-1 hinter das Gerät zu hängen, aus Stromspargründen vorerst aufgegeben. Wie ich schon schrieb, kann ich den praktischen Nutzen einer solchen Konstellation über den Rahmen einer Machbarkeitsstudie hinaus nicht recht erkennen. Jörn gelangt offenbar zu ganz ähnlichen Schlüssen, denn jedenfalls ähneln seine Überlegungen zur Datensicherung sehr den meinen.

Das erste, was ich nach der Grundinstallation des Systems mithilfe des nichtoffiziellen Images tat, war mittels "tzconfig" die Zeitzone, in der sich der Server befindet, und mit "date" die Zeit zu setzen. Das besänftigte schonmal den gpgv, das Signaturprüftool von Gnupg, das ansonsten unstimmige Zeitstempel anmeckerte. Trotzdem gab es danach immer noch ein Problem, das sich mit einem kleinen Trick aber folgendermaßen beheben ließ:

# Fix apt-get segfaulting on updating the package list
# See http://lists.debian.org/deity/2006/12/msg00019.html
# and http://lists.debian.org/debian-boot/2006/11/msg01207.html
[n] /root/less_394-4_arm.deb
[e] cd /root/
    dpkg -i less_394-4_arm.deb


Zur Erklärung: Auf meinen Maschinen gibt es eine manuell geführte Logdatei namens /etc/CHANGES, in der systemweite Änderungen in Kurzschrift notiert werden. Dabei steht "[n]" für eine im System neu an- bzw. abgelegte Datei und "[e]" für ausgeführte Befehle auf der Konsole.

Ich habe also das ohnehin von mir benötigte Paket für den Pager less von der Debian Package Download Site heruntergeladen und anschließend manuell installiert. Dadurch wird die Paketdatenbank neu aufgebaut, was die Absturzursache offensichtlich beseitigt. Bei nachfolgenden Installationen weiterer Pakete und späteren Updates trat der Fehler noch mehrmals sporadisch auf. Er konnte jedesmal auf dieselbe Weise behoben werden, so daß ich das Paket less vorsichtshalber für's erste im Heimatverzeichnis des Superusers liegenließ. Darauf folgte dann:

# See /usr/share/doc/nslu2-utils/README.Debian for details
[c] /etc/default/rcS
    # ! FSCKFIX=no
    # ! FSCKFIX=yes
[c] /etc/default/bootlogd
    # ! BOOTLOGD_ENABLE=No
    # ! BOOTLOGD_ENABLE=Yes


"[c]" steht hierbei für veränderte Text- bzw. Konfigurationsdateien. Das im Kommentar erwähnte README sollte man sich zumindest einmal durchlesen. Alles andere waren dann übliche Arbeiten im Rahmen einer normalen Server-Einrichtung: die Nachinstallation und Konfiguration benötigter Pakete und Dienste sowie Tests auf deren Funktionalität. Insgesamt verlief die Installation erstaunlich glatt und relativ problemlos. Als kleines Schmankerl habe ich ganz zuletzt noch das Paket "beep" installiert:

# Beep on startup/shutdown
# See http://www.nslu2-linux.org/wiki/HowTo/BeepMelodies
[n] /etc/init.d/beep
[e] update-rc.d beep defaults 99 04


Im Initskript müssen die Variablen hierbei auf "BEEP=/usr/bin/$NAME" und "ARGS='-e /dev/input/event0'" gesetzt werden, wie auch im Wiki-Artikel auf NSLU2-Linux beschrieben.

Have fun... *veg*

Höflich gefragt...

16 03 2007

Am frühen Morgen erreichte mich eine freundliche, private Anfrage, ob Inhalte meiner Site weiterverwendet werden dürften. In dem Fall habe ich mich natürlich gerne damit einverstanden erklärt.

So kann es also auch gehen.

Zarah Leander: 100. Geburtstag

15 03 2007

Heute wäre Zarah Leander übrigens 100 Jahre alt geworden. Das erinnert mich wieder daran, daß ich unbedingt eine Best-Of der Diva und Sängerin von Titeln wie "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn" auf meine Wunschliste setzen sollte. Manche Stücke sind und bleiben einfach zeitlos.

Verteufelt gebeutelte Beutelteufel

15 03 2007

Beutelteufel in Verteidigungshaltung; Picture © Wayne McLeanArtikel des Tages in der deutschen Wikipedia war heute der über den tasmanischen Beutelteufel. Diese armen, rotohrigen Gizmos sind durch einen grassierenden, offenbar ansteckenden Gesichtskrebs in ihrem Bestand akut gefährdet. Bei einem wieder einmal gar nicht durch vornehme Zurückhaltung glänzenden, deutschen Nachrichtenmagazin liest sich das - unter der Rubrik "Wissenschaft" - als die Schlagzeile "Tödlicher Sex für Tasmanische Teufel". Dabei ist erstens noch gar nicht zweifelsfrei nachgewiesen, daß es sich um eine übertragbare Krankheit handelt, zweitens schon gar nicht um eine sexuelle. Aber das passiert ja auch alles im - huhuu...! - exotischen Australien. Zusammen mit den Begriffen "Tod", "Sex" und "Teufel" haben wir damit unschlagbare Awareness-Garanten auf nur sechs Worten. Toller Titel! Die Kollegen vom Spiegel waren da, bereits im vergangenen Jahr, noch deutlich dezenter.

"Ich fresse einen tasmanischen Beutelteufel mit sämtlichen Federn und Schwimmhäuten, wenn ..." (Eigenzitat)

Migration von Linux-VServer nach OpenVZ: Operation am offenen Herzen

15 03 2007

In einer konzertierten Aktion haben wir in Form eines dreiköpfigen "Feuerwehr"-Teams heute am frühen Abend eine Migration mehrerer virtueller Produktiv-Server von Linux-VServer nach OpenVZ durchgeführt. Es ist uns dabei gelungen, laufende Dienste aus zwei verschiedenen Netzwerksegmenten mit lediglich einer minimalen Service-Unterbrechung in einem dritten zu konsolidieren. Hinzugewonnen haben wir neben einer Virtualisierung auf der Netzwerkebene - etwas, das Linux-VServer derzeit noch nicht zu leisten vermag - entsprechender Erfahrung und dem Bewußtsein, daß das Zusammenspiel unseres Teams funktioniert, einen hoffentlich zufriedenen Kunden, der seine eigentliche Arbeit nun reibungslos weiterführen kann.