Eva Herman sollte öfter mal den Mund halten

04 09 2006

Die deutsche Paris Hilton im Interview mit der Bild am Sonntag. Bisher ging ich immer von der Annahme aus, daß die Hotelkettenerbin zwar eine geschickte und erfolgreiche Geschäftsfrau im Bereich der Selbstvermarktung, aber nicht eben mit sämtlichen Wassern der Weisheit gewaschen ist. Voller Verblüffung muß ich feststellen, daß es hierzulande eine ebenfalls blonde Frau gibt, die sie in geistreichen Floskeln mühelos unterbietet. Und zwar so sehr, daß man Neuendorf eigentlich noch unterkellern müßte, um dafür ein angemessenes Niveau zu schaffen. Wer immer diese Frau für ihre antiquierten Platitüden bezahlt hat, muß eine Menge Geld investiert haben. Irgendwer kann offenbar Alice Schwarzer ü-ber-haupt nicht leiden.

Was ich überhaupt nicht leiden kann ist, wenn sich eine Ex-TV-Schranze über meinen Apfelkuchen mokiert. Meine Gäste pflegen ihn nämlich ausnahmslos ganz vorzüglich zu finden. Kein Wunder, bofrost* liefert schließlich nur 1A-Ware. Und weder wegen etwaiger Blumengebinde noch über zwecks Erzeugung romantischer Stimmung an stragischen Punkten in meiner Wohnung verteilte Kerzen hat sich je eines meiner Dates negativ ausgelassen. Deshalb verbitte ich mir derlei Diskriminierungen, die eine genetische Disposition oder das Ding zwischen meinen Beinen als Begründung anführen. Ich kann schließlich nichts dafür, daß mir irgendwann einmal solch ein Schwänzchen gewachsen ist.

Weiterhin kann ich es im Kloputzen mühelos mit jeder Frau aufnehmen. Mein Geschirr glänzt sauberer als die Gläser, die ich im Dunkel so manchen Frauenhaushaltsküchenschrankes vorgefunden habe. Frauen sind übrigens notorisch gut im Horten Aufbewahren abgelaufener Lebensmittel. Wer das als Frau nicht glaubt, braucht bloß einmal die Haltbarkeitsdaten von Reis, Mehl oder Puddingpulver im heimischen Vorratsschrank zu kontrollieren. Nichts gefunden? Nun, was ist dann mit der verklebten Maggiflasche aus dem vorigen Jahrhundert, dem versifften Speiseölkännchen hinten in der Ecke oder dem Curry von der Urlaubsreise vor über einem halben Jahrzehnt? Ha!

Von mir aus kann mich Frau Hermann einmal im Mondschein besuchen. Trotz der billigen Promokampagne für ihr "Buch" werde ich dieses Elaborat ganz gewiß nicht käuflich erwerben. Ich stehe halt nicht so auf Pulp Fiction. Aber sie darf gerne in einem frisch aus dem Ofen gezogenen Apfelkuchen Platz nehmen. Vielleicht inspiriert sie das zu weiteren geistigen Höhenflügen zum Thema neue Weiblichkeit. Meine Güte. Manche ZeitgenossInnen sollte man wirklich am heimischen Herd festketten und wirkungsvoll verhindern, daß jemals Mikrofone und Füllfederhalter in ihre Nähe gelangen. Die übrigen können sich dann beruhigt ihren Kindern und der Karriere widmen. "Männer [sind] aufgrund ihrer Veranlagung [zum Kinderaufziehen] auch nicht unbedingt vorgesehen", meint die Guteste. Ts. Zum Knochenkotzen.
Das werden wir ja noch sehen.

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