Umgangsformen
14 05 2011Ein sonniger Morgen. Bei diesem Wetter kann man keine schlechte Laune haben. Nicht einmal dann, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und die Strecke zur Arbeit erneut doppelt so viel Zeit verschlingt, als sie laut Fahrplänen eigentlich kosten sollte.
Am Zielbahnhof erst stelle ich fest, dass die Schlüsselkarte zu Hause liegenblieb. Das ist unangenehm, denn sie hat mehr als eine Funktion inne.
Eine Umkehr kommt bei einer Fahrtdauer von jeweils mehr als einer Stunde nicht infrage. Demnach müssen mich Personalausweis, Zeitkorrekturantrag und hilfsbereite Kollegen über diesen Tag bringen. Nicht nur mir passiert das gelegentlich.
Am Tor werde ich nach kurzem Blick auf den Ausweis durchgewunken. Man kennt sich, auch wenn es in der Regel bei kurzen Grüßen oder wenigen gewechselten Sätzen beim Betreten und Verlassen des Geländes bleibt. Kein Problem, insoweit.
Einige Schritte weiter, in Blickrichtung des Tores, steht eine kleine Gruppe neben dem gläsernen Gebäudezugang und lässt die Sonne auf sich scheinen. Man unterhält sich und raucht.
Ich grüße eine mir unbekannte Kollegin etwa meines Alters mit der Tageszeit und bitte sie anschließend höflich, die elektronische Türsperre für mich zu lösen. Lächelnd nenne ich ihr den Grund meines Anliegens.
Sie sieht mich an und verzieht dabei keine Miene. "Da könnte ja jeder kommen."
Besten Dank, Kollegin.
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Kategorien : Außenwelt
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