Frostiges Windows
03 05 2009Aus der Abteilung "Dinge, die immer dann eintreten, wenn man keine Zeit dafür hat": Ein Windows XP 32 Bit mit ServicePack 3 friert nach dem Booten unmotiviert ein. Manchmal nach zwei Minuten, manchmal erst nach einer Viertelstunde. Es lassen sich keine weiteren Programme mehr starten. Offene GUIs aktualisieren zwar noch für eine Weile ihre Inhalte (der Taskmanager, beispielsweise), lassen sich aber nicht mehr bedienen und stellen ihre Aktivitäten nach wenigen Minuten ebenfalls ein. Ein paralleles dazu existierendes, theoretisch identisches System läuft tadellos.
Phase I: Die Hardware ist acht Monate alt und auf den ersten Blick funktionsfähig. Alle Lüfter laufen, die Temperaturen sind stabil und bewegen sich im grünen Bereich. Ein Speichertest mittels memtest+ meldet nach vier Durchläufen keine Fehler. CHKDSK findet keine Fehler auf der Festplatte. Booten von Windows im abgesicherten Modus mit Netzwerkunterstützung gelingt. Danach läuft das System auch stabil. Ausschalten aller nicht unbedingt nötigen Programme und Dienste verlängert beim anschließenden normalen Booten zwar die Zeit bis zum Einfrieren, verhindert es aber nicht.
Phase II: Ausbau der Festplatte aus dem baugleichen Parallelsystem und Einbau in den zickenden Rechner. Bootet normal, läuft stabil. A-ha. Die übrige Hardware ist also in Ordnung. Vermutung: eng begrenzter Festplattenschaden. Einbau der betreffenden Platte in ein eSATA-Gehäuse zur weiteren Diagnose mit dem laufenden System. Alle Viren- und Malware-Scans dieser Festplatte verlaufen alarmfrei. Die Diagnose-Software des Festplattenherstellers meldet "S.M.A.R.T.-Status ok". Ein anschließender S.M.A.R.T-Kurztest kehrt jedoch bereits nach ca. 30 Sekunden mit einem "FAIL" zurück.
Phase III: S.M.A.R.T.-Langtest. Der wird nach drei Minuten durch offenbar defekte Sektoren ausgebremst und bleibt schließlich ganz stehen. Das Diagnoseprogramm läßt sich nicht einmal mehr auf normalem Wege beenden. Vermutung bestätigt: Festplattendefekt. Die S.M.A.R.T.-Abfrage lügt.
Also eine neue Festplatte ordern. Gewissensfrage: Welches Modell? Neuer Versuch mit demselben Modell, einer Western Digital Caviar Blue 640 GB (WD6400AAKS), oder Wechsel des Herstellers, zum Beispiel zu - ohnehin von mir favorisiert - Samsung, beispielsweise einer SpinPoint F1 (HD642JJ)? Danach Windows installieren und einrichten und, wesentlich aufwendiger, Installation und Konfiguration von Nutzprogrammen und Spielen. Das wird mindestens drei Feierabende in Anspruch nehmen. Wie gesagt, so etwas passiert nach Murphy immer ausgerechnet dann, wenn man gerade für so etwas ganz und gar und überhaupt keine Zeit erübrigen kann.
Windows war letztendlich definitiv unschuldig. Dessen Verhalten war lediglich ein Symptom, aber nicht die Ursache. Die Festplatte hingegen hat nur acht Monate gehalten und ist der erste Ausfall seit mindestens fünf Jahren.
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Kategorien : Computerwelt
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