Google legt sich mit China an

13 01 2010

Google hat die Nase voll von China und läßt die Zensur seiner Suchmaschine dort fallen. Wenn die chinesische Regierung nicht mitspielt, wollen sie google.cn herunterfahren und notfalls auch ihre Niederlassungen in China schließen.

Jetzt wird es spannend. Ein multinationaler Großkonzern legt sich mit einer Regierung und der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt an. Popcorn für alle!

(via fefe)

[Nachtrag] Ich lege Wert auf die Feststellung, daß ich diesen Artikel samt seiner Überschrift noch nicht kannte, als ich das obige schrieb.

Frühstück

13 01 2010

Heute morgen an der Kasse meines Lieblingslebensmittelgeschäftes. Ein Mann um die Dreißig in Anzughose und weißem Oberhemd legt folgendes auf's Band: 6 Gläser Nutella +40g extra und 1 Flasche Mezzo-Mix Zero. Dahinter: 3x Emmi Caffé Latte Macchiato (moi).

Schon gefrühstückt?

Video des Tages: The Monks - I Hate You

11 01 2010

Darauf hat mich dankenswerterweise heute ein Arbeitskollege gebracht, und ich bedauere es ganz außerordentlich, mein diesbezügliches Unwissen eingestehen zu müssen. Diese Bildungslücke muß schleunigst geschlossen werden:






Mehr auf die Ohren gibt es hier.

Version 1.0 für Audio-Player foobar2000

11 01 2010

Normalerweise erwähne ich Software-Veröffentlichungen nicht (nun gut, außer bei Serendipity, der besten Blogsoftware der Welt™). Das Erreichen von Version 1.0 nach vielen Jahren Entwicklungszeit ist jedoch ein Ereignis, das allemal entsprechende Würdigung verdient. Also: foobar2000, der beste Audio-Player der Welt™, ist jetzt erstmals als Major Release erhältlich.

Ich frage mich ja immer, weshalb es etwas Vergleichbares unter Linux nicht gibt. Klar, da gibt es Kommandozeilen-Player mit Dutzenden Optionen oder solche Monster wie Amarok, die in ihrem hoffnungslos überfrachteten GUI immer irgendwelche Komponenten mit sich schleppen, die immer irgendwie nicht richtig funktionieren. Als Nutzer will ich aber nicht alle anderthalb Wochen testen müssen, ob das neue Release mit den alten Fehlern aufräumt oder über schon wieder ergänzte Features doch nur wieder neue Fehler einführt.

"Version 1.0 für Audio-Player foobar2000" vollständig lesen


Schwarze Erde

10 01 2010

Höre gerade verzückt "Black Earth" von Bohren & der Club of Gore. Gestern abend schon, in etwa um dieselbe Zeit, spielte das "Midnight Radio" eine extrem verlängerte Sendung. Doomjazz vom feinsten, Entschleunigung pur. Trotzdem nicht ermüdend. Eine Reise zu der Zeit zwischen den Tönen, hinab zum Schweigen in der Mitte der Klänge. Der Schrecken lauert nicht dort, wo es laut ist. Er läuft einem leise den Rücken hinunter.

Der Geist des vergangenen Jahrhunderts

10 01 2010

"Leutheusser-Schnarrenberger droht Google", titelt heise. Was zuerst nach einem comicartigen, plakativen Witz klingt, entpuppt sich beim Lesen als offenbar vollkommen ernst gemeint.

Man muß sich die Absurdität des Ganzen einmal bewußt vor Augen führen. Auf der einen Seite eine kleine Justizministerin einer zweitrangigen Partei eines viertrangigen Landes, auf der anderen Seite ein weltweit agierender, in den Vereinigten Staaten heimischer Großkonzern. Damit wäre eigentlich bereits alles gesagt und das Handeln der Politikerin an und für sich der Lächerlichkeit preisgegeben.

"Der Geist des vergangenen Jahrhunderts" vollständig lesen


Winterwald

04 01 2010



Aufgenommen in Essen-Katernberg.
Kamera war eine Canon Digital Ixus 100 IS.

Großraumabteilunterhaltung

03 01 2010

Auf der Rückfahrt vom Vintage Electronic Festival sitze ich im Zug von Düsseldorf nach Bonn neben zwei Medizinstudentinnen, die sich mit ihrem Wissen über EMG großtun und vorgeben, dabei zu lernen. Der einen rollt immer wieder der Trolley über den Gang davon, bis ihr eine alte Dame rät, das Ding doch einfach querzustellen.

Sie daraufhin: "Oh, das klappt ja wirklich!"

Medizin studieren, aber von angewandter Physik keine Ahnung haben; ohauerha ...

Zwischenfall: Vintage Electronics 2 Analog Electronic Festival

02 01 2010

So, dann wollen wir das neue Jahr mal ganz gepflegt einläuten mit:

Twice a Man,
Portion Control und
Edward Ka-Spel.







Auf die Ohren!

[Update 2010-01-03] Links auf Wikipedia-Miniartikel zu den Künstlern eingepflegt (besser als gar nichts) und dazu eines meiner Meinung nach schönsten Pink-Dots-Stücke, um einen Eindruck von Edward Ka-Spels Stimme zu vermitteln.

Kontaktaufnahme mit dem Formatechaos

02 01 2010

Wenn ich geahnt hätte, wie schwierig es ist, eine brauchbare, freie Videokonvertierungs- und Schnittsoftware zu finden, dann hätte ich von vorneherein darauf verzichtet, den Aufwand für die Erzeugung dieses billigen, kleinen Filmschnipsels zu betreiben.

Im Ernst, gibt es 2010 immer noch keine Komplettprogramme, die solch simple Aufgaben wie das Schneiden eines Videos und die anschließende Umwandlung in ein beliebiges Zielformat für den Anwender transparent erledigen können? Ohne großartige vorherige Einstellungsorgien und die Voraussetzung, daß man darüber zuallererst zum Formatspezialisten und Filmprofi mutieren muß? Fast kann ich es mir nicht vorstellen.

Im allgemeinen bin ich recht technikaffin. Es gibt aber einige Anwendungsfälle, bei denen ich möchte, daß die Aufgabe möglichst schnell erledigt ist und der Ablauf für mich simpel vonstatten geht. Mich interessiert dabei nicht, in welchem - vermutlich proprietären - Drecksformat meine Kamera ihr Bildmaterial speichert. Und auch nicht, welches andere, vermutlich nicht hundertprozentig kompatible Format irgendein xbeliebiges Stück Software für die Bearbeitung oder Darstellung meines Bildmaterials als Input erwartet. Und auf eine Netzverbindung für irgendwelche Online-Geschichten will ich erst recht nicht angewiesen sein. Meine Filme will ich überall und jederzeit bearbeiten können. Also lokal. Punkt. Und offline. Doppelpunkt:

Ich will eine Videodatei nehmen und auf eine Software werfen können, und die ermöglicht mir dann, dieses Bildmaterial zu schneiden. Dazu muß es natürlich gleichzeitig abspielbar sein. Anschließend will ich den fertigen Film in einem möglichst massentauglichen Format speichern können. Im Idealfall dabei selbstredend ohne Qualitätsverlust. So daß, wenn ich diesen Film Tante Marta per Mailanhang oder als Datei auf einem Datenträger zukommen lasse, diese per Mausklick meine Künste als Regisseur bewundern kann, weil ihr Standard-0815-Videoabspielprogramm damit umzugehen weiß.

Damit dürfte klar werden, daß auch ein paar andere Dinge überhaupt gar nicht gehen. Zum Beispiel, daß ich irgendeinem Hersteller eines Stücks proprietärer Software, deren Qualität ich vor dem Ausprobieren logischerweise noch gar nicht einschätzen kann, zunächst mal die Farbe meiner Unterhose und die Höhe meines Gehaltes nennen muß, bevor mir gnädigerweise erlaubt wird, eine 10-Tage-Testversion seines Produktes herunterzuladen. Äh, hallo?
Also: Accounterstellungszwang beim Anbieter = kein Interesse und garantiert kein Kauf.

Ebensowenig will ich einen Kredit aufnehmen müssen, um besagtes Stück Software käuflich erwerben zu können. Meine Kamera ist ein simples Consumer-Produkt. Ihr Preis bewegt sich in einem niedrigen dreistelligen Bereich. Da bin ich nicht bereit, eine vierstellige Summe auszugeben, um von einem fingernagelgroßen Sensor erzeugtes grisseliges Bildmaterial weiterverarbeiten zu können. Wenn ich richtig filmen will, kaufe ich mir so etwas ähnliches wie eine PMW-EX1.
Also: Die Kosten für das Schnittprogramm - wenn überhaupt dabei welche entstehen - dürfen sich maximal im niedrigen zweistelligen Rahmen bewegen.

Geht das? Gibt es das? Hey Leute, wir haben 2010! Wir haben tolle Computer! Und jede Menge Rechenpower. Nur an der Kompatibilität und Nutzbarkeit diverser Softwareprodukte und damit verbundener Arbeitsabläufe scheint es immer noch gewaltig zu hapern. Nicht nur auf diesem weiten Feld, das mir im Augenblick eher wie eine ziemlich große Wüste vorkommt.

Nachgebloggt: ARD mit ELENA

01 01 2010

Falls irgendwer noch die Hoffnung hegte, in punkto Datenschutz versus Vorratsdatenspeicherung könne 2010 noch nicht jedes Kind in den Brunnen gefallen sein, konnte er sie gleich wieder fahren lassen. In die erste 20:00-Uhr-Tagesschau des neuen Jahres stieg die ARD mit einem relativ kritischen Beitrag über den Elektronischen Einkommensnachweis ein, der eigentlich auch hartgesottenen Ignoranten die Haare hätte zu Berge stehen lassen müssen. Die gesendete Kurzversion schien mir deutlichere Töne anzuschlagen ais die nun auf der ARD-Website stehende Langfassung, deshalb erwähne ich es überhaupt hier. Ich kann mich darin aber auch irren.

Normalerweise blogge ich nicht mehr über Datenschutzthemen. Wollte ich das konsequent tun, käme ich aus dem Schreiben gar nicht mehr heraus und müßte sie zum alleinigen und zentralen Thema des Blogs machen. Informiert euch selbst. Seid kritisch. Werdet aktiv. Wählt richtig. Schützt euch, wo es irgend geht und noch möglich ist.

Frohes neues Jahr!

01 01 2010

Ein frohes neues Jahr, Gesundheit, Glück und einen guten Start in die neue Dekade wünsche ich allerseits!







Übrigens, und weil es andernorts anderen angemeckert wird, ist mir die kalendarische Festlegung des Jahrzehnts durchaus bewußt. Trotzdem beginne ich, wie bei der Indexierung von Array-Elementen, bei Null zu zählen, nicht bei Eins. Demnach gibt es auch Nullerjahre. Und eine Dekade ist eine Dekade ist eine Dekade, ein Zeitraum von zehn Jahren. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: wen das stört, der kann gerne am Ende dieses Jahres bei Null beginnen und mit mir in die neue Dekade hineinfeiern. Daraus ergibt sich für mich der charmante Vorteil, ihren Start gleich zweimal begehen zu können.

2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen

01 01 2010

Die neue Dekade soll mit etwas besonderem beginnen. Deshalb wird als erstes mein Gaumen Kontakt aufnehmen, und zwar mit einem Tyrconnell, den ich zu Weihnachten geschenkt bekam.

Aus dem Umstand, daß ich lieber mit einem Single Malt Whiskey anstoße als mit einem beliebigen Schaumwein, läßt sich berechtigterweise der Schluß ableiten, daß ich mich für blasses Blubberwasser wenig begeistern kann. Auch für Champagner kann ich mich kaum erwärmen, zumal es sich dabei eigentlich um ein Kaltgetränk handelt.

Für mich deshalb bitte nur ein wenig Quellwasser auf den Tisch; danke, James.

Werbepause

17 08 2009

Sil53r: (kommentiert einen Werbespot)
Die Königin: (entsetzt) "Du kannst doch Jessica Alba nicht 'Entenarsch' nennen!"

Das beste am Fernsehprogramm, und zwar einhellig über alle Sender hinweg, ist die Werbung. Es ist der einzige Part, in dem Werbeagenturen wirklich kreativ sein dürfen und Filmemacher sich noch richtig austoben können. Dort, wo Klischees auf Wunschdenken und die exaltierte Hoffnung treffen, man möge die angepeilte Zielgruppe tatsächlich erreichen, dort, wo das meiste Geld hineingesteckt wird, steckt auch die eigentlich Unterhaltung.
Ich liebe Werbefernsehen.

Ab und zu scheint ein Funken Intelligenz auf. Wie zum Beispiel in jenem Spot, der mit der Frage beginnt: "Ist ihnen schon einmal aufgefallen, daß in einem Auto die wirklich wichtigen Personen immer hinten sitzen?" Darauf werden verschiedene VIPs in ihren Luxusgefährten gezeigt. Anschließend Schwenk zu den Kindern auf dem Rücksitz einer Familienlimousine. Das ist brillant und dürfte seine Wirkung nicht verfehlen.

Am spannendsten ist Werbefernsehen aber dort, wo es am dämlichsten ist. Und damit meine ich nicht einmal Yodafail und seine fehlgeleitete Kampagne. Oft werden strunzdumme Sätze herausgehauen, die vor Blödheit nur so krachen. Deutschländerwürstchen sind da schon ziemlich nahe dran an einem hohen Unterhaltungswert.

Wie zum Beispiel: "Heilen Sie ihren Fußpilz!"
Ähm, hallo? Ich will den nicht heilen, sondern bekämpfen! Eine Fußpilzinfektion kann man mit dem beworbenen Mittelchen vielleicht heilen, aber auch dazu muß man zunächst mal den Pilz vernichten. Mit Heilung ist bei dem gar nichts zu wollen.

Oder: "Gegen jedes Anti-Aging-Problem gibt es eine Crème."
Das glaube ich zwar gerne, aber ob das den angepeilten Verbraucherinnen wirklich gefallen wird? Ich glaube, denen kann man besser mit Crèmes gegen Aging-Probleme kommen, die sie bei ihren Anti-Aging-Bemühungen auch tatkräftig unterstützen. Es ist stark zu bezweifeln, daß sie sich etwas ins Gesicht schmieren wollen, was sie noch älter aussehen lassen wird, als sie bereits sind. Jaja, die böse Buzzword-Falle. Ihr Bumerang kann einem schonmal harte Nackenschläge verpassen, wenn man mit Anglizismen um sich wirft, seiner Muttersprache aber nicht vollends mächtig ist.

Das allerbeste ist aber ein Produkt, das es wirklich so auf dem Markt gibt:
Vanish Oxi Action Intelligence Plus Powerweiß Gel.
Wow. Je dümmer die Hausfrau, desto intelligenter das Waschmittel.

Das muß man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich liebe vor allem diese kreative Neuschöpfung "Powerweiß". Das einzige Wort im Produktnamen, das noch einen winzigen deutschen Restreinbestandteil enthält. Weiß der Fleckenteufel, warum. Mein verstorbener Großvater hätte kommentiert: "Ich weiß zwar nicht, was das ist, aber das ist so'n Wort!"

Sil53r: "Ich mag keine Lamas. Die spucken immer!"
Die Königin: "Das ist kein Lama!1!! Das ist ein Alpaka!"
Sil53r: (Pause) "Schmecken Alpakas gut?"
Die Königin: "Du Gierschlund! Das schreibt sich Lama, nicht Lamm!"

Enchanté, Madame Diener

16 08 2009

Einer meiner erlernten Berufe ist der des Reformhauskaufmanns. Nach einigen Jahren in der Szene habe ich ihn aufgegeben. Wahrscheinlich wäre ich sonst wahnsinnig geworden und irgendwann Amok gelaufen. Angeblich soll Fleischverzicht ja friedlich stimmen, aber ich hege den schlimmen Verdacht, daß all diese Surrogate auf Dauer äußerst aggressiv machen. Das liegt vermutlich an dem ganzen DDT in dem Soja oder womit die armen Bauern in der dritten Welt ihre Felder sonst noch düngen. Jedenfalls hätte ich am Ende für ein saftiges, englisches Steak töten können.

Daß, kleidungstechnisch betrachtet, gelegentlich an Schamanen erinnernde Gestalten durch die Gänge des heimischen Biohauses schlichen, daran gewöhnte man sich irgendwann. Wenn sie eines ihrer bizarren Rituale vor dem Regal mit den Würzkräutern verrichteten, blieben die schwingenden Messingpendel immerhin lautlos, störten die übrige Kundschaft nur unwesentlich und hinterließen darüberhinaus keine dauerhaften Spuren. Außerdem ist dies ein Land mit Religionsfreiheit.

Diskussionen über die Vorzüge antroposophischer Erziehung bei gleichzeitiger makrobiotischer Ernährung fand ich hingegen deutlich belastender. Noch heute betrachte ich es als die Kür der hohen Verkaufskunst, fortwährend freundlich lächelnd zu nicken, während einem bei jedem zweiten Wort der Bullshit-Detektor lauthals in die Ohren schrillt. Wer bereits solche Perlen der Makrobiotik gekostet hat wie beispielsweise Umeboshi-Aprikosen, wird Verständnis für mein Verlangen entwickeln, auf Speisen wie Tagliatelle al salmone oder Roquefort-Creme-Brûlée nicht verzichten zu wollen.

Interessant war auch zu beobachten, daß gerade diejenigen Leute, die einem weiszumachen suchten, sie ernährten sich besonders gesund, häufig aussahen wie die Protagonisten aus einem George-A.-Romero-Film. Der Gipfel des Kultischen aber war eine Geburtstagsfeier mit Essen, das ausschließlich mit Produkten aus biologisch-dynamischem Anbau hergestellt worden war. Dazu wurde ein Edelstein-Verkauf zur Stärkung der Chakras gereicht. Die musikalische Untermalung bestand aus Planeten-Gongs. Die CDs des Künstlers konnte man anschließend ebenfalls kaufen.
Nein, ich wurde nicht wahnsinnig.

Aber es genügt, um sich heute ehrfurchtsvoll vor Frau Diener zu verneigen. Chapeau!