
Ein nachtschwarzer Bolide, zwei Länder, drei Lebenwesen, 18 Tage, 4.222 Kilometer, über 40° C Außentemperatur, mehr als 180 PS und 220 Km/h Spitze. (Der Wagen leistet mehr, wurde aber nicht ausgefahren.) Eine Klimaanlage, für die man angesichts dieses Sommers mehr als einmal dankbar war.
Sarreguemines,
Nancy,
Neufchâteau,
Langres, Dijonne,
Beaune,
Chalon-sur-Saône,
Vichy,
Clermont-Ferrand,
Millau,
Pézenas,
Béziers,
Lézignan-Corbières und schließlich das Ziel
Boutenac.

Käse aus
Roquefort-sur-Soulzon, die "Neuentdeckungen"
Rocamadour und
Lou Perac, unzählige
Baguettes, etliche Brote, korsische Kekse, Biskuits aus der Normandie, Anisgebäck aus Roussillon, Wurst aus dem
Hérault,
Eintopf aus
Castelnaudary, Enten- und Kaninchenpastete, Milchprodukte in unzähligen Varianten und nicht zuletzt die Weine der Region ließen die heimische Küche schlagartig in Vergessenheit geraten. Einmal stellte die Königin erstaunt fest: "Selbst abgepackte Fertigprodukte besitzen eine [geschmacklich] höhere Qualität als in Deutschland." Wenn also irgendwo die Götter ein Stückchen des Paradieses auf Erden zurückgelassen haben müssen, dann in diesem gesegneten Land.


Nichtsdestotrotz ist nichts auf der Welt umsonst, und so ist das Leben im
Languedoc-Roussillon nicht gerade preiswert. Die Immobilienpreise explodieren im Kanton Corbières, seit
Rhyanair auch
Carcassonne anfliegen und das
Département Aude damit für Briten und Iren ein attraktives Ziel wird. Altbauten in selbst abgelegenen Dörfern sind preislich beinahe unerschwinglich, obwohl in Boutenac zum Beispiel ein grob geschätztes Fünftel der Häuser in der Altstadt zum Verkauf steht. Alle diese Häuser sind jedoch stark renovierungsbedürftig, und man würde wohl in etwa die gleiche Summe für den Erwerb noch einmal investieren müssen, um einen solchen Bau bewohnbar zu machen. Mehrere Urlaubsreisen wert ist die Gegend um die Heimat der
Katharer aber auf jeden Fall. Und leben, leben möchte man dort allemal...