Verblödung

16 03 2010

Are we only eating worms from a can just because we can
And is Disneyland all we understand?
Will our history be written out in headlines
Diana dolls and miracles and landmines?


(Chumbawamba,"Dumbing Down")

Das Stück zum Tage stammt von Leuten aus Leeds, die ich schon seit längerem sehr schätze. Es ist vom Album WYSIWYG aus dem Jahre 2000 und klingt heute noch so aktuell wie damals.

Nebenbei bemerkt ist hier gerade das aktuelle Album Avoid The Light der Münsteraner Postrocker Long Distance Calling eingetroffen. Auch dort empfehle ich dringend, mal reinzuhören.

Schweizer Taschenmesser mit iPod-Dock

13 01 2010

Ach, übrigens: Wie ich vorgestern schrieb, hege ich leichtes Unverständnis für die Featuritis einiger Audio-Player. Als wollte sie meine Ablehnung bestätigen, folgte dann gestern diese Meldung auf Golem. Man muß nur den Anreißer lesen, um zu wissen, was ich meine.

Es sind "zahlreiche Reparaturen" in dieses Release von Amarok eingeflossen, schreibt man dort, "die vor allem für Stabilität sorgen sollen". Das ist so subtil böse, daß es schon an Destruktivität grenzt. Denn wenn etwas repariert werden muß, bedeutet es, daß es vorher kaputt war. Wenn die Reparatur "für Stabilität sorgen" soll, heißt das, daß die Software vorher instabil war.

"Schweizer Taschenmesser mit iPod-Dock" vollständig lesen


Video des Tages: The Monks - I Hate You

11 01 2010

Darauf hat mich dankenswerterweise heute ein Arbeitskollege gebracht, und ich bedauere es ganz außerordentlich, mein diesbezügliches Unwissen eingestehen zu müssen. Diese Bildungslücke muß schleunigst geschlossen werden:






Mehr auf die Ohren gibt es hier.

Version 1.0 für Audio-Player foobar2000

11 01 2010

Normalerweise erwähne ich Software-Veröffentlichungen nicht (nun gut, außer bei Serendipity, der besten Blogsoftware der Welt™). Das Erreichen von Version 1.0 nach vielen Jahren Entwicklungszeit ist jedoch ein Ereignis, das allemal entsprechende Würdigung verdient. Also: foobar2000, der beste Audio-Player der Welt™, ist jetzt erstmals als Major Release erhältlich.

Ich frage mich ja immer, weshalb es etwas Vergleichbares unter Linux nicht gibt. Klar, da gibt es Kommandozeilen-Player mit Dutzenden Optionen oder solche Monster wie Amarok, die in ihrem hoffnungslos überfrachteten GUI immer irgendwelche Komponenten mit sich schleppen, die immer irgendwie nicht richtig funktionieren. Als Nutzer will ich aber nicht alle anderthalb Wochen testen müssen, ob das neue Release mit den alten Fehlern aufräumt oder über schon wieder ergänzte Features doch nur wieder neue Fehler einführt.

"Version 1.0 für Audio-Player foobar2000" vollständig lesen


Schwarze Erde

10 01 2010

Höre gerade verzückt "Black Earth" von Bohren & der Club of Gore. Gestern abend schon, in etwa um dieselbe Zeit, spielte das "Midnight Radio" eine extrem verlängerte Sendung. Doomjazz vom feinsten, Entschleunigung pur. Trotzdem nicht ermüdend. Eine Reise zu der Zeit zwischen den Tönen, hinab zum Schweigen in der Mitte der Klänge. Der Schrecken lauert nicht dort, wo es laut ist. Er läuft einem leise den Rücken hinunter.

Zwischenfall: Vintage Electronics 2 Analog Electronic Festival

02 01 2010

So, dann wollen wir das neue Jahr mal ganz gepflegt einläuten mit:

Twice a Man,
Portion Control und
Edward Ka-Spel.







Auf die Ohren!

[Update 2010-01-03] Links auf Wikipedia-Miniartikel zu den Künstlern eingepflegt (besser als gar nichts) und dazu eines meiner Meinung nach schönsten Pink-Dots-Stücke, um einen Eindruck von Edward Ka-Spels Stimme zu vermitteln.

Offene Türen

19 07 2009

Die Königin: (liest das heutige Line-up für das Amphi-Festival am Kölner Tanzbrunnen) "Jetzt habe ich mich doch glatt gefragt, wer zum Teufel eigentlich "Doors Open" ist..?!"






P-p-po-poetry: Art of Noise - Paranoimia mit Max Headroom

05 05 2009

"Seit drei Tagen habe ich plötzlich das Verlangen, Max Headroom mal wieder zu gucken.", lese ich gerade bei fefe. Auf seine Äußerung hin hat er Mails von verschiedenen Lesern erhalten, die nun nachziehen wollen. Interessant, daß eine alte Fernsehserie auf einmal von mehreren Leuten gleichzeitig aus der verstaubten Truhe abgelegter Kulturgüter zutage gefördert wird.

Und wieder einmal sind es die 80er, dieses schrillbunte, durchgeknallte und äußerst kreative Jahrzehnt, von dessem künstlerischen Œuvre noch heute etliche Genres zehren. Nein, ich nenne keine, um die Schuldigen zu schützen.

Stattdessen präsentiere ich an dieser Stelle ein tanzbares Artefakt aus den 80ern, das bisher nur leicht angestaubt klingt. Es ist "Paranoimia" von den vermutlich einzig wahren Fairlight Children, The Art of Noise, mit dem special Guest Max Headroom. Bittesehr, Film ab:






Non, je ne regrette rien

01 01 2009


Non! Rien de rien ...
Non, je ne regrette rien.
Ni le bien, qu'on m'a fait, ni le mal,
tout ça m'est bien égal!

Non! Rien de rien ...
Non, je ne regrette rien.
Car ma vie, car mes joies
aujourd'hui, ça commence avec toi!


[Edit Piaf, 1960]

Leaving

11 12 2008


Remember me for what I was
Not as I am now
I'll merge into the shadows
I'll disappear into the rain

Remember me for what I was
Not as you see me now
I'll walk out into tomorrow
I'll melt into the sun

Remember me for what I was
A glance in your direction at the right time
A smile breaking into a crescent moon
A word of reassurance

[...]

Remember me for what I was
Not what I couldn't be
Remember me for what I was
And shall never be again


[Anne Clark, 1987]

Ein Satz heißer Ohren

16 11 2008

So, ich habe heute mal ein grob geschätztes Zwanzigstel der Original-CDs, die hier in den Regalen herumstehen und allmählich Rost ansetzen alterbedingte Verfallserscheinungen zeigen, auf die Festplatte gezogen und archiviert. Knapp 24 GB audiophiles Material sind dabei bisher zusammengekommen.

Selbst schuld. Beim Ablegen als MP3-Dateien mit konstant 128 kbps ließe sich eine Menge Platz einsparen. Dumm nur, daß ich auf FLAC und, wenn schon MP3, dann auf VBR bestehe. Ich weiß, ich weiß, ich muß es immer übertreiben.

Now Playing: The Jesus and Mary Chain - Half Way to Crazy

Verfallende Digitalmedien

16 11 2008

Gerade halte ich eine 1995 gepreßte CD in den Händen, die, nun ja, physisch äußerst interessant aussieht. Man könnte auch von galoppierendem Lochfraß sprechen. Höchste Zeit, dasjenige von ihrem Inhalt zu sichern, was noch zu sichern ist. Zwar mag man argumentieren, daß er nicht sonderlich wichtig sein kann, wenn ich ihm so lange keine Beachtung geschenkt habe. Aber ich wüßte jetzt doch gerne, weshalb ich diesen Datenträger 13 Jahre lang aufbewahrt habe ...

[Update] Track 4, "Ich", ist über den Jordan. War der Beste. Schade, aber sei's drum.

Now Playing: The Ramones - Mama's Boy

Kraan live, reloaded

05 11 2008

Bereits im vergangenen Jahr war ich auf einem genialen Kraan-Gig in der Harmonie in Bonn. Dieses Mal habe ich nur durch einen reinen Zufall davon erfahren, daß sie wieder auftreten: die Königin sah ein entsprechendes Plakat auf einem Spaziergang durch Endenich und simste mir die Information nach Lübeck.

Für eine Vorbestellung war es längst zu spät, also verließen wir uns darauf, daß an der Abendkasse noch genügend Karten erhältlich sein würden und waren vorsichtshalber rechtzeitig vor Ort. Der Eintrittspreis war fair, und freie Plätze fanden sich noch auf der Empore. Von dort hatte man außerdem einen guten Blick auf die Bühne.

Normalerweise stehe ich auf Konzerten lieber, weil ich mich zu der Musik bewegen möchte. Nicht nur wegen der Länge ihres Auftritts war ich diesmal jedoch froh, dabei sitzen zu können. Dadurch konnte ich Hellmut Hattler besser am Baß beobachten. Außerdem spielen sie eine Musik, bei der man sich gut und gerne auch einmal zurücklehnen und die Augen schließen möchte. Wenn es einen Soundtrack zum Drogenrausch für mich gäbe, Horrortrips einmal ausgenommen, dann stammte er definitiv von Kraan.

War im vergangenen Jahr noch Ingo Bischof an den Keyboards mit von der Partie, besteht die derzeitige Besetzung aus dem Trio Jan Fride und Peter Wolbrandt sowie Hellmut Hattler. Angekündigt als das erste einer Reihe von nur fünf Konzerten, sieht es nach dem aktuellen Terminplan jedoch eher so aus, als sei dies der Auftakt einer kleinen Tournee gewesen.

Ihr Zusammenspiel war wie zu erwarten routiniert und professionell, und was den Sound angeht, werde ich ihn gar nicht erst beschreiben, sondern möchte unbedingt das Hereinhören in das letzte Album "Psychedelic Man" empfehlen. Live sind Kraan jedenfalls immer wieder ein Erlebnis; vor allem Hattler, die coole Sau. Im Vergleich zum Auftritt vom vorigen Jahr, bei dem er für mich etwas abweisend, arrogant und mit Starallüren herüberkam, wirkte er diesmal deutlich gelöster, locker und humorvoll. Spieltechnisch wirklich ein Ausnahme-Bassist in meinen Augen.

Nach ihren Bemerkungen zu urteilen, blieb auch die Königin diesmal nicht ganz unbeteiligt. Da er die Ansagen übernahm, meinte sie feststellen zu können, daß Hattler dabei schüchtern wirke und erst hinter seinem Instrument voll auflebe. Mich hingegen hatte er bei einer Feststellung nach dem Gig, als er sagte, daß es je eine CD und eine DVD von "Psychedelic Man" gäbe, und trocken hinzufügte: "Die CD reicht vollkommen aus."

Das Album stammt bereits vom vergangenen Jahr. Damals war es mir die Sache nicht wert, obwohl sein Preis fair ist. Das lag und liegt weniger an der Musik, sondern daran, daß ich mich seit vielen Jahren in Kaufabstinenz übe, was Produkte der Musikindustrie betrifft. Die großen Label haben bereits übergenug an mir verdient. Was die allenfalls noch verdienen, sind beidhändig ausgeführte Stinkefinger.

Diesmal nahm ich die CD allerdings mit mit, denn die Künstler selbst können schließlich nichts für die Aktionen der Majors. Nach zwei Konzerten, auf denen ich jeweils gut unterhalten wurde, fand ich den Kauf außerdem mehr als angemessen. Und ich habe es nicht bereut, denn das Album geht bei mir gerade heftig in die Feierabend-Rotation.

I'm forever blowing bubbles

13 07 2007

Königin: "Dein Bier perlt viel stärker als meines!"
Sil53r: "Du trinkst ja auch Piiiep!einself! Das ist sowieso komisch."
Königin: "Ich will auch Kohlensäure haben!"

Dann ihres probiert. Festgestellt, daß wenn man auf grünbetakelten Segelschiffen über die Weltmeere schippernd krächzenden Barden lauschen müßte und dazu keine königlichen Getränke gereicht bekäme, freiwillig Seewasser saufen würde anstatt solch einer Plörre. Störtebeker würde sich im Grabe umdrehen, bzw. kopflos das Weite suchen.

Wo wir gerade von Kopflosigkeit reden, diesen Part der Bildserie Meine Kettensäge und ich kann ich ganz besonders empfehlen. Aber es lohnt sich auch, vor und zurück und zum Hauptartikel zu blättern, wenn man sich ein Bild über das Innenleben der Deutschen verschaffen möchte. Und ich dachte bislang immer, nur ich wäre bekloppt:

They're coming to take me away, haha
They're coming to take me away, hoho, hehe, haha
To the funny farm where life is beautiful all the time
And I'll be happy to see those nice young men in their clean white coats
And they're coming to take me away, haha!


Also ist das gar nicht von mir. Sondern von einem der unzähligen Adligen, die Anspruch auf den Namen Napoleon erheben. Manche von denen sollen ja nicht recht ticken, habe ich läuten hören. Sogar der Titel des heutigen Artikels ist geklaut:

I'm forever blowing bubbles
Pretty bubbles in the air
They fly so high
Nearly reach the sky
Then like my dreams
They fade and die
Fortune's always hiding
I've looked everywhere
I'm forever blowing bubbles
Pretty bubbles in the air


Dazu muß man sich das dezente Klingeln in den Ohren vorstellen, das nur eine PA mit entsprechender Leistung & Lautstärke zustandebringen kann. Und das sanfte, wohltemperierte Organ von Cockney Rejects Frontmann Jefferson "Oi!" Turner. Prost!

Lauschangriff

10 07 2007

Moin, moin, da vorn, jetzt gibt's auf die Ohrn
Hört auf zu schnacken, ihr Spacken, und stoßt mit mir in's Horn
Das macht euch taufrisch, auch wenn ihr kaputt wart
Hier kommen Rap und HipHop aus dem Herzen von Stuttgart
Die Stadt liegt im Süden, soviel solltet ihr wissen
Eigentlich wäre das Grund genug, sie zu dissen
Denn die haben bestimmt nur sehr wenig Sand da
Ich steh mehr auf Jever, ich trink keine Fanta
Vier Uhr früh, und ich kann mal wieder nicht schlafen
Ich hab schon alles versucht, auch das Zählen von Schafen
War nahe daran, noch 'nen Dübel zu baun
Zu dem Reggaesound aus'm Proberaum
Doch dann fiel mir auf, ich will gar nicht runter
Ich dreh weiter auf und werd wieder munter
Zu den Scratches und Beats laß ich es krachen
Bis nebenan alle meine Nachbarn erwachen
Ich grüße sie freundlich: "Hey, kommt schon mal vor!"
Frontal aus den Boxen direkt in dein Ohr
Hier kommt der Süden mit vollem Komfort
Darum hört gut zu, überlaßt ihnen das Reden
Irgendwann erfrischt es jeden

(Via indivisualist)