A Dream within a Dream

23 03 2005

TAKE this kiss upon the brow!
And, in parting from you now,
Thus much let me avow—
You are not wrong, who deem
That my days have been a dream;
Yet if hope has flown away
In a night, or in a day,
In a vision, or in none,
Is it therefore the less gone?
All that we see or seem
Is but a dream within a dream.

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Sachliche Romanze

14 03 2005

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

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Ich lebe mein Leben

03 03 2005

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.


(Rainer Maria Rilke)

One year older

02 03 2005

One year older
One year colder
One year shorter of breath
One year closer to death
So time to party, time to have fun
My time to live, I'm hanging on

Ich bin du

20 02 2005

(für K., T., N., T., B., A. und alle die anderen)

Du spürst die Kraft, die durch dich hindurchfließt,
Und fühlst, es ist die Lebensenergie und genießt
Das Hier und Jetzt, du lebst den Augenblick
Denn du weißt genau, es führt kein Weg für dich zurück

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Ein Tag wie der andere

07 02 2005

Benommen vom Sturz,
du taumelst in einen weiteren Tag;
wider Willen dein Herzschlag,
erzwungen der Atem,
stechender Schmerz jeder Schritt.
Dein Körper Gefängnis, die Hülle, die Zelle,
den aufstrebenden Geist hält sie zurück.
Mühsam erhebst du die Hand,
bewegst deinen Arm -
deine Hand ist dir fremd.
Spürst du den Gluthauch im Haar?
Zu stark, um zu sterben, zu schwach, um zu lieben,
geschmolzen, gegossen in lähmendes Leben,
schleppst du dich hin. Woher nehmen, die Kraft?
Die Kraft, zu geben, die Kraft, zu empfangen,
die Kraft, zu glauben, zu lieben, zu leben,
die Kraft, zu vertrauen, die Kraft, zu vergeben -
Wohin nun, Ikarus?


(19.04.1990)

zeitgleich

31 01 2005

du erwachst schwer atmend
und die luft dumpf und stickig im raum
so daß dir die enge und kahlheit bewußt wird
wieder einmal

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erneute begegnung

29 01 2005

(für T.)

du warfst die flammen deines haars auf bleiche haut,
die silbern schimmernd trug den sanften kuß der nacht;
die jadegrünenen augen, im dämmer meeresblau ergraut,
schlossen sich, und etwas großes hat den schlaf bewacht:

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Hinter einem hellen Fenster

25 01 2005

Den Wind im Rücken und die Leere voraus,
von nirgends kam ich und gehe ins Nichts.
Wohin führt mich der Weg? Ich habe kein Ziel.
Ich bin dir begegnet, und wieder dein Lachen;
ich trank und fand doch nicht den Weg zu der Quelle.
Nun bin ich zurück, Stille hallt laut in den Ohren;
das Bild schwingt noch nach, ist doch fast schon verloren.
Weit spannt sich Abend über der ruhenden Stadt.
Die Uhr klickt Sekunden, trockene Tränen
rieseln herab in den muffigen Staub langer Jahre.
Dunkel dein Blick, und so voller Rätsel;
ich sah in deine Augen, und siehe:
Mein Herz brennt.


(25.01.1990)

Zum Einschlafen zu sagen

20 01 2005

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüßte: die Nacht war kalt.
Und möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe groß
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.


[Rainer Maria Rilke]

Das Ganze

19 01 2005

Im Taumel war ein Teil, ein Teil in Tränen,
in manchen Stunden war ein Schein und mehr,
in diesen Jahren war das Herz, in jenen
waren die Stürme - wessen Stürme - wer?

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Schliere

19 01 2005

Schliere im Aug:
von den Blicken auf halbem
Weg erschautes Verloren.
Wirklichgesponnenes Niemals,
wiedergekehrt.

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Delirium

19 01 2005

Der schwarze Schnee, der von den Dächern rinnt;
Ein roter Finger taucht in deine Stirne
Ins kahle Zimmer sinken blaue Firne,
Die Liebender erstorbne Spiegel sind.
In schwere Stücke bricht das Haupt und sinnt
Den Schatten nach im Spiegel blauer Firne,
Dem kahlen Lächeln einer toten Dirne.
In Nelkendüften weint der Abendwind.


Georg Trakl

spaziergang am fluß

16 01 2005

das licht der alten sonne sprühte gold auf deine haut
juwelengleich, kristallklar fiel dein blick
durch reges treiben, beinah unerträglich laut
trugst stilles wort so ruhig zu mir zurück

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Nachtmahr

04 01 2005

Düsterer Nebel wallt über den Mooren
schleicht klamm in die Herzen der Menschen hinein
Ein hallendes Pochen schallt her von den Toren
Zu so später Stunde? Wer mag das noch sein?

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