Version 1.0 für Audio-Player foobar2000

11 01 2010

Normalerweise erwähne ich Software-Veröffentlichungen nicht (nun gut, außer bei Serendipity, der besten Blogsoftware der Welt™). Das Erreichen von Version 1.0 nach vielen Jahren Entwicklungszeit ist jedoch ein Ereignis, das allemal entsprechende Würdigung verdient. Also: foobar2000, der beste Audio-Player der Welt™, ist jetzt erstmals als Major Release erhältlich.

Ich frage mich ja immer, weshalb es etwas Vergleichbares unter Linux nicht gibt. Klar, da gibt es Kommandozeilen-Player mit Dutzenden Optionen oder solche Monster wie Amarok, die in ihrem hoffnungslos überfrachteten GUI immer irgendwelche Komponenten mit sich schleppen, die immer irgendwie nicht richtig funktionieren. Als Nutzer will ich aber nicht alle anderthalb Wochen testen müssen, ob das neue Release mit den alten Fehlern aufräumt oder über schon wieder ergänzte Features doch nur wieder neue Fehler einführt.

An und für sich müßte man annehmen, daß die Domäne von foobar2000 von einem Linux-Programm beherrscht wird: Eine schlichte, funktionale und aufgeräumte GUI mit einem modularen Konzept für Erweiterungen (Plugins). Die man (nach)installieren kann oder auch nicht, weil sie für die eigentliche Funktionalität - Musik in hoher Qualität abspielen - gar nicht benötigt werden. Ein Programm, das ganz grundsätzlich ohne Konfigurationsorgien alle gängigen Audioformate abspielt und sogar Multimediatastaturen erkennt. Ohne einzufrieren, abzustürzen oder die CPUs dabei zum Glühen zu bringen. Alles schon erlebt.

Für die bescheidene Anforderung des bequemen Musikabspielens zum Zweck des Musikhörens wünsche ich mir eine Software, die auf Anhieb funktioniert: Auspacken, starten, läuft. Mehr Aufwand darf das nicht sein. Da darf nichts großartig kompiliert und konfiguriert werden müssen, das muß einfach out-of-the-box funktionieren. So etwas kann man 2010 voraussetzen.

Also, weshalb funktioniert das unter Linux immer noch nicht? Warum ist Musikhören unter Linux immer noch so aufwendig und mühsam, bis endlich mal ein paar Töne in akzeptabler Qualität aus den Boxen dringen? Vom Musikmachen will ich gar nicht erst anfangen. Das habe ich längst aufgeben. Dafür ist meine Zeit viel zu kostbar und mein Leben zu kurz. Es gibt wesentlich wichtigeres, als Tage und Wochen mit Frickeln unter dem Lieblingsbetriebssystem zu verbringen, um zusammenzubringen, was eigentlich miteinander nicht kompatibel ist und an und für sich auch gar nicht wirklich zusammengehören will.

Da ich ein Unternehmen wie Apple nicht unterstützen will, weil ich dessen Firmenpolitik für noch viel weniger ethisch, ehrlich und diskutabel halte als diejenige Microsofts, wähle ich in diesem Fall das kleinere Übel. Das darf man nicht mißverstehen: ich schätze Linux sehr. Diesen Artikel schreibe ich mithilfe einer Linux-Distribution. Es gibt aber Anforderungen, für die ich jederzeit auf ein anderes Betriebssystem umschalten werde, weil ich mit dessen Hilfe das angepeilte Ziel schneller erreiche. In diesem Fall heißt das Betriebssystem Windows 7.

Und der Audio-Player meiner Wahl heißt foobar2000.


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Ach, übrigens: Wie ich vorgestern schrieb, hege ich leichtes Unverständnis für die Featuritis einiger Audio-Player. Als wollte sie meine Ablehnung bestätigen, folgte dann gestern diese Meldung auf Golem. Man muß nur den Anreißer lesen, um zu wissen, was i
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Aufgenommen: Jan 13, 13:22

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