Fundstück des Tages

24 03 2010

Nicht lange, und er fand im Dunkeln ein Exemplar des I Ging, trat damit an eine Stelle, wo die rosenfingrige Dämmerung verzweifelt an einem rußverkrusteten Fenster kratzte, und schlug das Hexagramm 19, Lin – Herannahen &ndash auf. Das Buch verbreitete sich ausführlich über die nicht auszulotende Bedeutsamkeit dieses Symbols, doch die einzige Bedeutung, auf die es Daniel ankam, war 000011, denn so ließ sich das Muster der unterbrochenen und nicht unterbrochenen Linien in binäre Schreibweise übersetzen. In dezimaler Schreibweise hieß das 3.
Neal Stephenson: Quicksilver, ISBN 978-3-442-54274-1, S. 967, Abs. 2

Für solche Sätze schätze ich Neal Stephenson. Wie sich anhand der Seitenzahl unschwer vermuten läßt, bin ich allmählich am Ende des ersten Bands des Barock-Zyklus angelangt. Den lese ich seines Umfangs wegen auf Deutsch. Zwar sind es Stephensons Bücher allemal wert, im englischen Original gelesen zu werden, zumal mindestens eine der Übersetzungen - die von Snow Crash - bemerkenswert schlecht ist, aber mein Lesetempo sinkt gegenüber dem Deutschen dann doch rapide. Wenn nur ein sehr schmales Zeitfenster überhaupt zur Verfügung steht, entscheidet der Unterschied zwischen 30 und 50 Seiten pro Tag dabei tatsächlich über die Wahl der Sprache.

Verblödung

16 03 2010

Are we only eating worms from a can just because we can
And is Disneyland all we understand?
Will our history be written out in headlines
Diana dolls and miracles and landmines?


(Chumbawamba,"Dumbing Down")

Das Stück zum Tage stammt von Leuten aus Leeds, die ich schon seit längerem sehr schätze. Es ist vom Album WYSIWYG aus dem Jahre 2000 und klingt heute noch so aktuell wie damals.

Nebenbei bemerkt ist hier gerade das aktuelle Album Avoid The Light der Münsteraner Postrocker Long Distance Calling eingetroffen. Auch dort empfehle ich dringend, mal reinzuhören.

Zeitjustage

15 03 2010

Vergangene Woche trat bei mir ein größerer Zeitverschiebungseffekt auf. Beim Uhrenvergleich mit einem Freund stellte ich eine doch recht erhebliche temporäre Abweichung fest. Meine lag etwa eineinviertel Stunde hinter der seinen zurück, ein untrügliches Zeichen dafür, daß die Knopfzelle schwächelte. Schon wieder, denn der letzte Tausch war gefühlt noch gar nicht einmal so lange her.

Bei der Uhr handelt es sich um eine etwa zwei Jahre alte LAKS Memory Date mit 64 MB Flash, auf dem ich einen Cryptocontainer mit mir herumtrage. Als notorischer Grobmotoriker und Uhrglasverkratzer empfand ich damals ihr Verhältnis von Speichergröße zu einem Preis von unter 50 € als gerade richtig. Inzwischen scheint genau dieses Modell nicht mehr lieferbar zu sein. Ähnliche Uhren sind aber unter anderen Namen und mit diversen Brandings noch im Handel, weil sie eine zeitlang als Werbegeschenke oder -prämien auf den Markt geworfen wurden.

Passend ist die Alkali-Knopfzelle AG1 (andere Typenbezeichnungen: LR 621, LR 60), die überall relativ preiswert zu bekommen ist. Bei mir lag noch ein 42teiliges Blisterpack Knopfzellen herum, das ich einmal aus anderen Gründen notgedrungen hatte kaufen müssen. Es gibt außerdem noch einige günstigere Sets beim selben Händler.

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Sonntagabend im Zweiten

14 03 2010

Sil53r:
(kommt mit einem Obstmesser in der Faust herein und läßt sich damit aufs Sofa fallen)
Die Königin: (blickt flüchtig von einer Zeitschrift auf) "Was willst du?"
Sil53r: (neigt sich langsam zu ihr; mit Grabesstimme) "Los, gib mir all dein Geld!"
Die Königin: (spontan) "Nur über meine Leiche!" (und sofort) "Nein! Nein!1!!"