Witzbold mit Webshop

19 07 2007

Bitte beachten Sie, daß zur Vorbeugung von Mißbrauch und Spaßbestellungen mit Absendung dieses Formulars Ihre IP-Adresse nnn.nnn.nnn.nnn mitgespeichert wird.

Das wird vor dem Absenden einer Bestellung im Webshop eines bekannten Online-Versandhändlers ausgegeben. Wieder einmal ein Betreiber, der das Internet - das Ding mit den Kabeln - nicht ganz verstanden hat. IP-Logging alleine ist bei der Nutzung eines Anonymizers so sinnvoll wie das Notieren der Anruferkennung bei eingehenden Telefonaten mit unterdrückter Rufnummer. Es würde mich interessieren, ob es wenigstens abschreckend auf diejenigen spaßbestellenden DAUs wirkt, die genausowenig Ahnung vom Thema haben.

Aber wie ich die derzeitige Situation, unseren Innenminister und die allgemein grassierende Panik vor imaginären Terroranschlägen einschätze, werden Anonymizer und jegliche Form nichtstaatlicher Verschlüsselung sowieso baldmöglichst verboten. Zum Wohle und Schutz der Bevölkerung, selbstredend. Am besten versieht man Anonymizer gleich mit einer direkten Schnittstelle zu den Überwachungsbehörden und Vorratsdatenspeichern. Dann greift auch diese Art des Loggings wieder.

Wir schränken präventiv die Grundrechte von über 82 Millionen Bürgern ein, weil wir eine kleine Schar von 100 potentiellen(!) sogenannten Gefährdern nicht in den Griff bekommen. Wenn das keine immanente Kapitulation vor dem Gespenst des internationalen Terrorismus ist, was dann? Hossa!

Das Blog

17 07 2007

... ist kaputt, ich weiß. Keine Zeit, das jetzt zu fixen. Bin auf einer anderen Baustelle unterwegs. Dort sieht es allerdings deutlich besser aus. Wenn gleich das Fibre-Channel-SAN anfährt, können die BladeCenter kommen. Vom Lärm einmal abgesehen ist ein Serverraum bei der heutigen Hitze sowieso nicht der schlechteste Aufenthaltsort. Jedenfalls bleiben darin die Getränke kalt.

Geldfresser Baumarkt

14 07 2007

Vom Baumarkt mit lediglich einer einzigen Tragetasche und einem schwarzen Loch im Portemonnaie zurückzukehren, ist unterschwellig frustrierend. Zumal ich immer wieder feststelle, was für ein Ramsch von unglaublich mieser Qualität dort vertickt wird. Vielen Waren, die dort für ein Heidengeld angeboten werden, sieht man ihre Produktionsherkunft aus Billiglohnländern bereits auf den ersten Blick deutlich an. Gibt es eigentlich Alternativen, von (finanziell) noch teureren Fachgeschäften einmal abgesehen? Mir fällt bei der Suche nach einzelnen Werkzeugen und Kleinteilen wie Dübel, Schrauben usw. in der Regel nur der nächstgelegene Baumarkt ein. Obwohl das auf einen Gang zu Apotheke hinausläuft, um dort Taschentücher zu kaufen.

Wenn nach einem Nachmittag voller Bohren, Schrauben und Hämmern die Behausung aber noch ein Stück gemütlicher geworden und noch etwas mehr nach Wohnung aussieht, weiß man zuletzt immerhin, wofür man sein Geld ausgegeben hat: zur Steigerung der Lebensqualität. Jedenfalls könnte man den sauer verdienten Lohn auch wesentlich schlechter anlegen.

I'm forever blowing bubbles

13 07 2007

Königin: "Dein Bier perlt viel stärker als meines!"
Sil53r: "Du trinkst ja auch Piiiep!einself! Das ist sowieso komisch."
Königin: "Ich will auch Kohlensäure haben!"

Dann ihres probiert. Festgestellt, daß wenn man auf grünbetakelten Segelschiffen über die Weltmeere schippernd krächzenden Barden lauschen müßte und dazu keine königlichen Getränke gereicht bekäme, freiwillig Seewasser saufen würde anstatt solch einer Plörre. Störtebeker würde sich im Grabe umdrehen, bzw. kopflos das Weite suchen.

Wo wir gerade von Kopflosigkeit reden, diesen Part der Bildserie Meine Kettensäge und ich kann ich ganz besonders empfehlen. Aber es lohnt sich auch, vor und zurück und zum Hauptartikel zu blättern, wenn man sich ein Bild über das Innenleben der Deutschen verschaffen möchte. Und ich dachte bislang immer, nur ich wäre bekloppt:

They're coming to take me away, haha
They're coming to take me away, hoho, hehe, haha
To the funny farm where life is beautiful all the time
And I'll be happy to see those nice young men in their clean white coats
And they're coming to take me away, haha!


Also ist das gar nicht von mir. Sondern von einem der unzähligen Adligen, die Anspruch auf den Namen Napoleon erheben. Manche von denen sollen ja nicht recht ticken, habe ich läuten hören. Sogar der Titel des heutigen Artikels ist geklaut:

I'm forever blowing bubbles
Pretty bubbles in the air
They fly so high
Nearly reach the sky
Then like my dreams
They fade and die
Fortune's always hiding
I've looked everywhere
I'm forever blowing bubbles
Pretty bubbles in the air


Dazu muß man sich das dezente Klingeln in den Ohren vorstellen, das nur eine PA mit entsprechender Leistung & Lautstärke zustandebringen kann. Und das sanfte, wohltemperierte Organ von Cockney Rejects Frontmann Jefferson "Oi!" Turner. Prost!

Pinguinfedern

12 07 2007

Ach, du meine Güte ... Solcher Kleinkram ist auf Pro-Linux knapp fünf Kilobyte Zeichen wert? Ohne den Wert des Skripts und seiner Dokumentation für den Autor selbst mindern zu wollen, frage ich mich doch ein wenig nach der damit angepeilten Zielgruppe auf dem Nachrichtenportal. Ein Linux-Anfänger wird mit einer konsolenbasierten, skriptgesteuerten Projektorganisation nur sehr wenig anfangen können. Ein versierterer Nutzer schreibt sich sowas mal eben selbst. Und ein Profi verwendet weit anspruchsvollere Werkzeuge oder gleich eine komplette IDE. Hm, vielleicht sollte ich mal ein paar meiner kleinen Alltags-Helferlein aus der Werkzeugkiste kramen, sie ein wenig entrosten und dann hier vorstellen ...

Die Verwendung von Backticks zur Kommandosubstitution in der Shell ist übrigens veraltet. Sie ist von der Form $(...) abgelöst worden. Daneben bietet sich als Datumsangabe im europäischen Sprachraum der ISO-Zeitstempel als deutlich lesbareres Format gegenüber der amerikanischen Schreibweise mittels Schrägstrichen an. Man kann eine Ausgabe ohne Leerzeichen beispielsweise mit dem Aufruf DATE=$(date --rfc-3339=seconds | tr ' ' '-') erzeugen und die angegebene CET/MEZ-Abweichung zur UTC danach gegebenenfalls noch mit einem DATE=${date%+*} abschneiden. Letzteres hat den Vorteil, daß man auf einen weiteren Aufruf eines externen Programms verzichten kann. Das bietet Geschwindigkeitsvorteile, weil shell-interne String-Operationen um ein Vielfaches schneller abgearbeitet werden als Syscalls. Ansonsten erzielt ein an den ersten Aufruf angehängtes | cut -d+ -f1 denselben Effekt.

Ein weiterer Vorteil des sekundengenauen ISO-Zeitstempels ist, daß man damit auf Buchstaben-Suffixes zur Unterscheidung von am selben Tag angefangenen Projekten (13, 13a, 13b usw.) verzichten kann, was das Verwaltungsprogramm an sich etwas vereinfacht. Das wiederum ist in Perl geschrieben. Das ist durchaus legitim und für einen Perl-Programmierer sicherlich auch wesentlich einfacher, als sich mit den teilweise wirklich schmerzhaften Beschränkungen der Shell herumplagen zu müssen. Bauchschmerzen bereiten mir dabei allerdings der Mißbrauch von stderr für reguläre Ausgaben des Programms und eine fehlende klare Trennung des Hauptteils von den Unterfunktionen. Ein sauberes exit 0; nach dem Abfangen möglicher Fehler in Main ist meiner Meinung nach Pflicht. Ebenso betrachte ich das fast vollständige Fehlen von Inline-Kommentaren als keinen sonderlich guten Stil.

Zusammenfassend bin ich der Ansicht, daß die gewünschte Funktionalität mit ein paar Zeilen Shell-Code ebensogut, wenn nicht sogar noch knapper implementierbar ist. Dadurch läßt sich die Kombination zweier Skriptsprachen mit unterschiedlicher Syntax (Shell und Perl) vermeiden. Außerdem sollte auf das angelegte Alias verzichtet und das gewünschte Verhalten in das Verwaltungsprogramm selbst integriert werden. Das ist mit einer kleinen Erweiterung schnell zu bewerkstelligen und würde dessen "Installation" und Wartung erleichtern. An dieser Stelle ist der Automatisierungs- und Vereinfachungsgedanke meiner Meinung nach noch nicht ganz zuende gedacht.

Aufgabe als Fingerübung: Schreibe ein Shell-Skript, das die bisherige Funktionalität mit den besprochenen Änderungen und Ergänzungen implementiert.

Umweltsäue

10 07 2007

Achtung, das folgende ist definitiv nicht politically correct, nsfw, etc. pp. usw.

Werbung: "Muß man 2 Liter Benzin verbrauchen, um 1 Liter Milch zu holen?"
Königin: "Nö, muß man nicht."
Sil53r: "Macht aber Spaß!"

Danach in kollektive Seufzer und "Haach!"s beim Anblick eines E-Klasse-Modells verfallen.

Und damit zurück ins Funkhaus.

Lauschangriff

10 07 2007

Moin, moin, da vorn, jetzt gibt's auf die Ohrn
Hört auf zu schnacken, ihr Spacken, und stoßt mit mir in's Horn
Das macht euch taufrisch, auch wenn ihr kaputt wart
Hier kommen Rap und HipHop aus dem Herzen von Stuttgart
Die Stadt liegt im Süden, soviel solltet ihr wissen
Eigentlich wäre das Grund genug, sie zu dissen
Denn die haben bestimmt nur sehr wenig Sand da
Ich steh mehr auf Jever, ich trink keine Fanta
Vier Uhr früh, und ich kann mal wieder nicht schlafen
Ich hab schon alles versucht, auch das Zählen von Schafen
War nahe daran, noch 'nen Dübel zu baun
Zu dem Reggaesound aus'm Proberaum
Doch dann fiel mir auf, ich will gar nicht runter
Ich dreh weiter auf und werd wieder munter
Zu den Scratches und Beats laß ich es krachen
Bis nebenan alle meine Nachbarn erwachen
Ich grüße sie freundlich: "Hey, kommt schon mal vor!"
Frontal aus den Boxen direkt in dein Ohr
Hier kommt der Süden mit vollem Komfort
Darum hört gut zu, überlaßt ihnen das Reden
Irgendwann erfrischt es jeden

(Via indivisualist)

Aufgelesen: Die Industrie und ihre CDs

08 07 2007

Und bis heute bin ich der Meinung, dass ein Verstoss gegen das Urheberrecht ein kleineres moralisches Dilemma ist, als die finanzielle Unterstützung dieser Firmen durch den Kauf ihrer CDs. (Don Alphonso)

Neue Freiheiten für den Rechtsstaat

08 07 2007

Nicht schon wieder ... Allein, daß ein Politiker derartige Interviews geben kann, ohne gravierende Konsequenzen seiner Äußerungen befürchten zu müssen, läßt mich die Forderung meines Namensvetters unterstützen. Zur Verdeutlichung zeichnet er folgendes Schema:



Fefes Idee hat deshalb ebenfalls etwas für sich. Ich frage mich nur, von wem Herr Schäuble vorgeschickt wird. Es ist ziemlich klar, daß er nur Sprachrohr und Prügelknabe für eine Fraktion gibt, die einen wesentlich größeren Personenkreis umfaßt. Ohne gleich auf paranoide Verschwörungstheorien zu verfallen, kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, daß die Fäden im Hintergrund von noch ganz anderen Kalibern gezogen werden.

(Via Kai Raven, Fefe und Isotopp)

Update: Bei F!XMBR ist man ähnlicher Ansicht.

Boxen: Klitschko gegen Brewster

08 07 2007

Was war denn das, bitte? Ich gebe zu, ich habe absolut keine Ahnung vom Boxen, und das ist vielleicht auch ganz gut so. Trotzdem habe ich die Revanche von Wladimir Klitschko gegen Lamon Brewster mehr oder minder zufällig gesehen. Als Unbedarfter und Außensteher konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, einem Schauspiel beigewohnt zu haben, einer abgesprochenen, abgekarteten Sache. Der Kampf wirkte wie ein "ok, wir müssen das jetzt zwar machen, aber wir sehen zu, wie wir das mit minimalem Aufwand und maximalem Gewinn über die Bühne kriegen, okay?" Er wirkte inszeniert und gestellt. Brewster kämpfte nicht, oder zumindest nur pro forma. Er stand einfach bloß da, hielt seine Hände irgendwohin und ließ sich von Klitschko vor den Kopf donnern. Und der hielt sich dabei sogar noch zurück. Einen wirklichen Kampf etwa gleichstarker Gegner stellt man sich anders vor. Für Klitschko muß dieser Sieg ein schales Gefühl hinterlassen. Er war keine Herausforderung, er war zu leicht, viel zu einfach. Für die 19.500 Zuschauer in der Kölnarena muß er eine Enttäuschung gewesen sein. Hätte ich schweres Geld für ein Ticket hingelegt, wäre ich jetzt jedenfalls verärgert.

Rheinkultur 2007

08 07 2007

Rheinkultur 2007Allmählich werde ich alt. Glaube ich, zumindest. Zwar war ich auch auf dem diesjährigen Rheinkultur-Festival, wohl gefühlt habe ich mich dort allerdings nicht. Viel zu voll, zuviel Dreck und Glasscherben, zuviele betrunkene Kinder und Jugendliche. Bei gutem Wetter ist die Veranstaltung jedes Mal überfüllt, die Anreise ein Chaos, und mächtig gesoffen wurde dort auch schon immer. Das weiß man im voraus und stellt sich deshalb entsprechend darauf ein. Hat aber dieses Jahr nichts genützt. Vielleicht hat sich meine Einstellung zu einem gelungenen Feier-Ereignis auch gewandelt; Festivalstimmung wollte bei mir dieses Mal jedenfalls nicht aufkommen.

Womöglich erkläre ich mich noch mit der Künstlerin solidarisch, die in einem Telefonat neulich feststellte, daß sich bei ihr eine gewisse Partymüdigkeit eingestellt habe. Sie wolle lieber aktiv - und kreativ - sein, statt auf nächtelangen Fêten abzuhängen, sagte sie. Für mich sind diese Großereignisse außerdem viel zu anonym. Es ist laut, es ist voll, man sieht die Musiker auf den Bühnen nur richtig, wenn man mindestens ein 450 mm Tele oder gleich ein Fernrohr im Gepäck hat, oder man muß die Airwaves einpacken, um nicht vorne am Gitter zerquetscht zu werden. Nein, da bevorzuge ich doch etwas Luft um mich herum und Platz zum Tanzen, anstatt mich an den ungeduschten, alkoholausdünstenden Brauereigeschwüren der Jungs in der ersten Reihe zu reiben. Mir ist es, glaube ich, im Moment weit eher nach kleineren Clubgigs mit familiärer Atmosphäre und überschaubaren Einzelkonzerten als nach Massenveranstaltungen und Großarenen.

Ist es außerdem die Distanz der Jahre, ist es mir früher bloß nicht aufgefallen, oder sind Jugendliche heute im Durchschnitt schwergewichtiger als früher? Denn ich habe schon lange nicht mehr so viele dicke junge Menschen an einem Ort versammelt gesehen. Daß bereits auf dem Weg zu einer Party mit dem Saufen begonnen wird, war ein halbes Jahrzehnt zuvor, glaube ich, auch noch nicht ganz so ausgeprägt. Beinahe jeder Straßenbahnwaggon bot ein für mich leicht gruseliges Bild - fast die gesamte Besetzung, ob stehend oder sitzend, hatte entweder eine offene Bierflasche in der Hand oder am Hals. Es schien fast, als ginge es gar nicht mehr ohne. Falls das eine stattfindende Entwicklung ist, dann finde ich sie bedenklich. Macht es Spaß, schon besoffen am Ziel anzukommen, ist das der Zenit des Vergnügens? Ich stelle mir einen gelungenen Gig jedenfalls etwas anders vor und möchte, wenn überhaupt, frühestens dann mit dem Trinken beginnen, wenn mir die Band über die PA die ersten Riffs um die Ohren haut.

Beruhigend war immerhin, daß es auch anderen irgendwann zuviel wurde. Einige Gruppen von Besuchern gingen geschlossen mit der Bemerkung, es sei ihnen viel zu voll. Und die Worte "ich setze mich auf gar keinen Fall in den Dreck hier, das ist ja eklig!" habe ich mehr als einmal gehört. Auch von Jungs. In diesen beiden Punkten zumindest dachten andere offenbar ähnlich.

AVM veröffentlicht Linux-WLAN-Treiber

07 07 2007

Zur Abwechslung mal etwas erfreuliches: Die Firma AVM stellt endlich aktualisierte WLAN-Treiber für den Fritz!Stick bereit. Auch wenn das Gemecker über proprietäre Module im Linux-Kernel durchaus seine Berechtigung hat - ich finde sie selbst nicht gut - ist meine primäre Sicht in diesem Fall die eines Verbrauchers: "I just want that it works.™" Ein Stück gekaufte Hardware will ich unter dem von mir bevorzugten Betriebssystem vollständig nutzen können. Mehr erstmal nicht. In dieser Hinsicht kann man sich über den Support der Fritz!Box 7170 und des Fritz!WLAN USB-Sticks seitens AVM wirklich nicht beklagen. Und wenn die Treiber wie zu erwarten funktionieren, kann ich damit endlich auf den Umweg der Einbindung der Windows-Treiber über den NDISwrapper verzichten.

Aufgeben? Auswandern?

06 07 2007

Eigentlich wollte ich mich zu den Themen rund um Stasi 2.0, unseren Mielke auf Rädern und sonstige Dinge, bei denen man wahlweise sämtliche Hände vors Gesicht oder die Zähne in diverse Tischkanten schlägt, nicht weiter äußern. Bei Rädern muß ich ohnehin immer gleich an moderne Zeiten denken, in denen wir alle friedlich, frei und froh breit grinsend im Gras auf der Blümchenwiese liegen und uns den Rest der Welt kräftig am Arsch vorbeigehen lassen.¹

Nachdem der Bundesrat den verschärften Hackerparagrafen durchgewunken hat, ziehen die ersten die Konsequenzen, und andere schließen aufgrund zunehmend restriktiver Rechtsprechung ihre Blogs (diese Links reiche ich ggfs. nach). Auswandern wäre angesichts der glänzenden Aussichten auf die kommende Vorratsdatenspeicherung oder weitere bürgerfreundliche BGH-Urteile inzwischen eine ernsthafte Überlegung wert, wäre das nicht feige und könnte man sich sicher sein, daß es woanders um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wirklich besser bestellt ist. Dennoch gibt einem angesichts solcher Nachrichten und der Gesamtsituation ein Blick auf's Zifferblatt mehr als genug zu grübeln.

¹ Dies ist im Übrigen keine Aufforderung zu verschärftem Drogenkonsum, sondern eine zum Nachdenken. Wie heißt es in der Rocky Horror Picture Show doch so schön? "A mental mind-fuck can be nice!"

(Via Fefe, Isotopp u. a.)

Firefox mit Adobe SVG-Plugin unter Linux

06 07 2007

Zwar bringt Firefox 2 inzwischen von Haus aus brauchbare SVG-Unterstützung mit sich, es kann aber dennoch sinnvoll sein, diese über ein Plugin nachzurüsten. Der Adobe SVG-Viewer ist in diesem Fall die einzige brauchbare Alternative. Allerdings wird er bereits seit April 2005 nicht mehr weiterentwickelt. Die letzte Linux-Version stammt sogar noch von Dezember 2003. Zudem hat Adobe den Support für den 1. Januar 2008 abgekündigt, so daß Bugfixes oder neue Features nicht mehr zu erwarten sind.

Trotzdem ist sein Einsatz unter gewissen Voraussetzungen derzeit noch günstiger als die Nutzung des nativen Firefox-Interpreters. Bei komplexen oder sehr großen SVG-Grafiken bietet das Plugin einen enormen Geschwindigkeitsvorteil. Außerdem kann es andernfalls zu Problem bei der Fontdarstellung kommen, die mit dem Plugin nicht oder zumindest nicht im selben Maße auftreten.

In unserem Fall wird - grob gesagt - eine Netzwerkübersicht der Layer 2-3 in SVG dargestellt. Da es sich um ein etwa mittelgroßes, aber stetig wachsendes Netz mit einer entsprechend hohen Anzahl von Segmenten handelt, füllt die erzeugte Grafik inzwischen zwei Bildschirmseiten in der Breite und derzeit sieben in der Höhe bei einer Auflösung von 1280x1024 Pixeln. Eine Darstellung dieser Größenordnung benötigt mit nativem SVG eine signifikant unangenehm spürbare Ladezeit in Firefox und läßt sich praktisch nicht mehr scrollen, weil die Wartezeiten bis zur Neudarstellung unerträglich lang sind. Zudem werden alle Fonts zu groß gerendert, obwohl HTML und SVG der entsprechenden Seite syntaktisch korrekt sind.

Mit dem Plugin von Adobe treten diese Probleme nicht auf, weshalb wir es bereits seit mehren Jahren einsetzen. Für eine Installation unter Debian Etch, in dem Firefox 2.0.0.4 unter dem Namen "Iceweasel" enthalten ist, muß man dazu allerdings noch einige Aktionen von Hand ausführen. Nach einer systemweiten Installation ...

$ tar xvzf adobesvg-3.01x88-linux-i386.tar.gz
$ cd adobesvg-3.01/
$ sudo ./install.sh


... müssen die Leserechte auf die Library erweitert werden.

$ sudo chmod a+r /usr/lib/mozilla-firefox/plugins/libNPSVG3.so
$ sudo chmod a+r /usr/lib/mozilla/plugins/libNPSVG3.so
$ sudo chmod a+r /usr/lib/mozilla-snapshot/plugins/libNPSVG3.so


Das Plugin stammt noch aus einer Zeit, in der das X-Window-System XFree86 weit verbreitet war. Dieses ist inzwischen aber großflächig vom X.Org-Server abgelöst worden, wodurch sich unter anderem auch die Fontpfade geändert haben. Das SVG-Plugin sucht noch an der alten Position nach Schriften. Deshalb muß man ihm die neue bekanntgeben. Ein einfacher Weg dazu ist das Setzen entsprechender Softlinks.

# for dir in $(ls -1 /usr/share/fonts/X11/ | grep -v encodings | cut -d/ -f1); do ln -s /usr/share/fonts/X11/${dir} /usr/lib/X11/fonts/; done

Nach einem Neustart von Firefox (bzw. Iceweasel unter Debian) läßt sich jetzt mit einem "about:plugins" in der Adreßzeile des Browsers überprüfen, daß das Plugin erfolgreich geladen wurde.



Bevor man es allerdings verwenden kann, muß man nun nun noch den internen SVG-Interpreter von Firefox abschalten. Das läßt sich ebenfalls über die Adreßzeile regeln. Nach der Eingabe von "about:config" filtert man nach dem Stichwort "svg" und schaltet den Wert des einzigen Eintrags per Rechtsklick von "true" auf "false" um.



Jetzt steht einer Verwendung des Adobe SVG-Plugins nichts mehr im Wege. Erwähnt werden sollte an dieser Stelle noch, daß es unter gewissen Voraussetzungen durchaus zu Stabilitätsprobleme kommen kann. Beobachtet haben wir scheinbares und tatsächliches Einfrieren des Browsers und hohen Speicherverbrauch bis hin zu gelegentlichen Browser-Abstürzen. Man sollte URLs also immer frühzeitig bookmarken und wichtige Inhalte geöffneter Tabs regelmäßig sichern.

Ein scheinbares Einfrieren kommt übrigens dadurch zustande, daß das Plugin Mausbewegungen mit gedrückter linker Taste innerhalb einer Grafik als "alles Auswählen" interpretiert. Bei einer entsprechenden Größe legt es danach eine großzügige Denkpause ein. In anderen Tabs oder der Adreßzeile des Browsers lassen sich dann keine Eingaben mehr tätigen. Rasche Abhilfe schafft in dem Fall nur ein Minimieren und anschließendes Wiedervergrößern des Browsers.

Solar Viejo Crianza 2003

05 07 2007

An einem Tag wie diesem, an dem eigentlich Sommer sein und es nicht stattdessen in Strömen regnen sollte, kann man den Abend eigentlich am besten auf dem heimischen Sofa verbringen. Ein Buch in der Hand, etwas Käse in Reichweite und ein Glas neben sich, in dem es rubinrot schimmert, das ist gerade meine Vorstellung von Gemütlichkeit. Sie lassen den grauen Himmel draußen schwinden, bis er nur noch ein belangloses Detail vor dem Fenster ist. Das eingefangene Licht eines vergangenen Sommers, der Geruch von steinigen Feldwegen, die sich im rissigen Boden staubtrockener Äcker verlieren, dazu eine Sonne, die gnadenlos vom Himmel brennt. Erinnerungen an den Süden. Ein Schluck, und das Aroma von Früchten breitet sich langanhaltend auf der Zunge aus. Es ist ein Rotwein von diesem spanischen Weingut, genauer gesagt, ein Rioja von 2003. Sehr zu empfehlen, solange man ihn nicht gerade zu kräftigen Gerichten serviert.

Disclaimer: Mit dem angegebenen Händler habe ich nicht das Geringste zu tun. Ich verlinke ihn lediglich wegen der Details zu dem vorgestellten Wein.