Knicklicht-Grufties

31 07 2009

Die Königin & Sil53r: (sehen einen Pro7-Beitrag über Cyber Gothics) "LOL!"
Sil53r: "WTF?!"
Die Königin: "Neuer Trend? Ich kann mich nicht mehr genau an die Jahre davor erinnern, aber die rannten bereits Anno 2003 auf dem WGT herum."
Sil53r: (gähnt) "Und seit 20 Jahren schwallt die Gothic-Szene denselben Schmu, wenn eine Kamera auf sie gerichtet wird."
Die Königin: "Herzlich willkommen bei 'Unnützes Wissen & Dinge, die die Welt nicht braucht'." (schaltet den Verblödungsstrahler ab)

(Fünf Minuten später)

Sil53r: (logt sich in Mass Effect ein) "Weia!1!11!"
Die Königin: (lugt ihm über die Schulter) "Was denn?"
Sil53r: (zeigt auf die Quarianerin in seiner Squad) "Guck mal da, ein Cyber Goth!"
Die Königin: "LOL!"
Sil53r: "He!" (Pause) "Aber cooles Outfit, oder..?"

Disclaimer: Sil53r sympathisiert durchaus mit Cyber Goths, auch wenn sein Schwerpunkt auf Steampunk liegt.

Offene Türen

19 07 2009

Die Königin: (liest das heutige Line-up für das Amphi-Festival am Kölner Tanzbrunnen) "Jetzt habe ich mich doch glatt gefragt, wer zum Teufel eigentlich "Doors Open" ist..?!"






SWAT-Team stürmt Geburtstagsfeier

18 07 2009

Das ist der Beweis, wie gefährlich soziale Netzwerke sind: Mann kündigt eine Feier im Freundeskreis zu seinem 30. Geburtstag für 17 Leute auf Facebook an, und es erscheinen auch unangemeldete Besucher. Vier Einsatzwagen, ein Randale-Van und ein Hubschrauber, aus dem sich ein acht Mann starkes SWAT-Team in voller Rüstung abseilt. Um den illegalen "Rave" von 15 Burger-Essenden bei lautloser Musik zu beenden. Die war nämlich noch nicht einmal eingeschaltet, und zwei der geladenen Gäste fehlten auch noch. Würde sagen, das war ein Geburtstag, den man so schnell nicht vergißt. Der Klopper ist aber die offizielle Stellungnahme des Polizeisprechers, der dazu meinte: "We were extremely concerned how the event had been advertised on the internet as an all-night party." Yeah, right. Deescalation, my ass. (via fefe)






Demo "Freiheit statt Angst"

17 07 2009

Die Demo "Freiheit statt Angst" findet am 12. September 2009 in Berlin statt.






(via Kristian Köhntopp)

Meinungsfreiheit!

09 07 2009

It's a sinking ship
Drip, drip, drip


Chumbawamba

Das Zitat des Tages stammt ganz eindeutig von fefe. Der klopft nochmal kräftig mit dem Schuh auf den Tisch, und ich muß das jetzt einfach mal in voller Länge wiedergeben, denn man kann es gar nicht oft genug wiederholen:

"Ich finde es immer wieder unglaublich, dass die Leute nicht verstehen, dass die Meinungsfreiheit IMMER die Freiheit des stinkenden Arschlochs ist, seine widerliche Hasspropaganda zu äußern. Die Fälle, wo jemand eine unkontroverse Meinung zu sagen hat, sind eh frei und brauchen kein Recht der Meinungsfreiheit. Und gerade immer die, die es besser wissen sollten! Mann Mann Mann.

Bei allen Grundrechten geht es darum, dass sie auch dem widerlichsten Feind zugestanden werden müssen. Das Recht auf einen Verteidiger vor Gericht und auf ein faires Verfahren gilt auch und insbesondere für den Kinderschänder, von dem der Polizist zu Protokoll gibt, ihn in flagranti erwischt zu haben. Unsere ganzen Rechte sind nichts wert, wenn wir sie nur unseren Freunden zugestehen wollen." (Quelle: fefe)

Unglaublich ist darunter auch der anscheinend untilgbare Glaube der Internetausdrucker, jedem, der virtuell seine Gosche aufreißt, einen Knebel verpassen zu können. Die haben die Funktionalität des Netzes sowas von nicht begriffen, da kann man wahrscheinlich argumentieren und faktisch belegen, bis der Arzt kommt. Das ist ungefähr so sinnvoll, wie Wasser in ein Sieb oder Sand in einen Fluß zu schaufeln. Aktuell ist es mal wieder Frau Zypries, der ein goldener Orden am Band für Merkbefreiung gebührt.

Wir müssen leben mit dem Haß und der Feindseligkeit, die es gibt auf der Welt. Mit den kranken Gedanken, die kranken Köpfen entspringen. Das sind Binsenweisheiten. Haßpropaganda bekämpft man nicht, indem man zensiert und verbietet. Das ist dasselbe, als wolle man einen Schwelbrand mit einem Eimer Benzin löschen: Dabei geht auch gleich all das mit in Flammen auf, was man eigentlich schützen wollte. Dabei kann man nur verlieren.

Your olfactory nerves
All up the spout
You can't smell a rat
When your nose is out


Haßpropaganda bekämpft man am wirksamsten, indem man Medienkompetenz lehrt, indem man unaufhörlich und unermüdlich aufklärt und sie dann ächtet und ignoriert isoliert. Eine gesunde Demokratie, eine moderne, stabile Gesellschaft muß mit solch negativen Stimmen umgehen können. Kann sie das nicht, wird es allerhöchste Zeit, es schleunigst zu lernen. Das ist der Preis der Zivilisation und der Meinungsfreiheit.

Nahezu unglaublich ist auch, daß jahrelang nach Globalisierung gerufen und sie immer wieder gefeiert wurde wie eine neuerstandene Gottheit, kaum daß sie sich über den Horizont erhob. Nun haben wir sie auch in der Form von weltumspannenden Informationsnetzen, die keine physischen Staatengrenzen mehr kennen und brauchen. Und urplötzlich ist das Erschrecken groß. Wahrscheinlich gäbe es heute immer noch mehr als genug Deppen, die eine Büchse selbst dann öffnen würden, wenn die Überbringerin in großen, schwarzen Lettern PANDORA auf die Stirn tätowiert trüge. Die dann, von der Welle der Innovation überrollt, anschließend hilflos mit den Armen rudern und bloß noch Luftblasen absondern würden.

Löschversuche sind im Internet zum Scheitern verurteilt. Das Netz vergißt nie. Wir müssen also lernen, mit unliebsamen Inhalten zu leben. Auch mit dem Haß und dem Dreck, der uns aus dessen Gossen entgegensuppt. Je schneller wir das lernen, desto reifer wird unsere Gesellschaft sein, und desto stabiler. Sich Scheuklappen aufzusetzen oder den Bürgern dieses Staates Augenbinden verpassen zu wollen, wird ganz sicher nicht auf den Weg zu einer medienkompetenten und modernen, zukunfts- und tragfähigen Demokratie führen.

G8-Klimabeschlüsse: Etwas konkretes?

09 07 2009

"Die Klimabekenntnisse von L'Aquila" und "Jetzt sind die Schwellenländer am Zug" titelt die Tagesschau. Das klingt ein bißchen nach Beichte und Buße von Heiligen. Und nach gemütlichem Zurücklehnen: Wir haben gemacht. Unsere Arbeit ist erstmal getan, unser Soll ist erfüllt. Jetzt, liebe Schwellenländer, seid ihr dran. Aber hallo!

Ungeachtet der Komplexität der Problematik und der Brisanz des Themas Erderwärmung machen es sich die G8-Staaten dabei ziemlich einfach, wie ich finde. Die Schwellenländer heißen schließlich nicht umsonst so. Die haben ganz andere Themen im Fokus, als daß sie "die zwei Grad" höhere Temperatur irgendwo auf dem Globus in irgendeiner Form jucken könnte. Wenn man gerade dabei ist, seine Landeswirtschaft oder gar den kläglichen Lebensunterhalt auf der Türschwelle der reichen Länder zusammenzukratzen, ist man womöglich sogar froh darüber. Dann braucht man im Winter weniger zu heizen.

Die G8 stehlen sich wieder einmal mit hübschen Worten aus der Affäre. Dabei könnte auch das reiche Deutschland so sehr viel mehr in Richtung erneuerbare Energiequellen tun. Und vom wem lernen die da auf der Schwelle wohl alle ihr Verhalten? Wer hat's erfunden?

Wir könnten forschen in Richtung Schadstoffvermeidung, vielleicht sogar in Richtung Temperatursenkung (wie immer das zu bewerkstelligen wäre). Ach, ich vergaß - geht ja nicht. Wir haben unser Bildungssystem bereits unangespitzt in den Boden zukünftiger Wüsten gerammt. Permafrost gibt's dann bald nur noch in Geschichtsbüchern und den heimischen Tiefkühltruhen. Aber Politiker, die große Reden schwingen, während der Planet langsam vor sich hinköchelt, die wird es wohl bis ganz zuletzt geben. Wie Kakerlaken, die überleben auch sämtliche Katastrophen. Man, man, man.

Und die Tageschau, diese Speerspitze modernen Journalismus, feiert die neue Politreligiosität ("Ich glaube, wir haben diesmal wirklich etwas erreicht") mit einem unnachahmlichen Satz. Wer immer den sich ausgedacht hat, der ist mein Held und bisher heißester Kandidat für den diesjährigen Pulitzer-Preis. Den muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: "Der Durchbruch war das noch nicht - aber immerhin wurde es etwas konkret."

"Herzlichen Glückwunsch, ein Dammriß war das noch nicht. Aber immerhin sind Sie schonmal ein bißchen schwanger."

[Update] Offenbar erschien anderen der scheinheilige Geist in L'Aquila ebenfalls:
"So tun, als täten sie was"