B wie B-Movie, Boulevardblatt ...
14 08 2008Der Express schreibt bei sich selbst ab, recyclet damit alte "Artikel". Selbst für identische Bebilderung ist man sich nicht zu schade. Inhaltlich füllt man das klaffende Sommerloch mit extraterrestrischen Attacken und ruft dabei den UFO-Alarm aus. Inklusive besorgter Bürger, obligatorischer "O-Töne" von Polizei und Regierung, samt Gefahrenwarnung der Feuerwehr. Am 29.07.2008 griff der Mars Köln an, am 14.08.2008 ging daraufhin die Welt in Bonn unter. Besser können es Blid oder Daily Bugle auch nicht; Schmierenjournalismus vom feinsten.
Natürlich handelt es sich bei den besagten Papierlaternen nicht um eine "neuartige" Party-Attraktion. Ganz im Gegenteil sind diese kleinen, ursprünglich zur militärischen Nachrichtensignalisierung genutzten Heißluftballons bereits an die 2000 Jahre alt, wie sich mit etwas Google-Bedienung und der Wikipedia mühelos recherchieren ließe. Aber wen interessieren schon Fakten. Als Steppke habe ich mir aus Seidenpapier, Pappstreifen und einem Teelicht selbst so etwas gebastelt und draußen auf dem Feld erste Flugversuche durchgeführt.¹ Allein das liegt bereits einige Jahrzehnte zurück.
Ebensowenig ist es im deutschen Inland - also überall in der Bundesrepublik außer Bayern, und selbst dort sind Ausnahmen möglich - verboten, diese Laternen steigen zu lassen. Es handelt sich also keineswegs um "unerlaubte Flug-Objekte", sondern um einen weitgehend harmlosen und völlig legalen Partyspaß. Sorgsamen Umgang mit diesen Kong-Ming-Laternen vorausgesetzt. Aber der sollte ohnehin überall dort selbstverständlich sein, wo offenes Feuer im Spiel ist. Also paßt bitte auch am Grill auf, noch ist ja Saison.
¹ Später fielen dann Pappstreifen und Teelicht weg. Seidenpapier war auch nicht mehr in solch großen Mengen nötig.
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Also, ich weiß nicht, was die Online-Redaktion des Stern geraucht hatte, als dieser Artikel heute nachmittag ans Netz ging, aber inzwischen sieht er 