Zwischenruf

22 01 2009

Der Kaiser ist heiser
und spricht deshalb leiser.
Das macht ihn nicht weiser,
den kleinen Schaiser.

Non, je ne regrette rien

01 01 2009


Non! Rien de rien ...
Non, je ne regrette rien.
Ni le bien, qu'on m'a fait, ni le mal,
tout ça m'est bien égal!

Non! Rien de rien ...
Non, je ne regrette rien.
Car ma vie, car mes joies
aujourd'hui, ça commence avec toi!


[Edit Piaf, 1960]

What's the rumpus?

24 12 2008


Don't let the truth get in the way of a good story
No harm no foul no crime
Don't let the truth get in the way of a good story
It'll get 'em every time.


[Gaelic Storm]

Vielleicht ist es aufgefallen, daß ich seit längerem keine politischen Themen mehr kommentiere. Ich kann es einfach nicht. Angesichts dieser Tage, in denen die Hauswände wieder mit übermannshohen Plakaten halbverhungerter Kinder tapeziert sind, die mit großen Augen dem Betrachter entgegenblicken, oder mit Reisschüsseln, in denen eine dekorative Wenigkeit Körner drapiert ist, kann ich nur ein ums andere Mal Max Liebermann aus der Tasche ziehen:

Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.

Verdammte Bigotterie. Erst predigen wir den Segen der Globalisierung, beuten die Drittländer nach Kräften aus, und zu Weihnachten werfen wir einen symbolischen Obolus in den moralischen Klingelbeutel, um unser Gewissen zu beruhigen. Das tut ja nicht weh. Hilft aber auch nicht.

Leute, diese Kinder verhungern, weil wir uns hier die Bäuche vollschlagen und auf Breitbild-LCD-TV, Glam-Deluxe-Handy und das Bling-Bling, das wir uns um die Hälse hängen, nicht verzichten wollen! Nicht? Nun gut, sie verhungern, weil deren Machthaber unser Treiben beobachten und uns nach Kräften nacheifern. Man muß zugeben, einige sind darin recht konsequent.

Gleichzeitig jammern wir hierzulande, wie schlecht es uns doch allen geht. Finanzkrise, ohauerha! Man muß nur diese Wahnsinnigen einmal näher beobachten, die dieser Tage die Läden stürmen. Da werden Berge von Lebensmitteln nach Haus geschleppt, als stünde der dritte Weltkrieg vor der Tür. Anschließend spendet man zur Beruhigung des schlechten Gewissens einen Fünfer an "Brot für die Welt" und setzt "Abnehmen" auf die Liste der Ziele für das kommende Jahr. Hallo? Geht's noch?

Moment ... Das war die falsche Karte. Eigentlich wollte ich einen Rether ziehen. Anderes Thema, aber im Grunde ganz ähnliches Spiel. Überhaupt bin ich inzwischen ja sowas von verunsichert, was die innere Sicherheit betrifft! Nein, war ein Witz. Denn eines ist zumindest sicher: daß unsere Grundrechte hierzulande nicht mehr sicher sind. Ich dachte immer, ich sei bloß paranoid. Stellt sich stattdessen raus, ich hatte die ganze Zeit über recht.

Die Frage, die sich unweigerlich anschließt, ist: Was kann man tun? Oder, deutscher formuliert: Was sollte man tun? Womit wir bei Martin Niemöller angelangt wären. Nicht die erste Reminiszenz an die die jüngere deutsche Geschichte.

Andererseits, was soll's. Uns ist doch im Grunde genommen sowieso nichts heilig. Und wo wir schon bei dem Buch der Bücher sind: Nach uns die Sintflut. Machen wir einfach weiter wie bisher. Auf der Titanic hat das ja damals auch gut geklappt. Großes Geschrei und wenig Aktionen, das erinnert mich entfernt an unsere Bundesregierung und an eine weitere Karte, die ich noch in der Tasche habe. Diesmal den Pispers.

Wir müssen also alle Angst haben. Große Angst. Vor der Erderwärmung und der Finanzkrise, vor allem aber von dem bösen Islam und Terrorzellen in und auf deutschem Blut und Boden. Vermutlich sind wir alle schon infiziert. Infiltriert! Infiltriert, sollte das heißen. Laßt und in Angst und Schrecken leben! So wie unsere amerikanischen Freunde, denen inzwischen auch bloß noch der Galgenhumor und die Verspottung vermeintlicher Minoritäten übrigbleibt.

Obwohl, angesichts der über uns schwebenden Seidenfäden und dieses Schwerts des Damokles, der ständigen Terrorgefahr, sollten wir uns alle bei den Händen fassen und gemeinsam christliche Lieder singen. Lest fefe und Ravenhorst! Nehmt euch vor, im nächsten Jahr euer Kreuz an die richtige Stelle zu setzen und tragt es bis dahin mit Geduld und Fassung. Denn, nicht zu vergessen, schlimmer geht immer. Im übrigen und ansonsten: Frohe Weihnacht.

Leaving

11 12 2008


Remember me for what I was
Not as I am now
I'll merge into the shadows
I'll disappear into the rain

Remember me for what I was
Not as you see me now
I'll walk out into tomorrow
I'll melt into the sun

Remember me for what I was
A glance in your direction at the right time
A smile breaking into a crescent moon
A word of reassurance

[...]

Remember me for what I was
Not what I couldn't be
Remember me for what I was
And shall never be again


[Anne Clark, 1987]

Schlußstück

07 12 2008


Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.


[Rainer Maria Rilke, 1906]

Ein Satz heißer Ohren

16 11 2008

So, ich habe heute mal ein grob geschätztes Zwanzigstel der Original-CDs, die hier in den Regalen herumstehen und allmählich Rost ansetzen alterbedingte Verfallserscheinungen zeigen, auf die Festplatte gezogen und archiviert. Knapp 24 GB audiophiles Material sind dabei bisher zusammengekommen.

Selbst schuld. Beim Ablegen als MP3-Dateien mit konstant 128 kbps ließe sich eine Menge Platz einsparen. Dumm nur, daß ich auf FLAC und, wenn schon MP3, dann auf VBR bestehe. Ich weiß, ich weiß, ich muß es immer übertreiben.

Now Playing: The Jesus and Mary Chain - Half Way to Crazy

Verfallende Digitalmedien

16 11 2008

Gerade halte ich eine 1995 gepreßte CD in den Händen, die, nun ja, physisch äußerst interessant aussieht. Man könnte auch von galoppierendem Lochfraß sprechen. Höchste Zeit, dasjenige von ihrem Inhalt zu sichern, was noch zu sichern ist. Zwar mag man argumentieren, daß er nicht sonderlich wichtig sein kann, wenn ich ihm so lange keine Beachtung geschenkt habe. Aber ich wüßte jetzt doch gerne, weshalb ich diesen Datenträger 13 Jahre lang aufbewahrt habe ...

[Update] Track 4, "Ich", ist über den Jordan. War der Beste. Schade, aber sei's drum.

Now Playing: The Ramones - Mama's Boy

Codemasters sperren Lotro-Client

15 11 2008

Codemaster haben einen kapitalen Bock geschossen, fetter geht es bald gar nicht mehr. Wer die Lotro-Erweiterung "Die Minen von Moria" vorbestellt hatte und sich nach Erhalt der Lieferung in freudiger Erwartung an deren Installation machte, dürfte abschließend eine Überraschung erlebt haben: Rien ne va plus - nichts geht mehr.

Im sich nach der Installation automatisch öffnenden Client gelangt man gerade noch bis zu dem vierten Schritt des Anmeldevorgangs, der Überprüfung der Spiele-Daten. Nach kurzer Wartezeit wird dann die folgende Meldung ausgegeben:

Bei der Aktualisierung ist ein Fehler aufgetreten:
Unknown Error.


Genauere Hinweise erhält man nicht. Sieht man jedoch genauer nach und beginnt, nach der Ursache zu forschen, findet sich die Erklärung in der dritten von insgesamt vier News-Meldungen, die im Nachrichtenfenster des Clients angezeigt werden.

Wichtige Information für Moria-Kunden
Moria noch nicht installieren!
11-Nov-2008

Vielen Dank, dass du eine Kopie von Die Minen von Moria gekauft hast.

Wir möchten alle Moria-Kunden, die die Installations CDs vor dem 18. November erhalten, darauf hinweisen, dass die Installation erst am 18. November 2008 ab 0:00 Uhr (GMT+1) durchgeführt werden sollte.

Sollte der Moria-Client vor dem 18. November installiert werden, wird dieser inkompartibel zur aktuellen Version des Spiels sein, so dass du dich nicht mehr im Spiel anmelden kannst, bis Moria veröffentlicht wird.

Vielen Dank.


Dieses Fenster ist jedoch so klein, daß immer nur eine Nachricht direkt sicht- und von der nächstälteren gerade noch die Titelzeile lesbar ist. Die "Wichtige Information" ist also gerade nicht auf Anhieb erkennbar und muß erst durch explizites Scrollen im Nachrichtenfenster herausgesucht werden. Das Allerschärfste daran ist noch, daß sich der Client mit ebendieser Information erst nach der Installation öffnet. Also dann, wenn es für eine Warnung sowieso längst zu spät ist.

Der Verkaufsverpackung liegt kein Warnzettel bei. Im Handbuch wird der Umstand, daß man sich durch die Installation der Erweiterung vom Spiel aussperrt, mit keiner Silbe erwähnt. Der Installer warnt bei seinem Aufruf ebenfalls nicht. Hätte ich nicht bereits in der Betaphase des Spiels eine lebenslange Mitgliedschaft erworben, sondern würde Monatsgebühren entrichten, dann wäre ich spätestens jetzt stinksauer. Aber sowas von! Jeden Tag, den Codemasters mich auf diese Weise aussperren, zahlte ich dann für eine nichterbrachte Leistung.

Als jemand, der täglich mit Computersystemen und Software umgeht und gelegentlich selbst welche entwickelt, weiß ich, daß dieses Verhalten vermeidbar gewesen wäre. Eine solche Vorgehensweise ist schlichtweg eine Schlamperei. Es hätte erstens mehrere Möglichkeiten gegeben, die Kunden rechtzeitig zu informieren und deutlich zu warnen, und zweitens bin ich mir sicher, daß kein konkreter Grund besteht, weshalb sich der Client so verhält und nicht anders. Außer dem, daß man an den Kosten gespart hat, eine Aktualisierungsmöglichkeit für die Erweiterung zu entwickeln, die mit dem bisherigen Spiele-Client kompatibel gewesen wäre. Und das wiederum ist ein Argument, das ich als zahlender Kunde selbstverständlich nicht akzeptiere.

Nun könnte man Spielern, die in diese Falle laufen, vorwerfen, daß sie sich ja vor der Installation auf der Website des Herstellers hätten informieren können. Nur wird, wer diese Website kennenlernt, sehr schnell eines besseren belehrt. Es handelt sich um ein Flash-Film- und werbungüberladenes Portal, das bei im Browser eingeschaltetem Skript- und Werbeblocker praktisch unbenutzbar ist und deshalb aus Sicherheitsgründen ohnehin schon nicht benutzt werden sollte. Die Hersteller-Website scheidet als zuverlässige Informationsquelle daher definitiv aus.

Als berufstätiger Mensch mit einem realen Leben, also in der Rolle des Freizeit- und Gelegenheitsspielers, empfinde ich es außerdem als unzumutbar, mir den kostbaren Feierabend mit der Aktualisierung mehrerer Spiele-Clients (insgesamt sind es hier drei) um die Ohren schlagen zu müssen.

Der Download eines 500MB-Standalone-Patches zusätzlich zu den auf den DVD-Medien enthaltenen Installern und die eigentliche Aktualisierung fressen in meinen Augen erheblich zuviel Zeit. Das möchte ich nicht an einem Montagabend nach einem anstrengenden Arbeitstag kurz vor der Freischaltung der Erweiterung machen. Da habe ich durchaus besseres mit meiner Freizeit vor: Deshalb die Installation zu Beginn des Wochenendes. Die Interessen der berufstätigen Spieler hätte der Hersteller bei der Spieleentwicklung meines Erachtens nach mitberücksichtigen müssen.

Ich bezweifle außerdem massiv, daß die notorisch langsame Arbeitsweise der verschiedenen Lotro-Installer und das Patchen des Clients im Schneckentempo wirklich notwendig sind und so gar nicht zu beschleunigen wären. Die Aktualisierungen des Spiels sind wahrhaft quälende Zeitfresser, von einer Neuinstallation gar nicht erst zu reden. Und damit mir nicht unterstellt wird, das auf unterbelichteter Hardware zu versuchen: wir reden hier von 3GHz-Dualcore-Rechnern an einer Breitband-ADSL2+-Anbindung.

• Warum wird nicht auf oder in der Packung, spätestens aber bei der Installation davor gewarnt, daß die Erweiterung den Spiele-Client bis zu ihrem offiziellen Start unbrauchbar macht?
• Warum steht diese Warnung nicht als feste Top-Meldung an der Spitze aller Nachrichten im Client?
• Warum ist die Website des Herstellers nicht als leicht zu navigierende Informationsquelle ausgelegt?

Echt klasse, Codemasters, das habt ihr prima hingekriegt!

Vielen Dank.

Dafür nicht.

World of Warcraft: Wrath of the Lich King

13 11 2008

Wie Golem und andere berichten, kam es beim Mitternachtsverkauf der neuesten World-of-Warcraft-Erweiterung zwar durchaus zu längeren Schlangen und dadurch bedingten Wartezeiten, der von den Medien erhoffte Ansturm und die damit verbundenen tumultartigen Szenen blieben jedoch aus.

Ich möchte mich am weit verbreiteten "Mein MMORPG ist viel besser als deines!"-Bashing wohlweislich nicht beteiligen. Jeder mag spielen, was und wie es ihm gefällt, solange er seinen Mitspieler gleiches einräumt.

Wenn ich mir die Bilder der neuesten Erweiterung ansehe, laßt sich aber sehr leicht eine Erklärung dafür finden, weshalb ich mit World of Warcraft nichts anzufangen weiß. Offenbar lege ich großen Wert auf über die Grafik vermittelte Spielatmosphäre. Mit dem stellenweise an Comic-Zeichnungen erinnernden, bonbonbunten und bisweilen mangaähnlichen Stil der WoW-Umgebung werde ich einfach nicht warm. Mir scheinen die Hintergrundbilder außerdem teils arg flächig und detailarm zu sein. Schon beim Betrachten der Screenshots will keine rechte Stimmung aufkommen.

Die Bilder aus Lotro wirken detailreicher, etwas realistischer und - auf mich - deshalb stimmungsvoller. Wenn man sich etwas Mühe gibt, kann man beim Spielen durchaus den Eindruck gewinnen, sich durch eine zwar stark idealisierte, aber immerhin beinahe real scheinende Landschaft zu bewegen. Mehr als einmal haben ich und meine Mitspieler unterwegs angehalten, um den Anblick einer besonders spektakulären Aussicht im Spiel zu genießen. Selbst heute noch, nach über einem Jahr und sogar bei genauer Kenntnis der verschiedenen Gebiete, laufe ich gerne durch bestimmte Landstriche. Nichts geht über einen Blick vom Nördlichen Hohen Paß auf das Nebelgebirge bei Vollmond, wenn unten aus dem Tal die Feuer verstreuter Bilwisshorden heraufleuchten.

Vemu ai-menu! Auf nach Moria!

12 11 2008

Die Welt ist grau, der Berg ist alt,
Die Essen leer, die Aschen kalt,
Kein Harfner singt, kein Hammer fällt;
Das Dunkel herrscht in Durins Welt,
Sein Grab liegt unter Schatten da
In Khazad-dûm, in Moria.

[J. R. R. Tolkien]

Heute ist sie eingetroffen, die Erweiterungsbox zum Online-Spiel Der Herr der Ringe Online, kurz Lotro. Ihr Titel, "Die Minen von Moria", verrät, in welche Gegenden es uns Spieler ab kommenden Dienstag verschlagen wird: nach Lothlórien und weiter nach Khazad-dûm, nach Zwergenbinge, in die größte und schönste Stadt der Zwerge, die jetzt verlassen ist. Wer weiß, welche Schönheiten den Wanderer auf seinem Weg durch den Dämmer des Waldes von Lothlórien erwarten, und was sein Fuß in den Tiefen der Zwergenmine aufstöbern wird? Vielleicht findet ein besonders Glücklicher dort sogar noch etwas Mithril, das unschätzbar kostbare Moria-Silber ... Warum aber haben die Zwerge diesen für sie so bedeutenden Ort einst fluchtartig verlassen?

Die Box der Special Edition
Der Schuber mit den Intarsien des Nordtores von Moria
Inhalt: Soundtrack-CD, Spiele-DVDs, Box mit Handbuch, Karte von Moria, Ring und Brosche, Karten mit Codes für Probezugänge


















Die Box kam in einem einfachen Luftpolsterumschlag aus Warwickshire, Großbritannien. Er war reichlich groß, so daß sie darin hin- und herrutschen konnte. Außerdem war er viel zu dünn, um den Inhalt sicher vor Beschädigungen auf dem Versandweg zu schützen. Meine Lieferung war denn auch vor der Zustellung postalisch wiederverschlossen worden, weil die Verpackung unterwegs an der Verschlußseite aufgerissen war. Dabei hatte ich noch Glück, denn die Pappschachtel der Box war bloß an einer Ecke etwas eingedellt, ansonsten aber unbeschädigt. Trotzdem bin ich einigermaßen verärgert darüber, daß Codemasters bei einem Verkaufspreis von fast 70 € ausgerechnet an der Versandverpackung sparen.

Vom Inhalt interessieren mich das ganze Klimbim wie der wertlose Ring, die Brosche und die Buddy-Codes überhaupt nicht. Was ich davon haben wollte, waren ein jetzt hoffentlich vollständiger und aktueller Spiele-Client auf DVD, die drei Ingame-Gegenstände und die Soundtrack-CD. Die Karte von Moria mag sich vielleicht noch als netter Bonus erweisen. Ich glaube jedoch eher, daß sie keine große Hilfe bei der Orientierung sein wird. Was das betrifft, verlasse ich mich doch lieber auf die eifrigen Mitspieler vom Widerstand.

Der Soundtrack zum Spiel klingt beim ersten Hereinhören ganz nett - wenn man auf Film-Soundtracks steht. Er hat zwar aus Lizenzgründen mit den Filmen von Peter Jackson nichts gemein, erweckt aber den Anschein, als sei er für einen Kinofilm epischen Ausmaßes entworfen. Auffällig ist die professionell klingende Produktion. Die Königin merkte dazu an, es klänge danach, als hätten sich Codemasters die Sache richtig etwas kosten lassen. Ich kann dem ganzen Gezimbel und Gepaukenschlage über Streicherteppichen an Violinsamples nicht wirklich etwas abgewinnen, habe allerdings auch gerade einmal hineingehört und die ersten paar Stücke angespielt. Für mich wird das aber wohl eher nichts werden, da bin ich ich kein Fan ...

Die Nacht senkt sich herab über dem Caradhras und den Gipfeln von Celebdil und Fanuidhol im Nebelgebirge. Myriaden von Sternen beginnen in den dunklen Wassern des Kheled-zâram zu scheinen wie harte, stille Lichter in der Tiefe. Laßt uns aufbrechen! Ein weiter und beschwerlicher Weg durch die Dunkelheit liegt vor uns.

Tan matu selek lanun naman.

Kraan live, reloaded

05 11 2008

Bereits im vergangenen Jahr war ich auf einem genialen Kraan-Gig in der Harmonie in Bonn. Dieses Mal habe ich nur durch einen reinen Zufall davon erfahren, daß sie wieder auftreten: die Königin sah ein entsprechendes Plakat auf einem Spaziergang durch Endenich und simste mir die Information nach Lübeck.

Für eine Vorbestellung war es längst zu spät, also verließen wir uns darauf, daß an der Abendkasse noch genügend Karten erhältlich sein würden und waren vorsichtshalber rechtzeitig vor Ort. Der Eintrittspreis war fair, und freie Plätze fanden sich noch auf der Empore. Von dort hatte man außerdem einen guten Blick auf die Bühne.

Normalerweise stehe ich auf Konzerten lieber, weil ich mich zu der Musik bewegen möchte. Nicht nur wegen der Länge ihres Auftritts war ich diesmal jedoch froh, dabei sitzen zu können. Dadurch konnte ich Hellmut Hattler besser am Baß beobachten. Außerdem spielen sie eine Musik, bei der man sich gut und gerne auch einmal zurücklehnen und die Augen schließen möchte. Wenn es einen Soundtrack zum Drogenrausch für mich gäbe, Horrortrips einmal ausgenommen, dann stammte er definitiv von Kraan.

War im vergangenen Jahr noch Ingo Bischof an den Keyboards mit von der Partie, besteht die derzeitige Besetzung aus dem Trio Jan Fride und Peter Wolbrandt sowie Hellmut Hattler. Angekündigt als das erste einer Reihe von nur fünf Konzerten, sieht es nach dem aktuellen Terminplan jedoch eher so aus, als sei dies der Auftakt einer kleinen Tournee gewesen.

Ihr Zusammenspiel war wie zu erwarten routiniert und professionell, und was den Sound angeht, werde ich ihn gar nicht erst beschreiben, sondern möchte unbedingt das Hereinhören in das letzte Album "Psychedelic Man" empfehlen. Live sind Kraan jedenfalls immer wieder ein Erlebnis; vor allem Hattler, die coole Sau. Im Vergleich zum Auftritt vom vorigen Jahr, bei dem er für mich etwas abweisend, arrogant und mit Starallüren herüberkam, wirkte er diesmal deutlich gelöster, locker und humorvoll. Spieltechnisch wirklich ein Ausnahme-Bassist in meinen Augen.

Nach ihren Bemerkungen zu urteilen, blieb auch die Königin diesmal nicht ganz unbeteiligt. Da er die Ansagen übernahm, meinte sie feststellen zu können, daß Hattler dabei schüchtern wirke und erst hinter seinem Instrument voll auflebe. Mich hingegen hatte er bei einer Feststellung nach dem Gig, als er sagte, daß es je eine CD und eine DVD von "Psychedelic Man" gäbe, und trocken hinzufügte: "Die CD reicht vollkommen aus."

Das Album stammt bereits vom vergangenen Jahr. Damals war es mir die Sache nicht wert, obwohl sein Preis fair ist. Das lag und liegt weniger an der Musik, sondern daran, daß ich mich seit vielen Jahren in Kaufabstinenz übe, was Produkte der Musikindustrie betrifft. Die großen Label haben bereits übergenug an mir verdient. Was die allenfalls noch verdienen, sind beidhändig ausgeführte Stinkefinger.

Diesmal nahm ich die CD allerdings mit mit, denn die Künstler selbst können schließlich nichts für die Aktionen der Majors. Nach zwei Konzerten, auf denen ich jeweils gut unterhalten wurde, fand ich den Kauf außerdem mehr als angemessen. Und ich habe es nicht bereut, denn das Album geht bei mir gerade heftig in die Feierabend-Rotation.

Handwerk ist ...

12 02 2008

Die Königin sieht Sil53r beim Lesen eines Kaufwut-Beitrags über die Schulter.

Sil53r (halblaut zu sich): "Das ist bei Männern auch so."

Königin (LOL!): "Blog das..!einself!"

Zu Befehl.

Männliche Kommunikation

08 08 2007

Die Königin: (in Anspielung auf einen Cartoon von Mordillo) "... Magst du mir?"
Sil53r: "Hä?"
Die Königin: "FALSCHE ANTWORT!!einself!"
Sil53r: .oO(Rainman: Oh-oh ...)

I'm forever blowing bubbles

13 07 2007

Königin: "Dein Bier perlt viel stärker als meines!"
Sil53r: "Du trinkst ja auch Piiiep!einself! Das ist sowieso komisch."
Königin: "Ich will auch Kohlensäure haben!"

Dann ihres probiert. Festgestellt, daß wenn man auf grünbetakelten Segelschiffen über die Weltmeere schippernd krächzenden Barden lauschen müßte und dazu keine königlichen Getränke gereicht bekäme, freiwillig Seewasser saufen würde anstatt solch einer Plörre. Störtebeker würde sich im Grabe umdrehen, bzw. kopflos das Weite suchen.

Wo wir gerade von Kopflosigkeit reden, diesen Part der Bildserie Meine Kettensäge und ich kann ich ganz besonders empfehlen. Aber es lohnt sich auch, vor und zurück und zum Hauptartikel zu blättern, wenn man sich ein Bild über das Innenleben der Deutschen verschaffen möchte. Und ich dachte bislang immer, nur ich wäre bekloppt:

They're coming to take me away, haha
They're coming to take me away, hoho, hehe, haha
To the funny farm where life is beautiful all the time
And I'll be happy to see those nice young men in their clean white coats
And they're coming to take me away, haha!


Also ist das gar nicht von mir. Sondern von einem der unzähligen Adligen, die Anspruch auf den Namen Napoleon erheben. Manche von denen sollen ja nicht recht ticken, habe ich läuten hören. Sogar der Titel des heutigen Artikels ist geklaut:

I'm forever blowing bubbles
Pretty bubbles in the air
They fly so high
Nearly reach the sky
Then like my dreams
They fade and die
Fortune's always hiding
I've looked everywhere
I'm forever blowing bubbles
Pretty bubbles in the air


Dazu muß man sich das dezente Klingeln in den Ohren vorstellen, das nur eine PA mit entsprechender Leistung & Lautstärke zustandebringen kann. Und das sanfte, wohltemperierte Organ von Cockney Rejects Frontmann Jefferson "Oi!" Turner. Prost!

Lauschangriff

10 07 2007

Moin, moin, da vorn, jetzt gibt's auf die Ohrn
Hört auf zu schnacken, ihr Spacken, und stoßt mit mir in's Horn
Das macht euch taufrisch, auch wenn ihr kaputt wart
Hier kommen Rap und HipHop aus dem Herzen von Stuttgart
Die Stadt liegt im Süden, soviel solltet ihr wissen
Eigentlich wäre das Grund genug, sie zu dissen
Denn die haben bestimmt nur sehr wenig Sand da
Ich steh mehr auf Jever, ich trink keine Fanta
Vier Uhr früh, und ich kann mal wieder nicht schlafen
Ich hab schon alles versucht, auch das Zählen von Schafen
War nahe daran, noch 'nen Dübel zu baun
Zu dem Reggaesound aus'm Proberaum
Doch dann fiel mir auf, ich will gar nicht runter
Ich dreh weiter auf und werd wieder munter
Zu den Scratches und Beats laß ich es krachen
Bis nebenan alle meine Nachbarn erwachen
Ich grüße sie freundlich: "Hey, kommt schon mal vor!"
Frontal aus den Boxen direkt in dein Ohr
Hier kommt der Süden mit vollem Komfort
Darum hört gut zu, überlaßt ihnen das Reden
Irgendwann erfrischt es jeden

(Via indivisualist)