06
07
2010
zwischen gelblackiertem gestänge schweben
wächsern gesichter über den schalen die
stumpfen blicke gerichtet
einer - mittleren alters - schluchzt
hemmungslos flüsternd beschwörende worte
in schwankende leere während dem nachbarn
weißschimmernd zuckende stränge
beider ohren entfasern
zwei neone reihen in blau weiter vorn
beißt einer im anzug genüßlich in seinen burger
die callas zerschmettert glas in meinem schädel, und
gleißend schmilzt der asphalt
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22
01
2009
Der Kaiser ist heiser
und spricht deshalb leiser.
Das macht ihn nicht weiser,
den kleinen Schaiser.
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01
01
2009
Non! Rien de rien ...
Non, je ne regrette rien.
Ni le bien, qu'on m'a fait, ni le mal,
tout ça m'est bien égal!
Non! Rien de rien ...
Non, je ne regrette rien.
Car ma vie, car mes joies
aujourd'hui, ça commence avec toi!
[Edit Piaf, 1960]
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07
12
2008

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
[Rainer Maria Rilke, 1906]
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05
12
2006
Herr: es ist Zeit. Das Netzwerk war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Studiseiten,
und in den Foren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Trollen voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei spamreichere Tage,
dränge sie zur Sinnleere hin und jage
die letzte Süße aus dem schönen Heim.
Wer jetzt kein VZ hat, holt sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Postings schreiben
und wird in den Userforen hin und her
unruhig wandern, während die Weblogs bleiben.
(frei nach Rainer Maria Rilke)
Lust auf ein wahlweise anregendes oder beruhigendes Getränk bei
geistreichem Geplauder an der Blogbar? Ich nehme einen deutschen Cappucino, danke. Und möchte dabei angelegentlich empfehlen, auch der Unterhaltung der übrigen Anwesenden ein Ohr zu leihen. Es befinden sich durchaus vernünftige Stimmen darunter. Und deutliche Anzeichen von Lernfähigkeit. Es gibt noch Hoffnung.
P.S.: Das
weihnachtliche Wettrüsten ist abrupt deeskaliert, nachdem wegen Abreißens des Versorgungsnachschubs bzw. aufgrund sträflichen Einsatzes nicht kriegstauglichen Materials bereits weit über die Hälfte der nachbarlichen Leuchtkraft den unwirtlichen Witterungsverhältnissen (inoffizieller Sprachgebrauch: Nieselregen) an der Beleuchtungsfront zum Opfer gefallen ist. Insofern besteht unsererseits vorerst kein Handlungsbedarf.
P.P.S.: Ist es unnötig, zu erwähnen, daß besagtes
soziales Netz bei weiter bestehender Kommunikationsunfähigkeit derzeit noch
offline ist? Ja? - Dachte ich mir.
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01
06
2006
I
By good angels tenanted,
Once a fair and stately palace—
Radiant palace—reared it's head.
In the monarch Thought's dominion—
In the greenest of our valleys,
It stood there ;
Never seraph spread a pinion
Over fabric half so fair.
II
Banners, yellow, glorious, golden,
On it's roof did float and flow ;
(This—all this—was in the olden
Time long ago).
And every gentle air that dallied
In that sweet day,
Along the ramparts plumed and pallied
A winged odour went away.
III
Wanderers in that happy valley
Through two luminous windows saw
Spirits moving musically
To a lute's well-tunéd law,
Round about a throne, where sitting
(Porphyrogene !)
In state his glory well befitting,
The ruler of the realm was seen.
IV
And all with pearl and ruby glowing
Was the fair palace door,
Through which came, flowing, flowing, flowing,
And sparkling evermore,
A troop of Echoes, whose sweet duty
Was but to sing,
In voices of surpassing beauty,
The wit and wisdom of their king.
V
But evil things, in robes of sorrow,
Assailed the monarch's high estate ;
(Ah, let us mourn, for never morrow
Shall dawn upon him desolate !)
And around about his home, the glory
That blushed and bloomed
Is but a dim-remembered story
Of the old time entombed.
VI
And travellers now within that valley,
Through the red-litten windows see
Vast forms that move fantastically
To a discordant melody ;
While, like a rapid ghastly river,
Through the pale door,
A hideous throng rush out forever,
And laugh—but smile no more.
[Edgar Allan Poe (from the short story
"The Fall of the House of Usher")]
"Edgar Allan Poe: The Haunted Palace (Das Spukschloß)" vollständig lesen
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21
03
2006
Der sei heute, berichtet
Heise. Und da alle IT-Welt sich darum aufmacht, im
Forum holprige Knittelverse bar jeden Maßes und Reimschemas zum besten zu geben, will ich auch nicht zurückstehen. Als Administrator bin ich aber berufsmäßig faul und lasse deshalb
die Dichtmaschine für mich sprechen:
Nur eine Huldigung für Squiggle
Squiggle.
Du riliebanes Herzchen du!
Tonk, meine glitzernde Anzahl.
Unter der Welt in endloser Zeit!
Fabert - du mußt es gurglen!
Wimmert!
Du schmelzende Nacht!
Squiggle du.
Beschwipst gewaltig und schön.
Squiggle zwischen Benehmen und Wimmern.
Tonk heute so zermalmt.
Moment, ich muß gerade eben schnell noch ein paar Metaphern justieren. So, besser:
Monukale
frigtat euch Monukale
ja ihr Monukale
frigtat und ertragt - EUCH
so wie Terani!
doch ertragt roktul
zischend mitnichten jedoch wütend
ihr Monukale
bleibt roktul
so zischend
...
Wem das alles zu
hochgestochen verschwurbelt ist, der kann ja stattdessen einen
Klassiker lesen. Und zum guten Schluß eine an dieser Stelle unvermeidliche Werbepause: Auch ich ver
radebreche gelegentlich etwas, das ich Dichtung schimpfe. Wer sich die Mühe machen will, der wird auf diesen Seiten ein paar Kostproben davon finden. Wohl bekomm's.
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08
03
2006
Dein Duft schwebt noch im Raum, wie ein Verblassen,
ein Schimmerschwinden, wie ein letzter Atemzug
beim hingeseufzten Abschiedskuß vor dem Verlassen.
Es ist, als sei kein Abend lang genug,
daß er den späten Sonnenstrahl anhielte,
der deine Silhouette auf die Wände übertrug.
Die schmale Hand, die mit der Strähne spielte,
danach in meiner. Wie eine Versicherung.
Um eines Bundes willen, daß er ewig hielte,
gemeinsam alt zu werden, doch im Geiste jung.
Oh, wenn ich nur die Welt mit deinen Augen sähe!
In meinen spiegelt sich dein Bild: Erinnerung.
Mit jedem Herzschlag spür ich deine Nähe.
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26
12
2005
"Ich küsse dich",
sagst du.
Dann küsse ich dich
wieder
und wieder
wieder.
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