Die Installation des
Windows 7 Ultimate RC auf einem VMware ESX-Server hatte ich gestern bereits kurz geschildert. Den positiven Gesamteindruck kann ich nun noch um funktionsfähige VMware-Tools, G-Data Virenscanner, Firefox, Java, OpenOffice und den
Total Commander ergänzen. Der Zugriff über RDP von einem Debian Lenny mit KDE ist performant und für Büro- und Administrationsaufgaben vollkommen ausreichend.
Diesen Artikel schreibe ich mithilfe eines Firefox auf einem physikalischen Rechner. Dessen Hardware wurde bei der Installation vollständig erkannt. Die ATI-Treiber für die Grafikkarte und sogar die von CreativeLabs für die X-Fi-Soundkarte funktionieren. Zumindest insoweit, als daß hörbare Töne aus den Boxen dringen.
Einziges Manko ist im Augenblick die nichtfunktionierende Downloadmöglichkeit für den Flashplayer von der Adobe-Website. Beziehungsweise inkompatible Versionen, falls man versucht, einen Installer von woandersher zu bekommen. Nach kurzer Suche habe ich zumindest ein Archiv gefunden, die unter dem IE8 funktioniert, so daß man selbst in dieser Situation nicht gänzlich von Flash-Sites ausgesperrt bleibt. (Wobei dabei allerdings nicht allzuviel Funktionalität verlorenginge, die ich vermissen würde.)
Der Rechner hat die folgenden Komponenten:
Motherboard: Asus P5Q-E
CPU: Intel E8400 @ 3 GHz
Grafikkarte: ATI Radeon 4870 512 MB @ 780/975MHz
RAM: A-Data Vitesta 4 GB @ CL5-5-5-15
HD: Western Digital Caviar Black 640 GB (WD6401AALS)
DVD-Brenner: LG GH20
Die Leistungsbewertung von Windows 7 kommt zu diesen Ergebnissen:
Prozessor: 6,6 Punkte
RAM: 6,7 Punkte
Grafik: 6,8 Punkte
Primäre Festplatte: 5,9 Punkte
Gesamtwertung: 5,9 von 8 Punkten
Der Gesamteindruck des installierten Systems ist stimmig. Administrativ finde ich mich auf Anhieb zurecht. Viele Ungereimtheiten früherer Versionen scheinen beseitigt, und selbst die Registry sieht auf den ersten flüchtigen Blick aufgeräumter aus als in früheren Versionen. Etliche hilfreiche kleine Details und Funktionalitätsverbesserungen sind hinzugekommen.
An dieser Stelle bitte ich nicht zu vergessen, daß ich in erster Linie Linux-Systemspezialist bin. Mir fehlen sowohl die Zeit als auch das Interesse, mich bis in die tiefsten Tiefen des neuen Windows hinabzubegeben oder Informationshäppchen aus versteckten Winkeln der Microsoft-Knowledgebase hervorzukramen. Auch exzessives Benchmarken ist nicht mein Ding. Dafür gibt es wiederum eigene Spezialisten. Mich interessiert "das neue Windows" für Spiele, zur Erzeugung von Musik und als Arbeitsmittel dort, wo es absolut unumgänglich ist. Für alles andere nutze ich weiterhin Linux.
Der WAF-Faktor ist hoch. Die Königing wollte "den Guppy" (das Standard-Hintergrundbild des Aero-Designs "Windows 7") gleich behalten. Ebenso die Docks (Minianwendungen) der Uhr und der Wetteranzeige. Der ausgleichenden Gerechtigkeit halber muß ich allerdings zugeben, daß Aero sogar mir gefällt. Die Design sind zumindest untereinander stimmig. Auf Dauer wird mir die Sache dann allerdings doch ein wenig zu bunt, und von diesem ständigen Blinken diverser Füllstandsanzeigen und sonstigem Herumgeanimiere und -gezoome wird man viel zu sehr von ernsthafter Arbeit und eigentlichen Inhalten abgelenkt. Glücklicherweise läßt sich all das mit wenigen Mausklicks abschalten.
Auf den ersten Blick jedoch ist Aero ein Hingucker. Von GUIs verstehen Microsoft etwas, das muß man neidlos anerkennen. Und ja, ich weiß, daß Apple so etwas auch kann. Trotzdem. Der positive Eindruck bleibt erst einmal bestehen. Nun werde ich das System mit einer vernünftigen Festplattenpartitionierung neu aufsetzen und, wenn alles gut geht, regulär in Betrieb nehmen. Die Festplattenpartitionierung ist übrigens nach wie vor etwas, das man besser unter Linux vorbereitet. Weil der Windows-7-Installer für Sonderwünsche etwas zu sperrig zu handhaben ist.